Vorbereitung zur abgebrochenen NATO-Gefechtsübung Cold Response 2020

"Struber Jager" aus Bischofswiesen sind zurück aus Norwegen - Einsatz unter arktischen Bedingungen  

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MG 5 Stellung im Verfügungsraum Øverbygd.

Narvik/Norwegen/Bischofswiesen - Zwanzig Tage übten rund 150 Soldaten der Struber Jager aus Bischofswiesen mit Unterstützung der Gebirgspioniere aus Ingolstadt in Nordnorwegen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Sie bereiteten sich unter arktischen Bedingungen auf die NATO-Gefechtsübung Cold Response 2020 vor, die das Gastgeberland Norwegen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus abbrechen musste. Ende März sind nun die letzten Gebirgssoldaten aus Norwegen zurückgekehrt. Das Großgerät wurde per Bahn von Norwegen nach Deutschland zurücktransportiert und steht seit dem letzten Märzwochenende wieder in den Heimatstandorten.

Von Beginn an

Cold Response ist eine NATO-Großübung, die alle zwei Jahre in Norwegen stattfindet. Dort üben circa 15.000 Soldaten aus neun Ländern in einem multinationalen Umfeld die Landes- und Bündnisverteidigung. Dabei stehen sich 2 Parteien in einer Volltruppenübung gegenüber und üben Angriff und Verteidigung an Land, zur See und in der Luft.


Schon im Herbst letzten Jahres bereiteten sich die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 auf die NATO-Gefechtsübung vor. Hierbei stand vor allem die Ausbildungsinhalte Leben im Felde unter winterlichen Bedingungen, Marsch auf Kfz sowie Gebirgs- und Winterkampf im Vordergrund. Auch die Kettenfahrzeuge BV (Bandvagn) 206 mussten zur Vorbereitung mittels Schlämmkreide „umgetarnt“ werden. „Dies sei notwendig, um sich den natürlichen Gegebenheiten des schneereichen Nordnorwegens sinnvoll anpassen zu können, um so während der Übung möglichst lang unentdeckt zu bleiben“, so der Kompaniechef der 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232, Major Rudolf Hofmann. Schließlich wurden etwa 50 Gefechts- und Transportfahrzeuge Mitte Februar mit der Bahn nach Narvik (Norwegen) transportiert.

30 Überschneefahrzeuge vom Typ BV 206 Hägglund, den natürlichen Gegebenheiten Norwegens äußerlich angepasst, wurden per Bahn nach Norwegen transportiert.

Die Vorausbildung – Leben und Kämpfen unter arktischen Bedingungen

In Narvik kamen Gefechtsfahrzeuge und Soldaten wieder zusammen und verlegten direkt von Bahn und Flugzeug in ein zwölftägiges Winterbiwak. Bei Temperaturen von bis zu 25 Grad minus und eisigen Winden mussten sich die Gebirgssoldaten aus Bischofswiesen und Ingolstadt zunächst an das Leben im Felde unter arktischen Bedingungen gewöhnen. Hierfür wurden die Struber Jager mit dem „Arktik-Satz“ ausgestattet – ein Bekleidungskonzept der Bundeswehr, dass für den Kampf und das Überleben bei extrem kalten Temperaturen entwickelt wurde.

Die lange Kolonne der Gebirgsjäger auf dem Weg in das Übungsgebiet Øverbygd.

Die Soldaten lebten im Winterbiwak nördlich des Polarkreises ohne Anbindung an feste Unterkünfte, ohne fließend Wasser und Strom, aus ihrem Rucksack eng zusammen mit ihren Kameraden. Aufgrund des sehr trockenen, lockeren Schnees in Nordnorwegen war es nur sehr schwer möglich ein typisches Iglu als Unterkunft für die Soldaten zu bauen. Entsprechend musste hier auf Zweighütten oder Einmannzelte, die auf oder in den Schnee eingebracht werden, zurückgegriffen werden. „Der Kampfkrafterhalt stellte für meine Soldaten keine große Herausforderung dar. Entscheidender war, wie unsere Fahrzeuge, Funkgeräte und Waffen auf die große Kälte und den andauernden Einsatz anzupassen sind“, so Major Hofmann.

Der Stellungsbau für die Handfeuerwaffen und schweren Waffen standen zu Beginn auf den Ausbildungsplan. In der Vorbereitung wurde insbesondere auch Wert auf Maßnahmen zur Panzerabwehr gelegt. Die Panzerabwehr rückt im klassischen Verteidigungsszenario in den Fokus – somit auch bei der Übung Cold Response. Die Gebirgsjäger und Gebirgspioniere testeten in der Vorbereitungsphase unter arktischen Bedingungen bewährte Mittel zur Panzerabwehr, wie die Panzerfaust 3, Panzerabwehrrichtmine, Panzerabwehrverlegmine, das Panzerabwehrwaffe Milan und erstmalig das in der Einführung befindliche Panzerabwehrsystem MELLS.

Schneller Aufbau eines Milan-Systems zur Panzerabwehr war Teil der Ausbildung.

In der zweiten Phase des Biwaks stand besonders die Schulung der Kraftfahrer beim Fahren im hochwinterlichen, freien Gelände, abseits von Wegen und Straßen im Mittelpunkt. „Dies ist notwendig, da bei der Gefechtsübung Cold Response Straßen und Wegenetze aus taktischen Gründen nur eingeschränkt nutzbar sind“, so der Kompaniechef der 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232.

Die Gefechtsfahrzeuge wurden regelmäßig durch die 1. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232, die Versorgungs- und Unterstützungskompanie, im Gelände betankt.

Die Gefechtsübung Cold Response

Die 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 wurde zu Beginn der Übung dem norwegischen Patenbataillon aus Skjold unterstellt. Die Soldaten beider Bataillone sind gut aufeinander eingespielt, da sie bereits mehrfach miteinander übten.

Streife zu Fuß zur Sicherung des Verfügungsraumes.

Die Gefechtsübung begann planmäßig mit der Befehlsausgabe des norwegischen Bataillonskommandeurs an seine unterstellten Truppen. Die 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillon 232 verlegte daraufhin an die Fjorde von Sorreisa (Norwegen). Dort sollten sie unter anderem einer amphibischen Anlandung der gegnerischen Marineinfanterie entgegenstehen. Jedoch musste die Übung durch die rasche, weltweite Ausbreitung des Corona-Virus abgebrochen werden. Die Struber Jager fuhren daraufhin per Landmarsch zurück nach Narvik (Norwegen). „In den darauffolgenden Tagen standen die Bahnbeladung, Flugbuchungen und die Materialnachbereitung im Fokus“, so der Kompanieeinsatzoffizier der 1. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232, Hauptmann Ebel.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“

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