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„Es fehlt das, was das Schulleben schön macht“

Schule am Limit - Bischofswiesens Rektorin Daniela Frank klagt aber nicht

Daniela Frank, Rektorin, Grundschule Bischofswiesen
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De Rektorin der Grundschule Bischofswiesen, Daniela Frank, ist unglaublich stolz auf ihr Team.

Laut Bayerischem Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fehlen rund 4000 Lehrkräfte an Grund-, Mittel- und Förderschulen. In Bischofswiesen bekommt das Grundschulrektorin Daniela Frank extrem zu spüren. Warum es trotzdem geht und was die Lehrkräfte antreibt verrät sie BGLand24.de.

Bischofswiesen - Bildung muss Chefsache werden, hat die BLLV-Verbandspräsidentin Simone Fleischmann, noch vor Beginn des neuen Schuljahres gefordert. Ausfallender Unterricht, gestrichene Stunden, kein Wahlprogramm, ein Schulalltag der nicht im Sinne von Fleischmann und auch nicht im Sinne von Daniela Frank ist. Die Rektorin der Bischofswieser Grundschule blickt mit Sorge auf das, was noch kommt.

Lehrermangel auch in der Region - Pflichtunterricht in Bischofswiesen gewährleistet

„Wir konnten alle Stunden im Pflichtunterricht besetzten“, kann sie vier Wochen nach Schulbeginn verkünden. Das gilt auch für die Mittelschulen in Bischofswiesen und Berchtesgaden. Deren Leitung hat Frank am Ende des vergangenen Schuljahres kommissarisch mit übernommen. „Es ist viel Arbeit, aber ich habe ein super Team an beiden Schulen. Ich stehe definitiv nicht alleine da.“

Dennoch ist es eine große Herausforderung. Vor allem da sowohl die Rektorenstelle in Berchtesgaden als auch die Konrektorenstelle in Bischofswiesen noch nicht einmal ausgeschrieben sind. „Zum 31.12.2022 endet der vierjährige Zeitraum der regulären dienstlichen Beurteilungsphase für Lehrkräfte. Lehrkräfte und Schulleitungen erhalten die dienstlichen Beurteilungen im Januar 2023. Um dem verfassungsrechtlichen Gebot der Bestenauslese (Art. 33 Abs. 2 des Grundgesetzes) zu genügen und damit sich alle Interessierte mit aktuellen Beurteilungen bewerben können, findet die erste Ausschreibung von freien Schulleitungsstellen zum Schuljahr 2022/2023 daher grundsätzlich erst im Februar 2023 statt“, heißt es von Seiten der Regierung von Oberbayern.

Dieses Schuljahr bleibt die Arbeit also an Daniela Frank und ihrem Team hängen. Die hat dazu eine klare Haltung: „Es ist wichtig, dass man den Kindern etwas mitgibt, wenn man das aber nicht mehr richtig schafft, ist das für die Berufszufriedenheit nicht gut.“ Der Verwaltungsaufwand hat auch in Schulen immer mehr zugenommen. Außerdem lässt das Pflichtprogramm nicht mal mehr Luft zum Atmen.

Bei Krankheit fällt der Unterricht aus - Lehrermangel auch in Bischofswiesen spürbar

„Wir haben alles ausgeschöpft, um den Pflichtunterricht möglich zu machen. Wenn jetzt jemand krank wird, lässt es sich nicht vermeiden, dass Unterricht ausfallen muss“, bedauert die Rektorin. Und nicht nur das: „Ob Förderkurse oder Arbeitsgemeinschaften wie Theater oder Chor haben keinen Platz mehr. Es fehlt das, was das Schulleben schön macht.“

Eine Tatsache, die die Bischofswieserin nachdenklich stimmt. Im Grundschulbereich scheine es wieder mehr Studenten zu geben, doch für die Mittelschule gelte das nicht. Auch wenn das Kultusministerium jetzt Fachlehrer zum Beispiel aus dem Technikbereich für den Unterricht bekommen konnte, für die Zukunft ist das nicht ausreichend.

„Das bildungspolitische Streichkonzert greift auch die Kernbereiche des Unterrichts und die grundlegenden Strukturen der schulischen Bildung an“, kritisierte BLLV-Verbandspräsidentin Simone Fleischmann in diesem Zusammenhang. Diese Maßnahmen gingen zuerst auf Kosten der Schwächsten, „und das, obwohl wir schon so viele Defizite in unterschiedlichsten Bereichen bei den Kindern und Jugendlichen aus den beiden Corona-Jahren auffangen müssen“, sagte Fleischmann der dpa.

„Wir schaffen das gemeinsam“ - Schulterschluss an Bischofswieser Schulen

Während Daniela Frank so gut es geht die Leitungsdefizite in Bischofswiesen und Berchtesgaden auffängt, macht das die Schulleiterin der Grundschule Berchtesgaden, Rektorin Irmela Leubner, an der Grundschule Marktschellenberg. Auch sie leitet eine zweite Schule kommissarisch mit. Ansonsten seien alle Lehrerstellen im Bereich des Pflichtunterrichts an Grund- und Mittelschulen im Schulamtsbezirk Berchtesgadener Land besetzt, so eine Sprecherin des Landratsamtes Berchtesgadener Land.

Eine Situation, die bei den Lehrkräften vor Ort etwas besonders ausgelöst hat, weswegen Daniela Frank auch gar nicht klagen will. „Der Teamgeist, der bei uns vorherrscht ist wie ein Schulterschluss“, freut sich die Bischofswieser Rektorin. „Wir schaffen das gemeinsam.“ Ein Motto, das vor allem den 180 Grundschülern und 320 Mittelschülern in Bischofswiesen und Berchtesgaden zu Gute kommt.

cz

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