Pressemeldung IHK für München und Oberbayern

Flächenmanagement fordert Gemeinden enorm heraus

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Bürgermeister Weber erläutert das Flächenmanagement in seiner Gemeinde Bischofswiesen, Sitzung des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land, 23. Mai, bei der Firma Heitauer in Bischofswiesen.

Bischofswiesen - Über 8.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen machen das Berchtesgadener Land zu einem starken und attraktiven Wirtschaftsstandort.

"Geht es unserer Wirtschaft gut, schafft sie nicht nur Wohlstand und Arbeitsplätze, sondern braucht auch Erweiterungsmöglichkeiten. Neue Mitarbeiter sind auf Wohnraum angewiesen und bestehende Infrastruktur muss mitwachsen können", eröffnete Josef Frauenlob, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land, dessen Sitzung bei der Firma Heitauer in Bischofwiesen. Im Fokus stand die Flächennutzung im Landkreis.

Äußerst kontraproduktiv würde sich eine starre Obergrenze für die Kommunen bei der Flächenumnutzung auswirken. Dringend notwendige Wohnbau- oder Infrastrukturprojekte blieben auf der Strecke, stünden allen bayerischen Gemeinden zusammengenommen nur noch fünf Hektar am Tag zur Verfügung, erläuterte Robert Obermeier, Chef-Volkswirt der IHK für München und Oberbayern. Die IHK werde sich daher in die weitere Debatte um die Flächennutzung im Freistaat einmischen und die Forderungen der Wirtschaft klar formulieren. "Der sorgsame und effiziente Umgang mit Flächen ist absolut im Sinn der Unternehmen. Einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit lehnen wir jedoch ab", so Obermeier.

Wie sehr eine Obergrenze die schwierige Situation in den Gemeinden belasten würde, führte Thomas Weber, Bürgermeister der Gemeinde Bischofswiesen vor Augen. Weber gab einen Einblick in das kommunale Flächenmanagement und laufende Projekte einer Gemeinde, die stark auf Gewerbe und Wohnen ausgerichtet ist. Er ließ zum einen die Entwicklung der bestehenden Gewerbegebiete wie Pfaffenwinkel I und II Revue passieren. Am Beispiel Stangenfeld skizzierte er zum anderen das Spannungsfeld, wenn Gewerbe und Wohnen sich in alten Gewerbegebieten immer mehr vermischen.

Gleichzeitig verfolge Bischofswiesen die Strategie, so Weber, dass Gewerbetreibende aus dem Talkessel auch die Chance haben, im Talkessel zu bleiben, wenn sie sich vergrößern wollen. Wirtschaftswachstum sei aber immer auch mit der Frage der Unternehmer verbunden, wo ihre zunehmende Zahl an Mitarbeitern wohnen könne. Die Gemeinde unterstützt deshalb zahlreiche Wohnbauprojekte. Als aktuelle Herausforderungen benannte Weber das Problem mit den Parkmöglichkeiten in den Gewerbegebieten, die mangelhafte Verfügbarkeit von Lagerflächen und die fehlenden Nahverkehrsanbindungen.

Thomas Birner vom Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice stellte abschließend den Flächen- und Immobilienlotsenservice vor, der mit seinen Dienstleistungen vor allem die ansässigen Betriebe adressiert. Aktuell liegen laut Birner 80 Anfragen heimischer Betriebe und 50 Anfragen von Unternehmern von außerhalb vor. Allein zehn bis 20 Hektar an Flächen brauche der Service in den kommenden fünf Jahren, um die Bedürfnisse zu befriedigen. Selbstverständlich stehe bei der Flächenvermittlung immer die Nachverdichtung vor Neuausweisung.

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