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Hochwasserschutz-Programm: Was lässt sich in unserer Region wie umsetzen?

Gemeinde Bischofswiesen: „Ist bei uns ein etwas komplizierteres Thema!“

 Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) brachte in Folge der Starkregenereignisse und damit einhergehender Überschwemmungen ein Förderprogramm für Hochwasserschutz in Kommunen auf den Weg. Doch was davon ist wie gut umsetzbar?
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 Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) brachte in Folge der Starkregenereignisse und damit einhergehender Überschwemmungen ein Förderprogramm für Hochwasserschutz in Kommunen auf den Weg. Doch was davon ist wie gut umsetzbar?

Bischofswiesen, Mühldorf am Inn und Reischach waren zuletzt von Überschwemmungen nach Starkregen betroffen. Zwischenzeitlich gab es nun ein Förderpaket des Umweltministeriums zum Hochwasserschutz. BGLand24.de hat sich erkundigt ob die darin vorgesehen Maßnahmen überall gleich umsetzbar sind.

Bischofswiesen/Mühldorf am Inn/Reischach - „Dort wo Versickerung möglich ist, versickern wir schon“, berichtet Rupert Walch, Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen gegenüber BGLand24.de. „Aber auf Grund der geographischen Lage ist das bei uns ein etwas komplizierteres Thema, als andernorts.“ Es gäbe teils auf kleinstem Raum sehr unterschiedliche geologische Verhältnisse. „Das ist sehr stark durch Gletscherablagerungen geprägt. Wir haben da beispielsweise Bereiche, wo relative mächtige Tiefschichten vorhanden sind. Andernorts ist der Untergrund Seeton, Haselgebirge oder Anhydrit. Da ist dann nur wenig oder gar keine Nutzung als Versickerungs- oder Ablauffläche möglich beziehungsweise Ausschwemmungen im Untergrund können sogar zu Absenkungen der Oberfläche führen!“

Unwetter in Bischofswiesen - der Tag danach

Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land)
Unwetterschäden in Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land). © cz

Dementsprechend sei also, zusammengefasst, die Schaffung von Versickerungs- und Ablaufflächen nicht überall in der Gemeinde die Lösung beim Hochwasserschutz. „Da bleiben dann zur Ableitung des Oberflächenwassers nur Lösungen wie beispielsweise die Ableitung über Kanäle.“ Böden, welche die enormen Wassermengen bei Starkregen nicht mehr aufnehmen konnten sorgten zuletzt für Überschwemmungen in Bischofswiesen, wie auch Juni Baudirektor Rainer Stemmer vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein im Interview berichtete (Plus-Artikel BGLand24.de). „Zum Hochwasserschutz gehören auch einfache, kostengünstige Maßnahmen mit großer Wirkung, das heißt beispielsweise im Zuge der Bauleitplanung bei Hochwasser abflusswirksame Bereiche nicht zu bebauen“, hatte Stemmer dabei ausgeführt.

Starkregen trifft Bischofswiesen, Mühldorf und Reischach im Juni stark - Lösungsvorschläge vom Umweltministerium

Den gesamten Juni diesen Jahres hindurch sorgten in ganz Bayern und speziell auch in der Region immer wieder Starkregen-Ereignisse für Land unter. Als erstes erwischte es am Samstag, den 5. Juni im Landkreis Altötting vor allem die Gemeinden Mehring (Plus-Artikel innsalzach24.de), Perach und Reischach (Plus-Artikel innsalzach24.de). Nur wenige Tage später kam es in Folge eines Unwetters zu Überschwemmungen in Bischofswiesen (Plus-Artikel BGLand24.de). Ende des Monates wurde dann, unter anderem, auch Mühldorf am Inn von Starkregen und damit einhergehendem Hochwasser erwischt.

