Bischofswiesen: Kandidaten stellen sich vor

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Die Bischofswieser Bürgermeister-Kandidaten: Thomas Weber(CSU), Thomas Resch(FWG), Josef Angerer(SPD) und Josef Stangassinger (UBB) (v.l.n.r. und v.o.n.u.)
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Bischofswiesen - Knapp einen Monat vor der Kommunalwahl beziehen die einzelnen Kandidaten Stellung. BGLand24 hat in Bischofswiesen nachgefragt, was gut läuft oder verbessert werden könnte.

Die Kandidaten:

Thomas Weber, CSU: 47 Jahre, verheiratet, zwei Töchter, Elektrotechnik Diplom Ingenieur (FH), Kundenberater (Accountmanager) bei T-Systems mit Büro in Bischofswiesen.

Josef Angerer, SPD: 39 Jahre, verheiratet, vier Töchter, gelernter Maurer und Fliesenleger, seit 2012 selbstständig.

Thomas Resch, FWG: 43 Jahre, verheiratet, ein Kind, gelernter Zimmermann, seit 2003 selbstständiger Fischwirt im landwirtschaftlichen Familienbetrieb.

Josef Stangassinger, UBB: 47 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, gelernter Maurer, Vorarbeiter.

Was läuft gut in Bischofswiesen?

Weber: In den letzten Jahren hat die Gemeinde sehr viel investiert (z.B. energetische Sanierung der Schule, Sanierung der Turnhallen, Neubau des Feuerwehrhauses, ...) und dennoch einen stabilen Haushalt geschaffen. Das Gewerbegebiet am Pfaffenfeld konnte komplett verkauft werden und ist eine hervorragende Basis für die Gewerbebetriebe in Bischofswiesen.

Hier geht's zu den Gemeinderatslisten für Bischofswiesen!

Grundsätzlich kann Bischofswiesen auf einen soliden Haushaltsplan aufsetzen. Durch den verstärkten Wohnungsbau können Familien, gerade junge Familien mit Kindern, ihren Wohnsitz in Bischofswiesen halten, bzw. es konnten einige Familien nach Bischofswiesen umziehen. Das hat auch positive Auswirkungen auf den Schulstandort!

Der Kindergarten Insula wurde mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Bischofswiesen neu aufgebaut und ist ein Schmuckstück! Neben der Jugendarbeit – welche bereits mehrere Jahre gut läuft – wurde nun auch das Seniorennetz BGL ins Leben gerufen. Eine ebenfalls gemeindeübergreifende Aktion der fünf Gemeinden. Bürgermeister Toni Altkofer hat für dieses Projekt „den Hut auf“.

Angerer: Bischofswiesen hat gute Voraussetzungen, sich wirtschaftlich und touristisch weiterzuentwickeln. Die besten Ideen dazu entstehen im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Bischofswieser Vereinen, den Landwirten, den Vermietern, den Gewerbetreibenden und den Umweltverbänden.

Resch: Die Freien Wähler haben unter Bürgermeister Toni Altkofer in den letzten sechs Jahren einige Erfolge zu verzeichnen gehabt, in Sachen Kinderbetreuung etwa ist die Gemeinde zum Vorreiter geworden. Diese erfolgreiche Arbeit möchte ich gerne fortführen.

Stangassinger: Die Gemeinde präsentiert sich als Eingang in den Berchtesgadener Talkessel mit geschmackvollen Blumenarrangements. Landwirtschaftliche Flächen sind die Existenzgrundlage unserer kleinbäuerlichen Betriebe. Ehrenamtliches Wirken in den verschiedenen Vereinen und Verbänden sichert die Zukunft unserer Heimatgemeinde.

Was würden Sie ändern?

Weber: Ein grundsätzliches Thema ist die Optimierung der Zusammenarbeit. Dazu sollen konkrete Spielregeln eingeführt werden. Mein Ziel ist immer, eine gemeinsame Lösung zu finden, manchmal mit Kompromissen, aber immer nur zum Wohle der Gemeinde Bischofswiesen. Entscheidungen müssen immer nachvollziehbar und transparent sein. In der Kommunalpolitik darf die Partei nur eine untergeordnete Rolle einnehmen. Der Gemeinderat ist ein „Ratsgremium“ der die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Bischofswiesen zu vertreten hat. Und zum Wohle der Gemeinde Bischofswiesen arbeitet.

Thomas Weber

Die Einzigartigkeit unserer wertvollen Landschaft muss erhalten bleiben. Bauen ja, aber nur mit dem notwendigen Maß an Erfordernissen und immer unter den ökologischen Gesichtspunkten. „Verantwortungsvoll in(für) die Zukunft bauen“. Die Gewerbebetriebe sind eines der wichtigsten Standbeine unserer Gemeinde. Wir müssen daher weiter dafür sorge Tragen, dass auch in Zukunft die Gewerbebetriebe in Bischofswiesen bleiben können – auch wenn sie expandieren.

