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Sanierung wichtiger Verkehrsadern im Berchtesgadener Land

„Straßen fallen auseinander“ - Bauamtsleiter über Straßenbauprojekte im Talkessel

St2100 Aschauerweiherstraße Vollsperre Straßenbau Martin Bambach Christian Rehm Staatliches Bauamt Traunstein
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Christian Rehm, Leiter, und Martin Bambach, Baudirektor im Staatlichen Bauamt Traunstein im Gespräch mit BGLand24.de.

Eisenrichterberg, Fergerlberg und jetzt die Aschauerweiherstraße. Die Straßenarbeiten im südlichen Berchtesgadener Land nehmen kein Ende. Bauamtsleiter Christian Rehm und Martin Bambach sprechen mit BGLand24.de über die St2100 und weitere wichtige Projekte und ihre dringende Notwendigkeit im Berchtesgadener Land.

Bischofswiesen/Berchtesgadener Land - Die Kreisstraße BGL1 am Fergerlberg in Schönau am Königssee ist wieder frei befahrbar, auch der Eisenrichterberg bei Bischofswiesen hat die Vollsperrung hinter sich gelassen. Doch der südliche Landkreis blickt noch weiteren Großprojekten im Straßenbau entgegen.

„Straßen fallen auseinander“ - Viele Bauprojekte im BGL

Die Straßeninfrastruktur insbesondere im inneren Landkreis weist einen hohen Erhaltungsbedarf auf, erklärt Christian Rehm, Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein. Viele Bauwerke seien noch aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts und deutlich in die Jahre gekommen. „Die Straßen fallen auseinander“, so Rehm. Der Ausbau des Fergerlberg sei in der Erneuerung der Infrastruktur deswegen ein wichtiger Baustein.

Während am Eisenrichterberg im Frühjahr 2022 lediglich noch ein Absetzbecken und ein Regenrückhaltebecken gebaut werden müssen - eine Vollsperrung wird es dabei nicht mehr geben - wird an anderen Stellen im Landkreis auf Hochtouren gearbeitet. Denn: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, so Rehm am Montag (22. November).

Vollsperre wegen Straßenbauarbeiten: Aschauerweiherstraße

Die St2100 zwischen Bischofswiesen und Berchtesgaden ist wegen Straßenbauarbeiten aktuell voll gesperrt. Die schmale Straße befindet sich in einem „historischen Zustand“ und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Doch die Verkehrsbelastung mit rund 3100 Fahrzeugen pro Tag ist hoch.

Denn die St2100 ist nicht nur die kürzeste Verbindung zwischen Bischofswiesen und Berchtesgaden, sondern erschließt auch das Krankenhaus, den Aschauerweiher und dient als einzige Zufahrt nach Maria Gern. Die Staatsstraße hat eine „wesentliche Verkehrsbedeutung“, so Rehm. Deswegen hat die Bayerische Staatsregierung bereits vor über einem Jahrzehnt beschlossen, die Straße zu sanieren. 2011 ist der Ausbauplan in Kraft getreten, so Rehm.

Mehr Verkehrssicherheit für Aschauerweiherstraße

In den letzten Jahren kam es laut Rehm zu 26 schwereren Unfällen, „die weniger schweren Unfälle nicht einberechnet“. Durch die Baumaßnahmen soll die Strecke sicherer werden. Mit einer Breite von 6,5 Metern wird die bisher schmale Straße an die Normbreite vergleichbarer Strecken angepasst. Ein Geh- und Radweg wird künftig geschlossen von Bischofswiesen nach Berchtesgaden verlaufen.

Kreisverkehr statt Linksabbiegespur am Rostwald

Und am Rostwald entsteht ein Kreisverkehr, um die gefährliche Kurve zu entschärfen. Eine Linksabbiegespur, wie sich viele gewünscht hatten, mache hier wenig Sinn, erklärt Martin Bambach, Gebietsabteilungsleiter und Baudirektor beim Staatlichen Bauamt Traunstein.

Durch die Kurve müsste bei einer Linksabbiegespur ein großes Stück des Waldes gerodet und nieder gehalten werden, um die notwendige Sichtweite aus allen Richtungen zu garantieren. Außerdem sei es unwahrscheinlich, dass hier jemand abbremse, was wiederum eine Gefahr für Linksabbieger werden könne, so Bambach.