Bilder vom Hagelsturm am 22. Juni über der Region Mühldorf, Waldkraiburg und Wasserburg

In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen. © Christian Mussnig
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen. © Christian Mussnig
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen. © Christian Mussnig
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen und Hagelschäden. © Christian Mussnig
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni.
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni. © Daniele Palazzo
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni.
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni. © Daniele Palazzo
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr.
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr. © Josef Enzinger
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr.
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr. © Josef Enzinger
Diese Unterführung in Mühldorf war überschwemmt. Ein Auto blieb stecken.
Diese Unterführung in Mühldorf war überschwemmt. Ein Auto blieb stecken. © Josef Enzinger
Bei diesem Carport in Mühldorf durchschlug der Hagel an unzähligen Stellen das Dach.
Bei diesem Carport in Mühldorf durchschlug der Hagel an unzähligen Stellen das Dach. © Josef Enzinger
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer

In der Folge rief Anfang Juli Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) Kommunen auf, sich bestmöglich auf Starkregenereignisse vorzubereiten. Hierzu setzte sein Ministerium auch ein Programm mit Beratungsmöglichkeiten und Fördermaßnahmen an. Ein Ansatz hierbei seien die sogenannten „Schwammstädte“. Konkret wird dabei beispielswiese vorgeschlagen, schon bei der Bauleitplanung Flächen für den Rückhalt und die Versickerung von Regenwasser festzusetzen, sowie Abflusswege für Starkregenereignisse freizuhalten. „Auch bei der Stadterneuerung kann durch neu angelegte abgesenkte Grünflächen die Starkregenvorsorge verbessert werden. Gleichzeitig helfen die Maßnahmen auch beim gegenläufigen Effekt des Klimawandels: Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen und beugen damit im Sommer zu großer Hitze in den Städten vor“, so das Ministerium.

Mühldorf am Inn und Reischach: Programme zum Hochwasserschutz laufen bereits

„Kurz und bündig kann ich dazu folgendes sagen: Die Gemeinde Reischach hat bereits vor vier Monaten mit den Programm ‚Sturzflutenrisikomanagement‘ begonnen. Diese Maßnahme wird von der Regierung bezuschusst und soll die Risiken ermitteln und Maßnahmen gegen sogenannte Sturzfluten infolge von Starkregens aufzeigen“, so Reischachs Bürgermeister Alfred Stockner (CSU und Unabhängige). „Nach der Genehmigung der Förderung wurde eine Ingenieurbüro mit der Aufgabe beauftragt. Leider ist das Konzept noch nicht vollständig wir brauchen noch ein paar Monate. Wir werden aber bestimmte Teilbereiche nun mit Nachdruck vorantreiben um baldmöglichst erste wirksame Sofortmaßnahmen an den kritischen Stellen umsetzen zu können.“

Reischachs Bürgermeister Alfred Stockner (CSU/Unabhängige).

„In enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt laufen gerade die Hochwasserschutzmaßnahmen am Inn und an der Isen. Bei der Isen hat es aufgrund einer Neubeurteilung durch den Bestand der A94 eine Umplanung gegeben. Am Inn werden die eingeleiteten baulichen Maßnahmen voraussichtlich bis Ende 2021 abgeschlossen sein“, teilt wiederum die Mühldorfer Stadtverwaltung mit. „Für den Grünbach und Teufelsgraben hat die Stadtverwaltung, gemeinsam mit der Gemeinde Polling, im Rahmen der Förderung durch den Freistaat Bayern eine Planung angestoßen.“ Derzeit seien die Überschwemmungsgrenzen ermittelt worden.

„Seit etwa 18 Jahren wird sämtliches Oberflächenwasser von privaten und auch von Straßenflächen dem Untergrund zugeführt und dadurch das Grundwasser angereichert“, so die Mühldorfer Stadtverwaltung weiter, „Somit wird ein maßgeblicher Teil der Grundprinzipien der ‚Schwammstadt‘ bereits praktiziert. Hier gilt es, weitere Gesichtspunkte wie temporärer Rückhalt in der Fläche, Verdunstung, Fassadenbegrünung und dergleichen weiter zu verfolgen.“

hs

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