Der Bahnhof Bischofswiesen ist in einem schlechten Zustand. Dafür muss in Abstimmung mit der Bahn eine Lösung gefunden werden. Der Parallelbetrieb Bahn und Bus muss optimiert werden. Das bestehende Streckennetz im öffentlichen Nahverkehr muss gestärkt und ausgebaut werden. Zusätzlich müssen weitere Ortsteile und Naherholungsgebiete angebunden werden.

Bischofswiesen hat ein gutes Angebot an Freizeitgestaltungen (z.B. Freibad, Kletterhalle, Wanderwege, Langlaufloipen, Skilifte usw.) Für die Jugend brauchen wir aber weitere Attraktionen, die der heutigen Zeit entsprechen. In Zukunft wird die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit noch wichtiger. Speziell bei den Themen Tourismus (dazu zählen auch unsere Hotelprojekte), Gewerbe, Landwirtschaft und Sport ist eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich. Zum Wohle von Bischofswiesen und zum Wohle unseres Berchtesgadener Land – dafür setze ich mich ein.

Angerer: Ich will eine Gemeindentwicklung mit Augenmaß mit den Bürgern, für die Bürger und nicht für die Geschäftsinteressen Einzelner verwirklichen. Das heißt: Mitspracherecht der Bürger fördern, regelmäßige Bürgermeistersprechstunden und Bürgerversammlungen. Offene, transparente Bürgerpolitik, von Bürger zu Bürger - Mitmachen erwünscht! Förderung und Unterstützung der Ehrenämter, regelmäßige Gesprächsrunden mit den Ortsvereinen.

Josef Angerer

Der Jugend eine Stimme geben, Jugendsprechstunden und Gründung eines Jugendsenats. Förderung von unseren Schulen und Kindertagesstätten, zusätzliche Betreuungsangebote, z. B. Hortausbau für Grund- und Mittelschüler.

Ein faires Miteinander im Gemeinderat, zum Wohl der Gemeinde - jede Meinung zählt! Keine Parteizwänge, die Gemeinde steht im Vordergrund und die besseren Argumente zählen. Nur die Gemeinde zählt, nicht die Einzelinteressen, keine Chance der „Freinderl-Wirtschaft“.

Zusammenarbeit mit den anderen vier Gemeinden Interessen bündeln, Ressourcen sparen und fördern, den Talkessel stärken. Eine Gemeindeentwicklung mit Augenmaß, keine weitere Flächenversiegelung im Außenbereich, dafür Ortskerngestaltung und Innenbereichsverdichtung.

Unsere Naturschönheiten erhalten und pflegen. Zusammenarbeit mit Landwirten und dem Gastgewerbe.

Resch: Eines der Probleme, die mich umtreiben, ist die Zersiedelung unserer Gemeinde. Mir ist es wichtig, die klassische Landwirtschaft zu erhalten und zu unterstützen. Außerdem möchte ich verhindern, dass die Straßenausbausatzung in Bischofswiesen zur Anwendung kommt. Sie wird den Bürgern massive Kosten bescheren. Versprechen kann ich aber diesbezüglich nichts, da die Haushaltslage angespannt ist.

Weitere Themen sind: Sanierung des Haushaltes, keine Belastung für kommende Generationen. Verbesserte Pflege des Straßennetzes, da sonst die Folgekosten ungleich höher werden.

Thomas Resch

Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft im gesamten Talkessel. Schaffung einer Dachmarke zur Vermarktung ganz Berchtesgadens. Verbindung des Wanderwegenetzes der fünf Gemeinden zu einem großen Watzmannweg mit Varianten für Familien und Sportler. Winterwanderwege zur Stärkung der Nebensaison. Talkessel als Region des sanften Tourismus etablieren.

Qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze. Stärkung des Ehrenamtes, der Vereins- und Jugendarbeit, Sicherung des Schulstandortes.

Stangassinger: Das Allgemeinwohl muss vor Einzelinteressen sehen – Parteiunabhängig. Transparenz und Bürgerbeteiligung müssen bei der Ortsentwicklung im Vordergrund stehen. Ich will ein zukunftsfähiges Bischofswiesen nach den Grundsätzen der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit vorantreiben.

Josef Stangassinger

Mit den Haushalsmitteln muss verantwortungsbewusst umgegangen werden. Deshalb bin ich gegen die Veräußerung von Gemeindeeigentum - wie z.B. Wohnungen im Uhlmühlweg und Göllstraße - der Erlös daraus ist nur einmalig.

Das örtliche Erscheinungsbild bedarf dringend einer Verbesserung. Gleichzeitig muss mit unserer Kulturlandschaft verantwortungsvoll umgegangen werden.

Die Gemeinde sollte aus meiner Sicht als Energieerzeuger durch Fotovoltaik auf vorhandenen Dächern auftreten, statt Verbauung und Trockenlegung unserer letzten frei fließenden Gewässer befürworten.

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