Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Bischofswiesen

18 Fragen an Josef Angerer (SPD)

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Bürgermeisterkandidat in Bischofswiesen: Josef Angerer (SPD).

Bischofswiesen - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Bischofswiesen wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Josef Angerer (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Josef Angerer


2. Partei

SPD

3. Alter

45

4. Wohnort

Bischofswiesen seit Geburt

5. Geburtsort

Bischofswiesen

6. Familienstand

verheirateet

7. Kinder

4 Töchter

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Seit der Jugend engagiere ich mich für die SPD. 2008 wurde ich erstmalig in den Gemeinderat gewählt und dann gleich zum 3. Bürgermeister. Vor sechs Jahren wurde ich sowohl in den Gemeinderat als auch in den Kreistag gewählt. In beiden Gremien wie auch in verschiedenen Fachausschüssen konnte ich meine Erfahrungen einbringen und mich mit allen wesentlichen kommunalpolitischen Fragestellungen beschäftigen.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Helmut Schmidt (Bundespolitisch)

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich bin in Bischofswiesen aufgewachsen, zur Schule gegangen, meine Berufsausbildung gemacht und einen Betrieb aufgebaut. Bischofswiesen ist meine Heimat. Ich bin bis auf den heutigen Tag aktiv im Trachtenverein GTEV „D’Watzmanner“ und war jahrelang Jugendleiter. Bischofswiesen hat ein herausragendes Gewerbe, viele Vereine, große ländlich geprägte Flächen, fünf ganz unterschiedliche Gemeindeteile (Gnotschaften) und ist umrahmt vom sagenumwobenen Untersberg und dem Lattengebirge. Wo soll es denn schöner sein?

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Der Richtige für den Bürgermeisterposten ist immer der, der seine Gemeinde mag und in ihren Besonderheiten kennt, der bereit ist, sich für andere einzusetzen und die Fähigkeit hat, nicht nur Gas zu geben, sondern auch mal Tempo rauszunehmen. Und was ganz wichtig ist: Du musst ein kommunikativer Mensch sein, der andere überzeugen kann, aber auch zur rechten Zeit Kompromisse eingehen kann. Das alles traue ich mir zu.

12.  Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Ich werde nie einen Gegenkandidaten schlecht reden. Wichtig ist die Weiterentwicklung der Gemeinde mit Augenmaß. Dabei lege ich größten Wert auf eine solide Finanzierung, damit sich kein zu hoher Schuldenberg anhäuft, der die kommende Generation belastet. Auch werde ich strikt darauf achten, ein Projekt nach dem anderen abzuarbeiten, damit weder die Verwaltung überfordert, noch der Haushaltsrahmen gesprengt wird.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Zu den größten Herausforderungen meiner Gemeinde zählt der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. In der Strub „Am Burgergraben“ entsteht in den kommenden Jahren in Zusammenarbeit mit dem Wohnbauwerk ein Wohnprojekt über gut 70 Wohnungen – die meisten öffentlich geförderte Mietwohnungen. Es muss aber auch die gemeindliche Infrastruktur erhalten bleiben, wie Kanalerneuerung, Trinkwasserversorgung, Gemeindestraßen und Geh- und Radwege. Das alles verschlingt riesige Summen und erfordert hohe Kredite. Hier gilt es bei jeder Maßnahme darauf zu achten, dass der Schuldenstand nicht die Gestaltungsmöglichkeiten der jungen Generation zu stark einengt.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Ich verspreche den Bürgerinnen und Bürgern eine ehrliche und offene Politik. Besonders wichtig ist es mir daher, kaufmännisch zu denken und den Haushaltsrahmen nicht zu sprengen. Als Sozialdemokrat liegen mir natürlich bestmögliche Betreuungsmöglichkeiten und eine zukunftsfitte Schule besonders am Herzen. Daher hat der Ausbau der Bischofswieser Schule zum zentralen Schulcampus absolute Priorität. Und weil das Recht auf Wohnen zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehört, müssen wir in landschafts- und ortsbildverträglicher Form ausreichend bezahlbaren Wohnraum schaffen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Kauf des Burgergrabens war eine gute Entscheidung, dadurch sind wir in diesem Bereich gut aufgestellt. Größere Bauausweisungen müssen in Zukunft grundsätzlich über die Gemeinde laufen, um der Spekulation vorzubeugen. Einheimischenmodelle für die Schaffung von Wohneigentum müssen für den Bürger noch bezahlbar bleiben. Beim Verkauf gemeindeeigener Flächen darf die Gemeinde natürlich keinen Gewinn abschöpfen, damit der Kaufpreis für junge Familien erschwinglich bleibt.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Klimaschutz geht uns alle an, auch die Gemeinde. Wir haben als SPD-Fraktion vor wenigen Monaten einen Antrag auf einen lückenlosen Ausbau des Radwegenetzes zusammen mit den Nachbargemeinden und in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis gestellt. Wir müssen daran arbeiten, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und dabei auch Randbezirke mit anschließen. Wir kämpfen für einen Halbstundentakt der BLB-Bahn und für eine Ausweitung des Rufbusses. Nichts dagegen bringt die plakative Ausrufung des Klimanotstandes.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Grundsätzlich handelt es sich hier um Landes- u. Bundespolitik und hat mit der Kommune wenig zu tun. Unsere Kleinbauern müssen in erster Linie die Folgen einer jahrzehntelangen falschen Agrarpolitik ausbaden, die auf immer größere Betriebe, immer ödere Monokulturen und immer stärkeren Pestizideinsatz gesetzt hat. Beispielsweise durch Steilhangprämien, den Schutz von Freiweideflächen, Ausgleichszahlungen für den Erhalt von Biotopen oder die touristische Unterstützung für den „Urlaub auf dem Bauernhof“ kann die Gemeinde sowohl den heimischen Bauern als auch der bedrohten Natur nachhaltig helfen. Die versprochene „Bauern-Milliarde“ allein wird weder die Bienen noch die Bauern retten.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Mir ist es besonders wichtig, dass sich Gemeindeämter, Landratsämter und andere als moderne Dienstleister betrachten. Dabei gilt es auch die Digitalisierung zu forcieren, um Wege zu ersparen, auch im Sinne des Umweltgedankens. Eine solche Dienstleistungsmentalität darf von den Bürgern eingefordert werden. Umgekehrt wünsche ich mir, dass sich auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für ihre Gemeinde engagieren, sei es über Vereine, über politisches Engagement oder über die Arbeit für sozial Bedürftige. Und ganz wichtig: „Geht bitte alle zum Wählen!“

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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