An der Kreuzung bei Rostwald entsteht ein Kreisverkehr. So soll die Gefahrenstelle auf der Aschauerweiherstraße entschärft werden.

Der Kreisverkehr hingegen biete eine verkehrssicherere Lösung und sei auch platzsparend. Zum Vergleich nennt Bambach den Kreisverkehr am Haus der Berge in Berchtesgaden mit einem Durchmesser von 27 Metern. Dies sei der Kleinste im Landkreis. Der geplante Kreisel hier auf der Aschauerweiherstraße wird lediglich 30 Meter Durchmesser haben - also auch recht klein. Vergleichbare Bauten wie in Stanggaß hätten bereits 45 Meter, so Bambach.

Drei Bauphasen für St2100

Seit September laufen die Arbeiten an der Bauphase 1 von Gattermannlehen bis Rostwald. Mit dabei von Anfang an: eine Umweltbaubegleitung, die die Baustelle betreut. So wird aktiv darauf geachtet, die Umwelt rund um die Baustelle zu schützen. An Weihnachten soll die Straße über die Winterpause hinweg wieder frei befahrbar sein. Im Frühling folgt die Bauphase 2 von Rostwald bis Aschauerweiher wieder mit einer Vollsperre. Hier wird auch der Kreisverkehr gebaut.

Unklar hingegen ist noch, wann der dritte und letzte Bauabschnitt des insgesamt 4,2 Millionen Euro schweren Projekts vom Aschauerweiher bis zum Wanderparkplatz startet. Eigentlich sei gleich im Anschluss an Bauphase 2 die Umsetzung im Sommer geplant gewesen, so Bambach. Doch die schweren Unwetter im Juli haben dem Straßenbauamt einen Strich durch die Rechnung gezogen.

Die Bauarbeiten an der Aschauerweiherstraße in Bischofswiesen wird von einer Umweltbaubegleitung betreut. Wichtige und schützenswerte Bereiche werden vorsorglich eingezäunt.

B305 nach Unwettern zerstört

Die Umsetzung ist abhängig von der beschädigten B305 bei Berchtesgaden. Hier haben die Wassermassen im Juli die Straße unterspült. In der Folge sind große Teile der Straße weggebrochen und massive Schäden an den Stützwänden entstanden. Es sei ein Riesenglück, dass da nichts passiert sei, so Bambach. Derzeit ist die Straße provisorisch gesichert. Das sei kein Zustand für die Dauer und müsse unbedingt 2022 gemacht werden, so Bambach. „Wer weiß wann das nächste Hochwasser kommt.“ Die Sanierung werde außerdem aus dem Hochwasserfonds bezahlt - auch deswegen könne man nicht ewig warten.

Die Auswirkungen des Juli-Hochwassers auf die Straße waren massiv.

Doch noch ist nicht klar, ob die Baumaßnahmen eine Vollsperrung der B305 bedeuten. Dies wiederum hätte die Folge, dass der dritte Bauabschnitt auf der St2100 verschoben werden müsste, bis die B305 fertig saniert ist. Denn das Problem im inneren Landkreis sei, dass zwar die Landschaft schön sei, es aber zu wenig Straßen gebe, so Rehm. Dazwischen kommen noch die Berge. „Eine Straßensperre sorgt für lange Umleitungen.“

Zahlreiche Straßen-Baustellen im inneren Landkreis

Am Montag spricht Christian Rehm nur die größten Straßenbauprojekte im inneren Landkreis an. Und „nur der Ausblick die nächsten drei Jahre“. Neben der Aschauerweiherstraße und der B305 müssen auch die Königsseer Straße in Berchtesgaden und die Brücke über die Ache in Marktschellenberg saniert werden. Zwischen Piding und Bad Reichenhall steht der Neubau der Saalachbrücke an - eine wichtige Verbindung zwischen dem südlichen und dem nördlichen Landkreis. Ob hier eine Vollsperrung auf den Landkreis zukomme? Das sei nicht möglich, meint Bambach. Es werde eine zweite Brücke gebaut.

ce

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