Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Bischofswiesen

18 Fragen an Michael Sturm (Bündnis 90/Die Grünen)

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Will in Bischofswiesen Bürgermeister werden: Michael Sturm (Bündnis 90/Die Grünen).

Bischofswiesen - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Bischofswiesen wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Michael Sturm (Bündnis 90/Die Grünen).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Michael Sturm


2. Partei

Bündnis 90/Die Grünen

3. Alter

57

4. Wohnort

Bischofswiesen

5. Geburtsort

Berchtesgaden

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

2

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • Seit ca. 1986 Sympathisant der Grünen
  • Seit 1990 Mitglied der Grünen 
  • Seit ca. 1993 im Ortsvorstand, in wechselnden Positionen 
  • 1996 bis 2003 Grüner Gemeinderat in Schönau am Königssee 
  • 2014 bis jetzt Grüner Gemeinderat in Bischofswiesen

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Sepp Daxenberger

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Bischofswiesen ist es wert sich anzustrengen. Bischofswiesen wird häufig als Durchfahrtsort gesehen und stiefmütterlich behandelt, obwohl die Gemeinde mit seinen 6 Gnotschaften wesentlich mehr zu bieten hat. Beispielsweise den Mittelschulstandort, die Bundeswehr Kaserne, viele traditionsreiche Vereine und so manches touristisches Highlight. In Bischofswiesen schlummert weiterhin noch viel mehr Potential welches gefördert und ausgeprägt werden muss.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

In meinen Augen sind in den nächsten sechs Jahren in unserer Gemeinde richtungsweisende Entscheidungen zur treffen. Eine zukunftsfähige Infrastruktur ist essentiell um weiterhin Heimat von qualitativen Arbeitsplätzen zu sein und zu werden. Hinzu kommt die Schaffung von sinnvollem und bezahlbarem Wohnraum am richtigen Ort. Die Bewältigung dieser Herausforderungen setzt langjährige kommunalpolitische Erfahrung, Verhandlungsgeschick und Durchhaltevermögen voraus.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. – Albert Einstein

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die gleichzeitige Bewältigung der anstehenden Aufgaben.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Sinnvolle Nutzung von Wohnraum, damit das Ganghoferfeld landwirtschaftliche Wiese bleibt. Weiterentwicklung des Zentrums von Bischofswiesen. Erhaltung und Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze vor Ort. Ausbau von ÖPNV u. Rufbus für alle Ortsteile mit Bahnhaltepunkten in Winkl- Siedlung und Pfaffenfeld. Qualitätstourismus stärken.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Gemeinderat hat bereits das Areal Am Burgergraben in Bischofswiesen/Strub gekauft. Hier werden in den nächsten 3 Jahren ca. 60 Mietwohnungen im sozialen Wohnungsbau entstehen. Ebenso werden dort ca. 20 Eigentumswohnungen für Einheimische entstehen. Ich unterstütze auch die Erhöhung des Eigenkapitals des Wohnbauwerkes durch die Kommunen, damit dieses ebenfalls noch neue Mietwohnungen erstellen kann.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Klimaschutz ist mir als Grünen Politiker natürlich sehr wichtig. Die großen Entscheidungen dabei werden und müssen auf Landes- und Bundesebene und auch International getroffen werden. In Bischofswiesen will ich auf alle gemeindlichen Immobilien Solaranlagen anbringen. Damit auch die Bischofswieser Bürger bei der Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien mitmachen und davon profitieren können, die kein eigenes Dach für eine Photovoltaikanlage haben, möchte ich eine 25 %ige Förderung für sogenannte Balkon-Photovoltaikanlagen einführen. Als Zeichen für die Zukunft, das wir auch in Bischofswiesen für unseren Energiebedarf die Windkraft nicht völlig ausschließen dürfen will ich am Sportplatz Riedherrn eine Kleinwindkraftanlage erstellen. Aber wichtig beim Klimaschutz sind alle Entscheidungen in allen Bereichen! Beim Verkehr, beim Bauen, bei der Wärmeerzeugung usw.. So z.B. wo und wie Baue ich, Einfamilienhaus oder Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser. Bei Neubaugebieten –kann ich den Bedarf für das tägliche leben fußläufig erledigen oder brauche ich immer ein Verkehrsmittel. Ist in der Nähe ein Bahnhaltepunkt. Beim Verkehr, geht es in unserem ländlichen Raum nicht ohne Auto. Aber wie organisieren wir die Fortbewegungsmöglichkeiten für Menschen die keinen Führerschein/Auto haben (z.B. Schüler und Alte Menschen) dazu muss der ÖPNV zeitlich ausgeweitet und günstiger werden. Konkret unser Rufbus muss im ersten Schritt an den Wochenenden bis 3 Uhr früh zu ordern sein. Die Preise müssen gesenkt werden. Alle Schüler müssen mit Ihrer Schulbuskarte auch in den Ferien und auf allen Linien im Talkessel kostenlos fahren dürfen. Und in Zeiten des E-Bikes müssen wir neben den touristischen Radwegen auch „Radschnellwege“ installieren. Dazu könnte ich Ihnen noch viel schreiben, aber ich denke das reicht erst mal.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Wir haben hier, in den 5 Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels fast ausschließlich Grünland mit Milchviehhaltung in kleinbäuerlichen Strukturen. Die Bauern werden bereits von den Gemeinden mit der „Steilhangförderung“ unterstützt. Ebenso tragen die Gemeinden des Talkessels das Defizit des heimischen Schlachthofs. Uns sind die Bauern, nicht die Agrarindustrie, wichtig. Sie erzeugen unsere Lebensmittel. „Rettet die Bienen!“ war nur ein Auftakt. Jetzt gilt es den Weg weiterzugehen und zwar gemeinsam. Letztlich haben wir alle das gleiche Ziel. Ohne Arten- u. Umweltschutz entziehen wir uns unwiederbringlich unsere Lebensgrundlage. Dabei ist es uns Grünen ein besonderes Anliegen, dass unsere Landwirte endlich anständig für ihre Arbeit und ihren Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt entlohnt werden.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Mischen Sie sich ein! Demokratie lebt vom aktiven mitmachen. Erhalten und verbessern wir gemeinsam die Lebensgrundlagen unser Kinder und Enkel.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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