Bitte lachen: Loriot-Abend im Kuckucksnest

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Der Lottogewinner Erwin Lindemann (2. v. l.) in Erklärungsnöten.

Berchtesgaden - bei einem Loriot-Abend in Berchtesgaden hat die Theatergruppe Mosaik zehn seiner Sketche aufgeführt:

Die Sketche sind altbekannt, haben aber nichts von ihrer erheiternden Wirkung verloren. Das dachten sich auch die Theaterleute der Theatergruppe Mosaik des Kulturforums Fürstenbrunn und nahmen sich im Kuckucksnest in Berchtesgaden Loriots amüsantester, humoristischer Hinterlassenschaften an: ob „Liebe im Büro“, „Der Lottogewinner“ oder „Das Frühstücksei“ – einen Abend lang erfreuten sie das zahlreich erschienene Publikum.

Die Lokalität ist gut gewählt, „wir wollten in kleinem Rahmen Loriots Sketche zeigen“, sagt Jörg Leupold, der bei der Theatergruppe mitspielt und diese nach Berchtesgaden geholt hat. Die Bühne entspricht einem Treppenabsatz im Raum. Der Bereich, in dem sich die Darsteller umziehen, wurde provisorisch mit Tüchern und Bettlaken verhangen. Alles muss schnell gehen, so wollen es die Theaterleute, so verlangen es jene aus dem Fernsehen bekannten Loriot-Stücke, die an diesem Abend nachgespielt werden. Alle nicht länger als zehn Minuten, die Darsteller wechseln sich ab, schlüpfen in die Rolle des Vicco von Bülow, in die der Evelyn Hamann. Ein eingespieltes TV-Team, das Millionen zu begeistern wusste. Ganz so viele Besucher sind zwar nicht gekommen, die Plätze sind dennoch alle belegt. Die Obfrau der Theatergruppe, Elvira Faust, begrüßt und sagt, man wollte im Gedenken an Loriot dessen Rollen erneut auf die Bühne bringen. In zehn Sketchen zeigen die Darsteller ihr Können und bringen so Kurzweil in den Abend. Liebe im Büro gefällig? Der Chef, im Original Loriot (Hans Rehrl), und seine Sekretärin (Verena Jagersberger) beim gemütlichen Zusammensein. 15 Jahre Betriebszugehörigkeit, deshalb will der Chef im Büro anstoßen.

Zwei Stühle, ein kümmerlicher Blumenstrauß - „Sie machen mich ja ganz verlegen“, spricht die Sekretärin ganz angetan, die Stimme klingt etwas zurückgenommen. „Sagen Sie ab jetzt Karl-Heinz zu mir“, so sein Vorschlag. „Würden Sie für mich Ihr Haar lösen?“ Dann klingelt das Telefon. Die Situation nimmt ihren Lauf, erste Annäherungsversuche, er stürzt sich auf sie, die Brillen sind im Weg. Ortswechsel, rauf auf die Couch, weiter auf den Boden, Annäherungsversuche, die allesamt scheitern. Die Situation wirkt grotesk, die Darsteller mimen ihre Rollen beachtlich, sind es doch die Details, die bei Loriots knackigen Szenen zum Tragen kommen. Mimik und Gestik etwa bei „Der Lottogewinner“. Der 66-jährige Erwin Lindemann soll vor Kameraleuten seinen Gewinn im Fernsehen verkünden. Die Aufzeichnung verläuft jedoch nicht ganz ohne Tücken („Ich heiße Lindemann, bin seit 66 Jahren Rentner und habe 500.000 Mark gemacht mit meiner Tochter in Wuppertal.“).

Was sich an diesem Abend zeigt: Die Sketche haben nichts von ihrer Wirkung auf das Publikum eingebüßt. Im Gegenteil. Die Veranstaltung ist eine von Heiterkeit geprägte. Mit dem Wunsch nach einer Wiederholung.

kp

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