"Unser Gut Wasser geht die EU nichts an!"

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Von links: CSU-Ortsvorsitzender Bischofswiesen Thomas Weber, CSU-Kreisvositzende Michalea Kaniber, Minister Dr. Marcel Huber, 1. Bürgermeister aus Bischofswiesen to Toni Altkofler, 2. Bürgermeister Berhard Heitauer, Landrat Georg Grabner, Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Wieninger Braumeister Bernhard Löw

Bischofswiesen - Die Privatisierung des Wassers und der Pferdefleischskandal waren Thema auf dem "Politischen Ascherfreitag" mit Dr. Marcel Huber.

Der diesjährige Starkbieranstich des CSU-Ortsverbandes Bischofswiesen und damit dessen "Politischer Aschermittwoch" fand unter einem unglücklichen Vorzeichen statt: Ein aktueller Unfalltod rief zahlreiche Ehrenamtliche zur traurigen Pflicht und legte schwere Schatten auf die Veranstaltung bis hin zur Absage des komödiantischen Teils. Dass es den Veranstaltern und vor allem dem Festredner trotzdem gelang, Lust und Interesse auf Politik darzustellen und zu wecken, lag vor allem an der ganz persönlichen Art des Redners: Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Dr. Marcell Huber gewann die Aufmerksamkeit

seiner Zuhörer durch eine selten gewordene Mischung aus Fachkompetenz, Klarheit und wohltuendem Dialekt.

Fazit: "Wir wollen kein anderes Bayern!"

Der Bischofswiesener "Politische Aschermittwoch" mutierte dieses Jahr aus Termingründen zu einem "Politischen Ascherfreitag", so der CSU-Ortsvorsitzende Thomas Weber in seiner Begrüßung. Der Akzeptanz tat das keinen Abbruch, der Saal des Brennerbräus war mit Lokalprominenz und Besuchern gut gefüllt.

Weber konnte als Novum den 1. Bürgermeister Toni Altkofler von der FWG begrüßen, für Überregionalität sorgten Landrat Georg Grabner, Bezirksrat Georg Wetzelsperger, CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber und zahlreiche Bürgermeister. Vor der zentralen Rede des Ministers brach Kaniber unter starkem Beifall der Besucher eine Lanze für die Belassung der Wasserversorgung in den Händen der Kommunen.

"Mit einem lebenswichtigen Grund-Gut der Menschen darf kein profitorientiertes Schindluder getrieben werden. Unser Gut Wasser geht die EU nichts an!" Kaniber übergab das Wort an Minister Huber mit den Worten: "Ich begrüße den eindeutigen Sympathieträger der Bayerischen Staatsregierung!" Huber, der eingangs den Angehörigen des oben erwähnten Unfallopfers seine Anteilnahme und den Rettungskräften wie auch der Feuerwehr seinen Respekt aussprach, nahm den Ball auf: "Danke für den Sympathieträger - mit meinem Ministerium tatsächlich oder vielleicht einer zu sein ist nicht leicht, denn alles, was nichts ist, landet bei mir."

Pferdefleischskandal: Jede Täuschung ist inakzeptabel

Damit spielte er nicht nur auf den aktuellen Pferdefleischskandal an, zu dem er die stundenaktuellen Daten mitbrachte. Generell sei gegen den Verzehr von Pferdefleisch nichts einzuwenden, manche sähen es als Delikatesse. Der Genuß könne und müsse aber freiwillig erfolgen, jede Täuschung sei inakzeptabel, Falschdeklaration schlicht Betrug. Huber bezeichnete es als kriminell, sollte medizinisch belastetes Fleisch in die Lebensmittelkette eingebracht worden sein. Bislang sei jedoch kein solcher Fall in Bayern bekannt.

Sein Appell: "Wer regional kauft, bricht den Ketten das Genick und weiß, was er bekommt." 600 bayernweite Proben in den letzen drei Jahren hätten keinen einzigen Problemfall erbracht, die bayerischen Kotrollen griffen, so der Minister.

"Wohlfühlland Bayern"

Hubers zentrales Thema war jedoch ein Rundblick auf die gesamte bayerische Politik: Er könne nicht verstehen, warum gerade Bundesländer Bayern kritisieren, deren Bürger mit Vorliebe in den Freistaat auswanderten. "Kommen denn die Leute nicht deswegen, weil`s bei uns besser ausschaut als in den meisten anderen Bundesländern?" Eine Umfrage im Dezember 2012 habe ergeben, dass sich 98 Prozent der Bevölkerung in Bayern wohlfühlen: "Warum die anderen zwei Prozent noch da sind, würd mich schon interessieren" witzelte Huber unter beifälligem Gelächter. Stehe Bayern in irgendwelchen Rankings einmal nicht auf Platz Eins, werde gleich der Untergang beschworen: "Da sieht man, welches Niveau man gewohnt ist und uns zutraut."

So sei beispielsweise das bayerische Bildungssystem - Huber war neben anderen Kabinettsposten auch Staatssekretär im Kultusministerium - mit seiner Dreigliedrigkeit das einzig richtige, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. "Einen Gesamtschule, die allen das gleiche Konzept vorsetzt, wird genau diesen Unterschieden nicht gerecht." Lob verdient nach Huber auch der bayerische Sicherheitsstandart, der vor allem der Polizei zu verdanken und ein bayerisches Markenzeichen geworden sei. "In Berlin ist man schon froh, wenn statt drei nur zwei Straßenzüge brennen - so etwas gibt es in Bayern nicht." Sicherheit unter einem anderen Aspekt sei auch der Schutz der Lebensgrundlagen, nahm Huber das Thema Wasserversorgung auf. Er sehe die Entwicklung gelassen, den der Kern konservativer Politik sei deren Wortbedeutung: bewahrend.

Das gelte für Wasser ebenso wie für die gesamte Natur. Als Beispiel nannte er seinen Einsatz für Vermeidung des Donauausbaues, deren letzte 70 natürliche Kilometer "bei allem Sinn für Wirtschaft und Verkehr" nicht geopfert werden dürften. "Wir sind die Erhalter, wir achten die Schöpfung." Nicht zuletzt müsse der Hochwasserschutz Vorrang haben, "sonst haben wir alle vier Jahre ein Jahrhunderthochwasser". Als zuständigem Minister liege ihm auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung mit einem funktionierenden Hausarzt-System "besonders am Herzen". Wie auch Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft zu belassen, gelte es, das Hausarzt-System nach Kräften zu fördern und Anreize für junge Mediziner zu schaffen. "Wir wollen genau kein "anderes" Bayern", nahm Huber einen Wahlkampfslogan der politischen Konkurrenz in der sonst angenehm von Wahlkampfgetöse freien Rede auf.

"Bayern ist super - in diesem Jahr haben sie die besondere Möglichkeit dazu beizutragen, dass es so bleibt."

Pressemeldung CSU-Kreisgeschäftsführung Berchtesgadner Land

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