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Gemeinde Bischofswiesen: Eigentümer will Hotel-Projekt umsetzen

Kurklinik? Nein, danke – Unternehmer Bartl Wimmer erteilt Kaufgerüchten Absage

Steht seit 1996 leer: die ehemalige Kurklinik Stanggaß.
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Steht seit 1996 leer: die ehemalige Kurklinik Stanggaß.

Dem Gerücht, der Berchtesgadener Unternehmer Bartl Wimmer könnte auch die ehemalige Kurklinik Stanggaß kaufen, hat der 61-jährige Mediziner eine Absage erteilt. Die seit 1996 leer stehende, zuletzt als Rehabilitationsklinik genutzte Örtlichkeit - einst von Adolf Hilter in Auftrag gegeben - und später als Wehrmachtslazarett genutzt, hat schon mehrere Eigentümerwechsel hinter sich. Wimmer habe daran aber kein Interesse, wie er nun sagte.

Bischofswiesen – Die gesamte Anlage liegt seit Jahren brach und verwahrlost. Die ehemaligen Eigentümer rund um den österreichischen Bauunternehmer Martin Harlander hatten vor einigen Jahren einen großen Bauzaun um das Areal ziehen und die Anlage videoüberwachen lassen. Nachdem dort regelmäßig Partys veranstaltet wurden und das einstige NS-Gebäude als sogenannter Lost Place aufgesucht worden war.

Wer im Internet danach sucht, stößt schnell auf Ergebnisse. Zahllose Bilder des Hauses geistern im Netz umher, es gibt viele Blog-Einträge und Erfahrungsberichte. Einmal hatte ein Besucher dort mit echter Munition im Gebäude geschossen. An einem anderen Tag wurde ein Brand gelegt. Heutzutage gibt es über ungebetene Gäste keine Beschwerden mehr aus der Nachbarschaft.

Doch was passiert mit dem Haus, das von 1945 bis 1973 als „Versehrtenkrankenhaus“ für Lungenkranke in Betrieb war? Mittlerweile gibt es einen neuen Eigentümer. Das österreichische Unternehmer-Konsortium hat schon seit längerem verkauft. „Wir stehen in regelmäßigem Abstand in Kontakt mit dem Eigentümer des Grundstücks“, bestätigt Rupert Walch. Zuletzt war das vor rund zwei Wochen der Fall. Der Eigentümer plane nach wie vor, auf dem Areal ein Hotel zu errichten. „Nach eigener Aussage ist er auch nicht bereit, das Grundstück zu verkaufen”, sagt Geschäftsleiter Walch. 

In der Vergangenheit wurde das Haus immer wieder für verbotene Partys genutzt. Unter Lost-Places-Anhängern war das Areal bekannt - bis ein Bauzaun installiert wurde.

Auch über eine andere Nutzung war bereits laut nachgedacht worden: Planspiele der örtlichen Grünen im Berchtesgadener Talkessel basierten darauf, dass sich mehrere Gemeinden zusammentun, das Grundstück erwerben und dort eine Wohnbebauung ermöglichen könnten. Der Gemeindeverwaltung von Bischofswiesen ist die Idee bekannt, abgestimmt wurde diese aber nicht weiter. Ein entsprechender Antrag sei nie gestellt worden, demnach erfolgte auch keine Behandlung im Gemeinderat. „Meines Wissens gibt es auch auf politischer Ebene keine diesbezüglichen Absprachen zwischen den Gemeinden“, sagt Walch. Weil der Eigentümer weiterhin an der Realisierung eines Hotels festhält, sind Erfolgsaussichten auf Umsetzung einer Wohnbebauung sowieso gering.

Die Villa Askania, direktes Nachbargebäude der Kurklinik Stanggaß, das unter Denkmalschutz steht, hatte Unternehmer Bartl Wimmer im vergangenen Jahr erworben. Das Gebäude hat ebenfalls eine NS-Vergangenheit. Anfang der 1940er-Jahre fand ein „Pflichtverkauf“ an die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt statt, das Haus wurde als Personalwohnheim der Kinderlandverschickung genutzt, ehe es 1945 als NS-Vermögen in den Besitz des Freistaates Bayern überging. Zuletzt lebte in der Villa der Psychoanalytiker Bert Hellinger. 

Wimmer will das Gebäude mit über 900 Quadratmeter Nutzfläche in den Hotelbetrieb seines im vergangenen Jahr eröffneten Kulturhofes Stanggaß einbinden, dort zusätzliche Zimmer zur Verfügung stellen. Dazu ist es nötig, das laut Denkmalliste als Landhaus bezeichnete Anwesen zur Nutzung als Hotel umzuwidmen. „Wir befinden uns in Abstimmungsgesprächen mit den Behörden“, sagt Wimmer, ohne auf Details einzugehen. In ein weiteres ungenutztes Nebengebäude der Villa sollen in Zukunft „Personalwohnungen oder Mietwohnungen“ entstehen, sagt er auf Anfrage. „Das muss aber alles erst genehmigt werden“, so Wimmer. Derzeit beschäftigt den Geschäftsmann vor allem die Klinik Schönsicht in fußläufiger Nähe. Diese hatte er kürzlich erworben (worüber BGLand24.de ausführlich berichtet hatte) und einen Verwaltungsleiter angestellt. 

kp

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