Zweiter Bauabschnitt am Eisenrichter Berg

Paukner: "Wir bewegen uns an der Grenze dessen, was zumutbar ist"

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Florian Paukner erklärt die Situation am Eisenrichter Berg an der B20 in Bischofswiesen.
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Bischofswiesen - Ein Hangrutsch hat im Juni vergangenen Jahres dafür gesorgt, dass das Staatliche Bauamt Traunstein an der B20 am Eisenrichter Berg in Bischofswiesen handeln musste. 500 Meter Straße sollen abgestützt und verbreitert werden. Nicht ohne Risiko.

Im Dezember vergangenen Jahres war der erste Bauabschnitt am Eisenrichter Berg abgeschlossen worden. Die Bauarbeiten verliefen reibungslos und ohne große Beeinträchtigung für den Verkehr. Wenn es nach Christian Rehm, dem Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein geht, soll das auch diesmal so sein.

In den kommenden drei Monaten wird die B20 auf rund 100 Metern mit Spritzbeton in 4,20 Meter Tiefe verankert. Bohranker sollen zusätzlich die Last dorthin leiten, wo die Straße am Besten trägt. Dafür wird als erstes der Asphalt herausgerissen und die Erde bis zu 1,50 Meter Tiefe ausgehoben.

Bauarbeiten in Bischofswiesen wieder aufgenommen

Auch wenn es für die vorbeifahrenden Autos oft nicht so aussieht, ist die beengte Situation am Eisenrichter Berg auch für die Bauarbeiter ein Problem. "Wir bewegen uns hier an der Grenze dessen, was zumutbar ist", erklärte Florian Paukner am Dienstagvormittag bei einem Vorort-Termin. Der Abteilungsleiter Brückenbau spielte dabei vor allem darauf an, dass Lkws teilweise 20 cm neben den Köpfen der Arbeiter vorbeifahren würden.

Bis 2020 soll der Großteil der Arbeiten am Eisenrichterberg beendet sein.

Dennoch hat es das Staatliche Bauamt geschafft, den ersten Bauabschnitt mit einer Ampelregelung durchzuführen, die keine großen Staus verursacht. "Ich bin davon überzeugt, dass das auch dieses Mal funktioniert", so Paukner. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 200 Meter der B20 abgestützt sein. "2020 erfolgt dann der vierte Bauabschnitt, bei dem wir voraussichtlich nachts arbeiten werden müssen."

Haupterschließungsstraße des Berchtesgadener Talkessels

Grund für die nächtlichen Bauarbeiten ist die Nähe zur Bahnlinie. Christian Rehm betonte: "Je näher wir der bestehenden Stützmauer kommen, desto gefährlicher wird es, da wir immer näher an die Bahnlinie kommen." Die ursprüngliche Idee, die Arbeiten an der bestehenden Stützmauer, dann durchzuführen, wenn die Deutsche Bahn eine längere Sperre der Strecke vorgesehen hatte, scheitert daran, dass die Bahn die Sperrung der Strecke dieses Jahr nicht durchführt. "Deshalb werden wir den Bauabschnitt 2020 machen und nachts arbeiten."

Die Hangabrutschungen lassen das Stastliche Bauamt Traunstein handeln.

Die Ertüchtigung der B20 ist an dieser Stelle so wichtig, da sie die Haupterschließungsstraße des Berchtesgadener Talkessels ist. Während die Strecke über den Saalachsee (B21) und das Wachterl (B305) von Steinschlag oder Lawinen gefährdet sind, ist das am Eisenrichter Berg nicht in diesem Ausmaß der Fall. "Deshalb ist es wichtig, dass wir die Straße dauerhaft absichern", bekräftigte Rehm. "Die Situation hat sich an den Stellen, an denen wir noch nicht gearbeitet haben, verschlechtert." Vor allem an der hangseitigen Straßenschulter seien die Abrutschungen sichtbar.

Genau dort haben nun die Arbeiten bekommen. Bis Ende des Jahres sollen 200 Meter Straße abgestützt und verbreitert sein. Rund 2,3 Millionen Euro werden dafür investiert.

cz

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