Noch gibt es Widerstand in Bischofswiesen

"Landing Bag": Riesen-Luftkissen soll Snowboarder an die Weltspitze bringen

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Solche Sprüngen sollen künftig auch im Sommer am Götschen möglich sein.

Bischofswiesen - Snowboard Germany will zusammen mit dem Deutschen Skiverband (DSV) ein Landing Bag am Götschen verwirklichen. Noch gibt es kleine Widerstände.

20 bis 25 Meter breit, 55 Meter lang und 1,5 Meter ist das geplante Landing Bag. Dabei handelt es sich um ein Trainingsgerät zum Erlernen von Tricks und Sprüngen in den Snowboard- und Skifreestyle Disziplinen. Ein Luftkissen im Aufsprung-Bereich federt die Landung im Falle eines Sturzes ab. Das Verletzungsrisiko wird minimiert.


"Mit einem Landing Bag können wir unseren Athletinnen und Athleten ganzjährig beste Trainingsvoraussetzungen bieten und damit die Basis für zukünftige sportliche Erfolge in den jungen olympischen Disziplinen Slopestyle und Big Air schaffen", heißt es von Seiten Snowboard Germany.


Freestyle-Bundestrainer Michael Dammert führt es gegenüber BGLand24.de konkreter aus: „Weltspitzen-Niveau ist inzwischen nur noch mit Airbagtraining zu erreichen. Mit dem Landing Bag am Götschen können wir die noch existierende strukturelle Lücke zu anderen Nationen schließen. Wir haben eine junge dynamische Mannschaft aufgebaut, die auf dem Weg in die Weltspitze ist und teilweise auch bereits in der erweiterten Weltspitze angekommen ist."

Landing Bag am Götschen: Wer zahlt und haftet?

Dafür müssten am Götschen für circa 1,3 Millionen Euro eine Anfahrtsrampe (In-Run), einen Absprung (Kicker) und das Landing-Bag als Landezone gebaut werden. Die Kosten tragen zu 80 Prozent Bund und Länder, die restlichen 20 Prozent die Verbände Snowboard Germany und der Deutsche Skiverband. "Für die Anlage dürfen keine Kosten bei der Gemeinde verbleiben", betonte Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Die Kosten sind aber für die Gemeinderäte nicht das Hauptproblem. Der Götschen gehört zum Freiweidegebiet. Was ist, wenn eine Kuh einen Schaden an dem Landing Bag anrichtet? Wer haftet? Für Thomas Weber klar die betreibenden Verbände. Vereinbart ist aber noch nichts. "Der Termin mit den Freiweideberechtigten steht", erklärt Bischofswiesens Geschäftsleiter Ruppert Walch gegenüber BGLand24.de. "Der Grundstückseigentümer hat schon eine Erklärung abgegeben, dass es von seiner Seite aus möglich wäre."

Auch der Gemeinderat hat sich grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen. Die entsprechenden Förderungen sollen beantragt werden. Doch muss die Anlage wirklich ganzjährig betrieben werden? Eine konkrete Antwort darauf gibt es noch nicht, aber der Freestyle-Bundestrainer erklärt: "Um neue Sprünge und Tricks zu lernen, gehen wir methodisch mit einer Dreierfolge vor: Trampolin, Landing Bag, Schnee. Ein Landing Bag ist wichtig, weil es Sicherheit im Trainingsalltag bietet und unsere Athletinnen und Athleten bestmöglich auf die Umsetzung neugelernter Tricks im Schnee vorbereitet."

Snowboard-Kompetenzzentrum am Götschen

Der Standort Götschen wäre dafür ideal. "Am Bundesstützpunkt Götschen/Bischofswiesen haben wir unsere Sportler/innen, sowohl im Spitzen- als auch im Nachwuchsleistungssport zentralisiert. Ebenso rekrutieren wir über die gute Vereinsarbeit des WSV Bischofswiesen und im gesamten Talkessel Berchtesgaden einen wichtigen Teil unserer zukünftigen Landes- und Bundeskaderathleten", ist die eine Begründung von Snowboard Germany.

Außerdem stehe der Standort Götschen/Bischofswiesen als Kompetenzzentrum von Snowboard Germany im Fokus der infrastrukturellen Entwicklung für  den Snowboardsport. Nach der bereits bestehenden Trampolinhalle und dem Skatepark am CJD wäre das Landing Bag ein weiterer wichtiger Schritt, um hier die besten Trainingsvoraussetzungen Deutschlands für die Sportler/innen zu garantieren.

Verbandssprecherin Constanze Wagner betont noch einmal: "Für uns hat dieses Projekt einen hohen Stellenwert. Deshalb ist es uns ein Anliegen, über einen offenen Dialog die entsprechende Akzeptanz und Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Es liegt uns am Herzen, das starke gesellschaftliche und integrative Potential dieses Sports zu nutzen, um den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Region einen Mehrwert zu schaffen."

Eine endgültige Entscheidung könnte bereits in der März-Sitzung des Bischofswieser Gemeinderates fallen. Dann könnte das Landing Bag kommendes Jahr realisiert werden.

cz

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