Bauarbeiten an B20 sollen früher starten

Nach Hangrutsch am Eisenrichter Berg: Bauamt macht Druck

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Bischofswiesen - Heftiger Regen war dafür verantwortlich, dass am Eisenrichter Berg Ende Juni ein Hang teilweise abgerutscht war. Jetzt sollen die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt werden.

UPDATE, 26. Juli, 6.45 Uhr - Bauamt macht Druck

Das staatliche Bauamt Traunstein möchte mit der Sanierung bereits Anfang August und nicht wie ursprünglich geplant erst Mitte August beginnen. Die Zeit dränge, denn es gäbe eine doppelte Gefahrensituation, hieß es. Es besteht eine Gefahr nicht nur für Autofahrer sondern auch für Zug-Passagiere. Die Bahnstrecke Freilassing - Berchtesgaden führt ebenfalls dicht an der Stelle vorbei, wo der Hang im Juni abgerutscht ist.

Der Plan für die Arbeiten sieht folgendermaßen aus: Anfang August wird zuerst der Hang abgetragen werden. Die Tiefbauarbeiten dauern bis etwa Mitte September. Anschließend folgen die eigentlichen Ingenieursarbeiten mit der Stützmauer, die den Hang auf lange Zeit sichern sollen. Mitte Dezember soll alles fertig sein. Die Kosten belaufen sich auf rund eine Million Euro.

Die Erstmeldung:

Nach heftigen Regenfällen war Ende Juni ein Stück der Fahrbahn der B20 am Eisenrichter Berg bei Bischofswiesen abgerutscht. Jetzt hat das Staatliche Bauamt Traunstein seine Pläne für eine Komplettsanierung der Fahrbahn bekanntgegeben. Ab Mitte August soll der rund 60 Meter lange Bereich grundlegend erneuert werden. Wie das Staatliche Bauamt Traunstein in einer Pressemitteilung bekannt gab, sei der Ausbau alternativlos. Aus Sicherheitsgründen könne "nur nach einer grundhaften Erneuerung der Verkehr auf der B20 wieder in beiden Fahrtrichtungen freigegeben werden. Geplant ist derzeit, dass die Bauarbeiten vor Einsetzen des Winters beendet werden.

Bisher ausgeführte Arbeiten: 

Nach erfolgter Erstsicherung mit ampelgeregelter halbseitiger Sperrung des talseitigen Fahrstreifens galt es zunächst, ein weiteres Abrutschen des Hanges und da- mit eine Gefährdung des Bahnbetriebes zu verhindern. Hierzu wurden 

  • das Sicherungsnetz von den Rutschmassen beräumt, 
  • die Entwässerung provisorisch umgebaut, um einen direkten Wassereintrag in den Straßenkörper zu unterbinden, 
  • der Rutschbereich freigelegt und durch Anker und Spritzbeton gesichert und 
  • der Absturzbereich durch Betonschutzwände abgesichert.

Bis Jahresende vorgesehene Arbeiten: 

In einem nächsten Schritt soll ab Mitte August die bereits ausgearbeitete Planung des StBA Traunstein umgesetzt werden. Nach teilweisem Abtrag des Straßenkörpers wird die Baustelle mit einer vernagelten Spritzbetonwand gesichert. Anschließend wird talseitig eine auf Mikropfählen gegründete Stützwand aus Stahlbeton mit aufgesetzter Fahrbahnkappe errichtet. Schließlich wird der Straßenkörper ein- schließlich der erforderlichen Entwässerungseinrichtungen wieder aufgebaut und mit einer neuen Fahrbahndecke versehen. Abschließend erfolgt noch die Ausstattung mit Schutzplanken, Geländer und Markierung.

Geplante Verkehrsführung während der Bauarbeiten 

Eine besondere Herausforderung stellt die Verkehrsführung während der Bauzeit dar, da mit 3,25 Meter verbleibender Fahrbahnbreite nur ein Fahrstreifen der B20 am Eisenrichter Berg zur Verfügung steht. Das Traunsteiner Straßenbauamt beabsichtigt daher eine Einbahnregelung für den Verkehr von Norden nach Süden einzurichten. Der Verkehr von Süden nach Norden soll über die B305 über Ramsau und Wachterl und weiter über die B21 Richtung Bad Reichenhall geführt werden. Die Ableitung erfolgt mittels Wechselverkehrszeichen über die Kreisstraße BGL 17 in Bischofswiesen bzw. am Kreisverkehr Stangenwald an der Einmündung der B20 in die B305.

Ein dauerhafter Ampelbetrieb mit wechselnden Verkehrsführungen am Eisenrichter Berg - wie derzeit vorhanden - ist während der Bauarbeiten nicht möglich, da es auf Grund der sehr beengten Verhältnisse bei der Andienung der Baustelle immer wieder zu punktuellen kurzen Vollsperrungen kommen wird. Die dadurch entstehenden Rückstauungen können in der Folgezeit nicht mehr spürbar abgebaut werden und würden zu langen Wartezeiten führen.

mh/Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein

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