Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So laufen die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Bischofswiesen

„Haben nur wenige Tage, dann kommt das Wochenende und voraussichtlich erneut Unwetter ...“

Mitarbeiter des Bischofswieser Bauhofs nahmen bereits am Sonntag Schäden im Gemeindegebiet auf.
+
Mitarbeiter des Bischofswieser Bauhofs nahmen bereits am Sonntag Schäden im Gemeindegebiet auf.

Bereits am Sonntag, unmittelbar nachdem die Hochwasser-Katastrophe gewütet hatte, waren Mitarbeiter des Bauhofs von Bischofswiesen unterwegs, um sich ein Bild der Schäden zu machen. BGLand24.de hat sich erkundigt, wie die Aufräumarbeiten nun laufen werden.

Bischofswiesen - „Jetzt haben wir nur wenige Tage, dann kommt das Wochenende und voraussichtlich erneut Unwetter“, gibt Rupert Walch, Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen im Gespräch mit BGLand24.de. zu bedenken. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es rechtzeitig schaffen. Beispielsweise haben wir seit Montag Unterstützung vom Bauhof der Stadt Laufen bekommen. Sie waren ja nicht so stark betroffen und haben sowohl Material als auch Personal geschickt, um uns bei en Aufräumarbeiten zu helfen.“

Dennoch werde es eine ganze Weile dauern, bis alle Schäden beseitigt sind. „Da müssen wir klar priorisieren: Gefahren für Leib und Leben zu beseitigen, sichere Bedingungen zu gewährleisten und wichtige Infrastruktur wieder herzustellen, hat erstmal absolute Priorität.“ Bis also die letzten Spuren der Hochwasser-Katastrophe beseitigt werden könnten, würde es noch dauern. „Beispielsweise haben wir uns noch gar nicht mit den Wanderwegen auseinandergesetzt. Die müssen jetzt erstmal gesperrt bleiben.“

Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land am Wochenende: Aufräumarbeiten in Bischofswiesen laufen

Am Samstag hatten sintflutartige Regenfälle in mehreren Orten im Landkreis Berchtesgadener Land für massive Überflutungen und sogar Erdrutsche gesorgt. Wie ein Experte des Wasserwirtschaftsamts im Gespräch mit BGLand24.de erläuterte (Plus-Artikel BGLand24.de), gab es dafür zwei wesentliche Gründe: Der Durchmesser vieler Fließgewässer war durch vermehrtes Geschiebe verringert und diese zusätzlich durch Verklausungen an Engstellen verstopft, so dass sie schließlich über ihre Ufer traten. Hinzu kam wild abfließendes Wasser. Die Folgen waren dramatisch: Zwei Menschen starben, Häuser und ein Hotel mussten geräumt werden. Das Landratsamt rief den Katastrophenfall aus. Die Feuerwehr war am Samstagabend pausenlos gefordert. Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau.

Bilder aus Bischofswiesen vom Sonntag

Schon am Samstagabend begannen Hilfskräfte vom Technischen Hilfswerk damit, Schutt und Schlamm beiseite zu räumen. Die Feuerwehr pumpte Keller leer. Bereits auf der Pressekonferenz am Sonntagvormittag hatte Landrat Bernhard Kern (CSU) klargestellt, dass die Aufräumarbeiten eine ganze Weile dauern werden. In vielen Fällen müsste zunächst grundsätzliche Dinge geklärt werden, beispielsweise ob Hänge weiter abrutschen oder Gebäude einsturzgefährdet seien. Erst wenn Geologen, Statiker und weitere Experten hier für Klarheit gesorgt hätten, könnten vielerorts die eigentlich Wideraufbau-Maßnahmen beginnen.

Aufräumarbeiten in Bischofswiesen: Arbeiten müssen priorisiert werden

„Das allererste, was wir in Angriff genommen haben, war Straßen frei zu machen, damit Rettungs-und Einsatzfahrten unbehindert und unbeschadet durchgeführt werden konnten. Das geschah überwiegend in der Nacht von Samstag auf Sonntag“, berichtet der Bischofswieser Gemeinde-Geschäftsführer Walch weiter. „Am Sonntag lag dann das Hauptaugenmerk unserer Bauhof-Mitarbeiter darauf, Schäden zu erkennen, aufzunehmen und nach Dringlichkeit zu sortieren. Dann galt es zu sortieren, was die Gemeinde selbst leisten kann und wozu es Fachfirmen und externe Spezialisten braucht. Beispielsweise muss sich ein Statiker die Brücken im Gemeindebereich ansehen.“

Im Wesentlichen hätten sich drei Bereiche herauskristallisiert, die nun zunächst angegangen werden müssen:

  • Schäden an zwei Trinkwasserquellen: „Das hat für uns höchste Priorität“, so Walch. In einer Quelle habe es einen Eintrag von Hangwasser gegeben, wodurch diese getrübt ist und vom Netz genommen werden musste. Im anderen Fall habe eine Mure 1,3 Kilometer Rohrleitung zerstört. „Übergangsweise haben wir auf andere Quellen umgestellt und Wasser von Nachbargemeinden angekauft. Im Fall der zerstörten Rohrleitungen wird es aufwändig, da muss nun zunächst das Gutachten eines Ingenieurbüros her.“
  • Nur eingeschränkt erreichbare Höfe: Einige Bauernhöfe sind wegen Murenabgängen nur eingeschränkt erreichbar. „Auch hier arbeiten wir mit Hochdruck daran, dass sie bald wieder wie zuvor erreichbar sind.“
  • Durchlässe, Gewässer und Rückhaltebecken säubern: Für den Fall weiter Gewitter in der nächsten Zeit müssen Durchlässe von Verstopfungen befreit und das Geschiebe aus diversen Gewässern reduziert werden, damit diese wieder ihren vollen Aufnahme-Umfang erhalten.

„Wie gesagt, mit Blick darauf, dass das Wochenende und damit möglicherweise weitere Gewitter gar nicht mehr so lange hin sind, stehen nun lebenswichtige Infrastruktur, Verkehrssicherungspflichen und vor allem die Prävention für weitere Hochwasserlagen im Vordergrund“, schließt Walch. „Daher bitten wir um Verständnis, dass es noch eine ganze Weile dauern kann, bis die letzten Spuren des Hochwassers beseitigt sind.“

hs

Kommentare