Eltern ergreifen Initiative:

Bürgerbegehren für Kita in Winkl

Bischofswiesen - Erzürnte Eltern planen ein Bürgerbegehren für die Kindertagesstätte Winkl. Sie sprechen von einer "geheimen Aktion" der Gemeinde. Was die Eltern verhindern wollen:

Die erzürnten Eltern machen in der „geheimen Aktion Kindertagesstätte Winkl“ der Gemeinde Bischofswiesen Nägel mit Köpfen. Gestern Abend luden sie deshalb ins Gasthaus Schönfeldspitze und rund 50 engagierte Bischofswieser folgten der Einladung.

Thema des Abends war das Aufsetzen eines Bürgerbegehrens für die Kindertagesstätte Winkl, denn die kommunale Betreuungseinrichtung soll – wenn es nach Noch-Bürgermeister Toni Altkofer geht - der kirchlichen Trägerschaft des Evang.-Luth. Diakoniewerks Hohenbrunn (Insula) übertragen werden. Der Antrag, darüber in öffentlicher Gemeinderatssitzung zu debattieren und abzustimmen, wurde von der Gemeinderatsmehrheit abgelehnt. Die konfessionsfreie Kindertagesstätte Winkl ist bei Eltern, Kindern und Mitarbeitern außerordentlich beliebt und wertgeschätzt, so dass es keinen plausiblen Grund gibt, dies zu ändern.

„Wir sind enttäuscht und verärgert zugleich“, sagt Wolfgang Pusch, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, der das Vorhaben – wie alle anderen auch – erst aus der Zeitung erfahren hat. „Wir haben uns ganz bewusst für die Kindertagesstätte Winkl entschieden, weil hier der Umwelt- und Naturgedanke im Mittelpunkt steht und die Einrichtung ökumenisch ausgerichtet ist. Das dürfte wohl bei einer kirchlichen Trägerschaft anders sein“, befürchtet Melanie Hoffmann, eine betroffene Mutter. „Erziehung zum Null-Tarif gibt es nicht. Es kann doch nicht angehen, dass die Kommune einer ihrer zentralen Aufgaben, nämlich die der Kinderbetreuung, abgibt, noch dazu, wenn die Kosten für die Gemeinde im Großen und Ganzen gleich bleiben, sieht man vom minimalen Verwaltungsaufwand von etwa 12 Stunden pro Woche für die Kindertagesstätte ab“, sagt Alexandra Picker-Rußwurm, eine weitere betroffene Mutter. Es gibt also keinen nachvollziehbaren Grund, den Träger der gemeindlichen und konfessionsfreien Kindertagesstätte Winkl an das Diakoniewerk zu übertragen.

Ab sofort sind engagierte Bürgerinnen und Bürger von Bischofswiesen unterwegs, um Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln. Mit der Unterschrift beantragen die Bürger bei der Gemeinde Bischofsweisen die Durchführung eines Bürgerentscheids zur Frage „Sind Sie dafür, dass die gemeindliche Kindertagesstätte Winkl, so wie bisher, als kommunale Einrichtung weitergeführt wird?“. Eine Unterschriftenliste liegt zudem in der Hauptstraße im Reisebüro „Reisefieber“ von Kathrin Schuster auf.

Pressemitteilung von den Initiatoren des Bürgerbegehrens „Kindertagesstätte Winkl“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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