Verkehrs-Chaos in Karlstein und Stanggaß

Zusammenarbeit für weniger Verkehr in Bischofswiesen - Anwohnerschutz vor Verkehrskomfort

Verkehrschaos Karlstein Stanggaß
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Bei einer Beschilderung von Bischofswiesen Richtung Berchtesgaden/Zentrum durch die Stanggaß (St 2097) befürchten die Anwohner eine steigende Verkehrsbelastung durch ihr Wohngebiet. Sie wollen die bisherige Regelung beibehalten, wonach der Verkehr nach Berchtesgaden über die B20 Richtung Strub geleitet wird.

Bischofswiesen - Sicherheit, saubere Luft und Ruhe: ein Privileg nachdem sich die Anwohner Karlsteins und Stanggaß‘ sehnen. Mit einer Änderung der Verkehrspolitik und der Unterstützung belasteter Anwohner soll dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

Die Mitteilung der Initiative im Wortlaut:


Die Verkehrsinitiativen in Karlstein und in der Stanggaß, Gemeinde Bischofswiesen, wollen in ihrem Einsatz für weniger Verkehr zusammenarbeiten. Nach Zeitungsberichten in der PNP und dem Berchtesgadener Anzeiger über eine Petition der Anwohner der Staatsstraße 2097 hat es dazu ein Treffen gegeben, bei dem viele Parallelen zur Staatsstraße 2101 in Karlstein festgestellt wurden. Und die Beteiligten, Bettina Wembacher und Johann Jehs aus der Stanggaß und Christian Erber sowie Ulrich Scheuerl aus Karlstein sind sich einig: wenn man in der Verkehrspolitik etwas erreichen will, dann nur gemeinsam und mit viel Geduld. Als Fazit des Treffens wurden folgende Punkte zusammengestellt:

1. Verkehrspolitik


Die Verkehrspolitik folgt oft den Regeln eines ungehinderten Verkehrs, möglichst überall. Dagegen haben die Menschen mit dem Wunsch nach Sicherheit, sauberer Luft und erholsamer Ruhe das Nachsehen. Jedenfalls ist das so in Bayern und bei der Verkehrspolitik des Landkreises Berchtesgadener Land. In Österreich dagegen, und in fast allen Ländern Europas, seien die Schwerpunkte anders und oft ist es dort genau umgekehrt. Bei unerwünschten Belastungen der Anwohner, wird die Verkehrslenkung geändert beziehungsweise der LKW-Verkehr ganz ausgesperrt.

2. Das gemeinsame Problem

Sowohl in Karlstein als auch in der Stanggaß haben es die Initiativen mit einer Staatsstraße zu tun, die durch ihren Ort führt und als Abkürzung für die Bundesstraße genutzt werden. In Karlstein führt die St2101 über das Thumseegebiet und das Wohngebiet Karlstein und bietet sich als Abkürzungsstrecke für die B21 an. In der Stanggaß ist es die St2097, die durch ihr Wohngebiet ins Zentrum von Berchtesgaden führt und eine Abkürzung für die B20 darstellt. Während in Karlstein stark steigende Verkehrszahlen im Jahr 2018 zur Gründung der Initiative führte war es für die Initiative Stanggaß eine vom Landratsamt beabsichtigte Änderung der Verkehrslenkung. Gegen die zu erwartende Verkehrszunahme in der Stanggaß wurde bereits eine Petition beim Landratsamt und dem Bauamt Traunstein mit mehr als 200 Unterschriften eingereicht.

3. Ursachen

Beide Initiativen sind sich darüber einig, dass es mehrfache Ursachen für die negative Verkehrsentwicklung in ihren Orten gibt. Es beginnt bei der Beschilderung durch die Verkehrsbehörden. In der Stanggaß soll diese jetzt geändert werden. Nicht mehr nur der Ortsteil Stanggaß, sondern zusätzlich auch Berchtesgaden/Zentrum soll am Ortsende von Bischofswiesen beim neuen Kreisverkehr als Zielort angegeben werden. Und es gibt darüber hinaus auch Überlegungen, die bestehende LKW-Tonnagebeschränkung für die St2097 aufzuheben. Beides Maßnahmen, die für die Verkehrsentwicklung in der Stanggaß nur negativ sein können.

Eine weitere Ursache ist oft der Ausbau der Straßen mit dem Ziel der Beschleunigung. Sowohl am Gmundberg in Berchtesgaden als auch in Schneizlreuth beim Wurznwirt und an der Wegscheid (Antoniberg) sollen Kreisverkehre gebaut werden, die es den Verkehrsteilnehmern einfacher machen und jeweils zu geringen Beschleunigungen führen.

Allerdings können solche Beschleunigungen dazu führen, dass die Navis ihre Routenempfehlung ändern, weil die kürzeren Strecken dann auch noch die schnelleren werden. Sowohl in Karlstein als auch in der Stanggaß ist der Zeitbedarf jeweils für die Bundesstraße oder Staatsstraße fast identisch.

Und zuletzt sind es auch die fehlenden Kontrollen, die negative und auch von den Verkehrsbehörden nicht gewünschte Verkehrsentwicklungen zulassen. Etwa durch Mautausweichverkehr oder das Nichteinhalten von Verkehrsbeschilderung und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Verkehrsregeln, die nicht kontrolliert werden, verlieren aber ihre Wirkung und leider gibt es auch viele Regeln zum Schutz der Anwohner, die wenig kontrolliert werden.

4. Ziele

Es ist klar, dass Verkehrsinitiativen angesichts der Bedeutung des Kraftfahrzeugverkehrs von vorn herein einen schweren Stand haben. Änderungen herbeizuführen wäre nur mit Hilfe der Politik und starker Öffentlichkeitsarbeit möglich.

Eine Politik, die den Anwohnerschutz dem ungehinderten Verkehr voranstellt, eine Politik für mehr Radverkehr, einen attraktiven ÖPNV, das Nachtfahrverbot durchzusetzen und den Transitverkehr auf die A8 zu verlagern, sind ehrgeizige Ziele. Um dies mit Nachdruck einzufordern, ist es erforderlich, sich zusammenzuschließen und die Initiativen Karlstein und Stanggaß hoffen, dass sie noch weitere Unterstützung von belasteten Anwohnern und eventuell weiteren Verkehrsinitiativen erhalten.

Pressemitteilung Verkehrsinitiative Karlstein

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