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Naturwunder, Mythos, Schicksalsberg

Kathrin Thoma-Bregar und Klaus Fengler nehmen uns mit zum „Abenteuer Watzmann“

Kathrin Thoma-Bregar und Klaus Fengler vor dem Watzmann
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Gemeinsam haben sie sich auf das „Abenteuer Watzmann“ eingelassen. Für Kathrin Thoma-Bregar und Klaus Fengler ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende.

„Groß und mächtig, schicksalsträchtig“ - die Worte aus Wolfgang Ambros‘ Musical „Der Watzmann ruft“ beschreiben genau das, was den Berg im tiefsten Berchtesgadener Tal ausmacht. Dieses „Abenteuer Watzmann“ wird jetzt in einem neuen Buch bild- und textlich dargestellt.

Berchtesgaden - Knapp über 2.700 Meter misst der Watzmann, der wahrscheinlich prägendste deutsche Berg. Auch wenn die Zugspitze als höchster Berg Deutschlands noch gut 250 Meter oben drauf legt, wiegt die Besteigung oder Überschreitung des Watzmanns bei den Bergsteigern doch mehr. „Der Watzmann gibt viel: in Form von Erlebnissen, die über den Tag hinaus wirken. Der Watzmann kann aber auch vieles nehmen: Illusionen, Träume und die eigenen Ambitionen. Manchem nimmt der Berg auch alles in Form des eigenen Lebens.“

Faszination Watzmann - darum entstand ein neues Buch

So treffend beschreibt Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp in seinem Vorwort für „Abenteuer Watzmann“ das gewaltige Bergmassiv. Franz Rasp wurde für das Buch von Kathrin Thoma-Bregar und Klaus Fengler nicht als Bürgermeister von Berchtesgaden ausgewählt, „sondern weil sein Vater - auch Franz Rasp - einer der Legenden in der Watzmann-Ostwand war, der, wenn er nicht so tragisch abgestürzt wäre in jungen Jahren, wahrscheinlich es auf eine ähnlich Anzahl von Durchsteigungen gebracht hätte wie Heinz Zembsch.“

Mit diesen Worten würdigt Autorin Kathrin Thoma-Bregar nicht nur dem Vorwort, sondern lässt bereits tief blicken, wie sehr auch sie von diesem Berg fasziniert ist. „Ich habe für das im Bruckmann-Verlag erscheinende Magazin „Bergsteiger“ einen Artikel über den Watzmann geschrieben, deswegen ist der Verlag auf mich zugekommen, ob wir dieses Buch schreiben wollen.“ Lange musste die gebürtige Kielerin da nicht überlegen.

„Abenteuer Watzmann“ aus der Feder und der Kamera zweier Norddeutscher

Zur Seite gestellt wurde ihr Klaus Fengler. Der Fotograf, der 16 Jahre lang Expeditionen in entlegene Gebiete der Welt begleitet hat, kam 2010 bei der Durchsteigung der Ostwand erstmals in Berührung mit dem Watzmann. Der Berg lies ihn genauso wenig wieder los wie der Berchtesgadener Talkessel. „Dass ich mal hier lebe, hätte ich mir nie vorstellen können. Schuld daran ist meine Frau, jetzt lebe ich seit sieben Jahren hier.“

Kathrin Thoma-Bregar und Klaus Fengler haben sich im Schatten des Watzmann zum ersten Mal gesehen. Das Buch „Abenteuer Watzmann“ entstand rein bei Online-Meetings.

Und seit gut einem Jahr kennt er Kathrin Thoma-Bregar. Allerdings trifft er sie erst beim Gespräch mit BGLand24.de zum ersten Mal wirklich. „Unser Austausch hat Coronabedingt nur online stattgefunden.“ Trotzdem sind sich die zwei gleich sympathisch, was daran liegen könnte, dass auch Klaus Fengler in Norddeutschland aufgewachsen ist. Außerdem verbindet sie das „Abenteuer Watzmann“.

