Blaueishütte wird bis 2012 saniert

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Die Blaueishütte wird bis 2012 zur Baustelle: 1,7 Millionen Euro werden insgesamt in die im Besitz der DAV-Sektion Berchtesgaden befindlichen Hütte investiert werden.

Berchtesgaden - An der Blaueishütte unter dem Blaueis-Gletscher tut sich was: 1,7 Millionen Euro fließen bis 2012 in das beliebte DAV-Ausflugsziel.

Berchtesgaden - Die Blaueishütte unter dem Blaueis-Gletscher, dem nördlichsten Gletscher der Alpen, gelegen, hat eine lange Geschichte zu erzählen. Anfang der 60er Jahre, am 28. Juli 1962, wurde die Blaueishütte von Julius Kardinal Döpfner geweiht und anschließend ihrer Bestimmung übergeben. Kommendes Jahr feiert die Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins (DAV), in deren Besitz sich die Hütte befindet, rundes Jubiläum – 50-jähriges Bestehen. Bis es so weit ist, soll – so es der Zeitplan erlaubt – eine Menge passieren. Große Baumaßnahmen stehen auf dem Plan. Neben einem Abwasserkanal bis in das Tal, soll auch ein Kabel talwärts zur Stromversorgung verlegt werden. Darüber hinaus erwartet künftige Blaueishütten-Besucher ein nordseitiger Anbau in Holzständerbauweise, ein verbesserter Brandschutz sowie neue Sanitär- und Trockenräume.

is in das Jahr 1922 reicht die Hütten-Geschichte unterhalb des Blaueis-Gletschers zurück. Bereits im Oktober 1922 eröffnete die Sektion Hochland des Deutschen Alpenvereins eine Selbstversorgerhütte, damals noch etwa 100 Höhenmeter oberhalb des heutigen Blaueishütten-Standortes gelegen. 30 Lager umfasste diese in den 20er Jahren. Seit 1928 wurde die Hütte bewirtschaftet, neun Jahre später erweitert. Die Sektion Berchtesgaden plante im Folgenden das Wehrmachtshaus, welches nicht mehr genutzt wurde und näher am heutigen Hüttenstandort liegt, zu übernehmen. Allerdings kam es nicht so weit, da das Wehrmachtshaus im Mai 1946 „auf Geheiß des Forstmeisters Georg Küßwetter aus der Ramsau von Jägern durch Brandstiftung zerstört“ wurde. Die Grundmauern wurden gesprengt. Forstmeister Küßwetter sah „Jagdvorrechte in Gefahr“ und versuchte auf diese Weise Touristen – den „Bergpöbel“ - aus diesem Gebiet fernzuhalten. Der gegen ihn geführte Prozess sollte Anfang der 50er Jahre bundesweites Aufsehen nach sich ziehen.

Im Jahr 1955 war es der Bergsteiger Hermann Buhl, der festgestellt hatte, dass die bis dato bestehende Alpenvereinshütte von einer Staublawine zerstört worden war. Die Sektion Hochland errichtete im darauffolgenden Jahr ein Hüttenprovisorium, dieses Mal lawinensicher, etwa 100 Höhenmeter tiefer gelegen als zuvor. Kurz darauf wurde das Arbeitsgebiet von der Sektion Hochland an die Sektion Berchtesgaden übergeben, da der Neubau der Hütte andernfalls nicht hätte finanziert werden können. Im September 1958 wurde mit dem Blaueishütten-Neubau begonnen, die schließlich im Jahr 1962 eingeweiht und dann der eigentlichen Bestimmung übergeben werden konnte. Ein halbes Jahrhundert lang ist die Blaueishütte nun alt, der Bedarf einer Sanierung groß. Die Finanzierung für die Sektion Berchtesgaden sei allerdings nur dann tragbar, so die Sektion im vergangenen Jahr, wenn zusätzliche Mittel zur Verfügung stünden und die Planung „etwas abgespeckt wird“. Diesen Wünschen konnte nachgekommen werden: Für das Jahr 2012 schießt der Hauptverein nun 200.000 Euro Beihilfe bei, die bereits gemäß des DAV-Verbandsrats zugesichert sind. Auch in der Planung ist man etwas zurückgefahren. Auf ein Technikgebäude wird verzichtet.

Einsparungen in Höhe von 350.000 Euro sind die Folge. Die Baukosten nach der Ausschreibung beziffern sich in Sachen Blaueishütte auf 1,7 Millionen Euro. Dies entspricht einer um 100.000 Euro reduzierten Ausgangssumme. Von 1,8 Millionen Euro wurde in der Sektion ursprünglich für Kanal- und Stromarbeiten sowie den Bauabschnitt 1 ausgegangen. An Eigenmitteln muss die DAV-Sektion für 2011/12 245.000 Euro tragen. Auch ein grober Zeitplan ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt bekannt: Das Material für den Umbau werde nach Möglichkeit noch im Laufe dieses Jahres zur Blaueishütte geflogen, „damit die Tierwelt im Frühjahr ihre Ruhe hat“, so DAV-Sektion Berchtesgaden-Geschäftsführer Bernhard Kühnhauser. Die Umbauarbeiten an der Hütte selbst sollen bereits nach den Pfingstferien beginnen. Im Rahmen der Kanalarbeiten können alle Erdarbeiten erfolgen, anschließend werden Fundamente und Bodenplatten gesetzt. Der Anbau soll komplett in Holzständerbauweise umgesetzt werden. Bereits zum Saisonende hin soll der Anbau winterfest fertiggestellt sein. Nach Hüttenschließung beginnen die Innenarbeiten samt Durchbruch zum Altbau. Solange es die Witterung zulasse, werden die Arbeiten an der Hütte fortgesetzt, so Geschäftsführer Kühnhauser. Spätestens im Frühjahr 2012 stehen die Restarbeiten auf dem Plan. „Wenn danach noch Zeit ist, bereiten wir uns auf das 50-jährige Hüttenjubiläum vor“, so Kühnhauser. Das Jubiläum wird am 28. Juli 2012 begangen.

kp

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