Einzig Gabionen verhindern weiteres Abrutschen 

Hangrutsch am Eisenrichter Berg erfordert halbseitige Sperrung der B20

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Bischofswiesen - Heftiger Regen war dafür verantwortlich, dass am Eisenrichterberg ein Hang teilweise abgerutscht war. Der Verkehr auf der Bundesstraße 20 wird nun mit einer Ampelschaltung geregelt.

Auf rund 20 Metern ist am Eisenrichterberg ein Teil des Hanges abgerutscht. Dadurch wurde der Untergrund, auf dem auch die Leitplanke steht, stark beschädigt. Es droht Gefahr, dass weitere Teile des Hanges abrutschen, heißt es beim Staatlichen Bauamt Traunstein. Daher muss auf nicht absehbare Zeit der Verkehr per Ampelschaltung geregelt werden, damit der hangseitige Straßenbereich auf einer Länge von rund 100 Metern nicht zusätzlich belastet wird. 


Beim Staatlichen Bauamt plant man, eine Betongleitwand zu errichten, ebenso denkt man darüber nach, den Hang mit Beton auszuspritzen. Der Eisenrichterberg soll in mittelbarer Zukunft einer größeren Maßnahme unterzogen werden. Das Projekt ist schon seit Längerem bekannt. Im schlimmsten Fall wäre sowohl die B20 als auch der Schienenverkehr nicht mehr einsatzbereit. Über ein detailliertes Vorgehen soll zu einem späteren Zeitpunkt informiert werden. 

Fpk


Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein

Nach Begehung durch Mitarbeiter des StBA Traunstein und eines externen Gutachters wurde festgestellt, dass eine zum Zweck der Hangsicherung bestehende Steinschlichtung, die bereits mit einem Drahtgeflecht überspannt war, auf eine Länge von rund 15-20 Metern abgerutscht ist. 

Dies führte dazu, dass die bisher den Verkehrsraum sichernde Schutzplanke mit ihren vier Pfosten vollständig freigelegt wurde und ihre Rückhaltefunktion nicht mehr erfüllen kann. Die abgerutschte bzw. abgesackte Böschungsschulter wurde dabei teilweise unterhöhlt, so dass eine Stützwirkung nicht mehr gegeben ist. 

Ein weiteres Abrutschen von Material unterhalb der Fahrbahn wird derzeit voraussichtlich nur durch eine überschüttete Gabionenkonstruktion unterhalb der Fahrbahn verhindert. Sie wurde durch den Hangrutsch teilweise freigelegt. Ein Nachbrechen der Randbereiche ist somit jederzeit möglich und könnte sich auch auf die angrenzenden Bereiche ausdehnen.

Es ist davon auszugehen, dass das aktuelle Ereignis durch einen Starkniederschlag in der vorangegangenen Nacht ausgelöst wurde. Durch den erhöhten Wassereintrag in die Böschung wurde der Hang instabil und führte somit zum Versagen der Böschung.

Sofortiges Vorgehen

Die Sicherheitslage erforderte ein sofortiges Eingreifen der Straßenbauverwaltung. Vor Ort wurden daher folgende Maßnahmen festgelegt:

  • Der talseitige Fahrstreifen wurde sofort gesperrt. 
  • Hierzu wurde von der Straßenmeisterei Bischofswiesen unverzüglich eine etwa 100 Meter lange halbseitige Verkehrsführung mit Lichtsignalanlage eingerichtet. 
  • Um das anfallende Straßenwasser vor dem Abrissgebiet abzuleiten, wurden mit Kaltmischgut vor der Hangrutschung an zwei Stellen kleine Schwellen erstellt. 
  • Die Rutschungsstelle wird von der Straßenmeisterei Bischofswiesen 2 Mal am Tag auf Veränderungen kontrolliert und das Ergebnis protokolliert.

    Weiteres geplantes Vorgehen:

  • Zur Absicherung des Straßenverkehrs ist geplant, eine Betongleitwand im Gefahrenbereich aufzustellen. 
  • Nach einer geologischen Einschätzung der Gesamtsituation wird vom beauftragten Gutachter des Bauamtes ein Sofortsicherungskonzept erstellt. 
  • Das Konzept ist in einem nächsten Schritt mit der Bahn abzustimmen, um die für den Bahnbetrieb einhergehenden Gefahren abzuschätzen. 
  • Das StBA Traunstein versucht die erforderlichen Sofortsicherungen (vsl. Anker und Spritzbetonarbeiten) mit einer verfügbaren Firma möglichst kommende Woche bereits auszuführen und somit Gefahren für den Bahnbetrieb auszuschließen. 


    Welche Maßnahmen zur nachhaltigen Sanierung des Eisenrichterbergs erforderlich werden und wann die halbseitige Verkehrsführung aufgehoben werden kann, ist vom Gutachten des beauftragten Fachbüros abhängig und kann daher derzeit nicht belastbar vorausgesagt werden. Nach Einschätzung des StBA Traunstein wird eine Sanierung jedoch nur mit sehr hohem Aufwand möglich sein.

    Für die grundhafte Erneuerung des Eisenrichter Bergs liegt bereits eine weitgehend ausgearbeitete Planung vor, die eine Erneuerung der Stützkonstruktionen und der Fahrbahn in mehreren Abschnitten vorsieht. Ob darauf aufbauend die Gefahrenstelle saniert werden kann wird in den nächsten Wochen zu klären sein.

Das Staatliche Bauamt Traunstein bittet die Verkehrsteilnehmer für die unvermeidbaren Behinderungen um Verständnis.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein

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