Schlecker-Zukunft ungewiss

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Die Schlecker-Filiale in Bischofswiesen.

Bischofswiesen - Der Schlecker-Markt in Bischofswiesen ist der letzte im Berchtesgadener Talkessel. Bis Ende März soll entschieden werden, ob die Filiale bestehen bleibt.

Schlecker ist insolvent. Jeder zweite Laden soll geschlossen werden – doch stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt. So auch im Schlecker-Markt in Bischofswiesen, der einzige übriggebliebene Drogerie-Markt weit und breit. Spricht man mit einer Mitarbeiterin, wird schnell klar: Die Informationspolitik des Unternehmens ist undurchsichtig. Wie es weitergeht? „Ich weiß nicht mehr, als das, was man jeden Tag in den Zeitungen liest“, sagt die freundliche Mitarbeiterin. Ein Fünkchen Hoffnung hat sie sich indes bewahrt.

Neben dem Laden in Bischofswiesen hat es bis vor kurzem noch zwei weitere Märkte in Berchtesgaden gegeben. Die Märkte mussten schließen, einer im Nonntal, der andere in der Maximilianstraße. Damit war Schlecker aus dem Ort verschwunden. Schon längst war Müller, mitten im Ortskern gelegen, zum Platzhirschen avanciert. Nur der Schlecker-Drogeriemarkt in Bischofswiesen hielt sich. „Hier arbeiten vier Mitarbeiterinnen“, berichtet sie. Viele Jahre seien sie alle schon dabei, „14 Jahre, eine sogar fast 20 Jahre.“

Die Zukunft des Marktes ist ungewiss. „Erst gestern haben wir ein internes Schreiben erhalten.“ Eines, in dem nicht viel mehr steht, als sowieso schon aus den Medien bekannt ist. Bis Ende März wird entschieden, welche Märkte schließen müssen. Jeder zweite, so heißt es. Ob der in Bischofswiesen auch davon betroffen sein könnte? „Ich glaube nicht“, sagt die Mitarbeiterin. Warum? „Der nächste Schlecker ist in Bayerisch Gmain, zwei weitere befinden sich in Bad Reichenhall.“ In Reichenhall gab es einst vier Märkte. Sie könne sich einfach nicht vorstellen, dass jeder Schlecker-Markt im Berchtesgadener Talkessel geschlossen werde.

Die Lieferantien liefern - die Regale sind wieder voll.

Denn auch das Problem der leeren Regale sei größtenteils vorbei. Seit vergangenem Herbst hatten, wegen interner Zahlungsschwierigkeiten, diverse Lieferanten keine Produkte mehr geliefert. In den Verkaufsregalen klafften Lücken. „Da gab es durchaus Kunden, die kamen mehrmals vorbei – aber das gewünschte Produkt war nicht im Regal“, erzählt die Mitarbeiterin. Fraglich sei, ob diese Kunden auch in Zukunft noch kommen werden. Trotzdem sei sie guter Dinge, dass es aufwärts geht. Die Regale sind wieder gut gefüllt, Produkte werden wieder geliefert. Wenn da nicht diese Insolvenz wäre. Dieses Wissen, dass noch eine Entscheidung aussteht. Zukunftsängste? „Wir können ja doch nichts machen“, sagt sie, mit einem verhaltenen Lächeln auf den Lippen.

kp

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