„Abenteuer Watzmann“ - auf was kann man im Buch verzichten

Auf 192 Seiten versuchen sie textlich und fotografisch diese Faszination darzustellen und aufzufangen. „Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir uns diesem Berg nähern und wie wir auch einen Aufbau zusammenbekommen, der Spaß macht zum Lesen“, gibt die 46-Jährige Einblick in die Entstehung des Buches. „Die Portraits haben wir zum Beispiel verteilt in jedes Kapitel, die Ostwand hat einen eigenen Ort bekommen, die Überschreitung... wir haben uns Mühe gegeben, so viel wie möglich reinzuholen, aber nicht alles.“

Denn alle Geschichten über den Watzmann würden sicher mehrere Bücher füllen. Deshalb war die größte Aufgabe, zu entscheiden was weggelassen werden kann. Das gilt auch für die Personen, die in „Abenteuer Watzmann“ portraitiert werden. „Wir haben uns einfach welche raussuchen müssen. Es ist eine Mischung aus populären Leuten, wie Anton Palzer und den Huberbuam, die kennt jeder und Julika, die Sennerin von der Schapbachalm eben nicht. Und so ist es eine ganz gute Mischung geworden.“

„Bestimmte Bilder mussten auf alle Fälle rein“ ins Abenteuer Watzmann

Auch Klaus Fengler musste bei der Auswahl seiner Bilder sehr genau vorgehen. „Man muss es auf das Wesentliche reduzieren. Ich habe für die Kapitel die Fotos zusammengestellt, die da reinpassen. Und wir haben dann auch die Fotos hin- und hergeschoben, dass es stimmig ist. Bestimmte Bilder mussten auf alle Fälle rein.“ Dazu gehören auch die verschiedenen Stimmungen, in dessen Licht die Natur das Bergmassiv gerne taucht. „Morgens oder Abends ziehe ich am liebsten los oder wenn die Stimmung dramatisch ist“, verrät der 58-Jährige. „Es gibt hier in der Gegend die klassischen Spots, die ich immer gern abfahre und Fotos mache und so sammelt sich im Laufe der Zeit ein Archiv an.“

Nach nur einem Jahr hielt Kathrin Thoma-Bregar das fertige Buch „Abenteuer Watzmann“ in den Händen.

Aus diesem Archiv konnte er dann auch schöpfen, da für die Entstehung des Buches gerade mal ein Jahr Zeit blieb. Mitten in Coronazeiten war es dann auch gar nicht so einfach, die Menschen und die Stimmungen ohne Einschränkungen zusammen zu bringen. Dennoch ist ein Buch entstanden, dass Geschichten erzählt, Eindrücke vermittelt und einen auch mitnimmt auf eine kleine Zeitreise. „Die Berichte über die ersten Besteigungen zu lesen und die alten Fotos anzuschauen, finde ich klasse.“ Kathrin Thoma-Bregar hat sich mit Freuden in die Geschichte des Berges vertieft. „Auch die Ostwand reizt mich sehr.“

„Abenteuer Watzmann“ - es gibt nicht eine Antwort

Kein Wunder also, dass vor allem im Kapitel über die sagenumwobene Wand die Portraits über berühmte Bergsteiger von gestern und heute ihren Platz finden. Vom Bergläufer über den Bergführer bis zum Rekordhalter - Kathrin Thoma-Bregar hat mit allen gesprochen und Klaus Fengler hat sie alle besucht, um sie ins richtige Bild zu setzen. Aber konnten sie das Abenteuer Watzmann lösen?

„Lösen kann man das Abenteuer Watzmann nie ganz. Es gibt nicht eine Antwort darauf und es ist wahrscheinlich für jeden was anderes. Aber es ist spannend, sich einem Berg so zu nähern, einfach durch das Schreiben und die Augen von anderen. Von den Pionieren ganz am Anfang bis zu den Leuten heute. Ich bin dem Berg sicher sehr nahe gekommen, sehr viel näher, als wenn ich jetzt nur einfach so irgendwo raufgegangen wäre, einfach so.“

cz

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