14 Häuser oder doch eine grüne Wiese?

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Der Informationstag am Kressenfeld fand reges Interesse unter den Bürger/-innen.

Bischofswiesen - Am 25. November gibt es einen Bürgerentscheid in Bischofswiesen: Entstehen 14 Einfamilienhäuser am Kressenlehen oder bleibt es bei der grünen Wiese? *NEU: Fotos*

Jetzt lud Landwirt Michael Lichtmannegger vom Kressenlehen in Bischofsweisen/Strub interessierte Bürger zum Infotag auf sein Feld am Kressenweg ein: "Mir geht es darum, die Bürger objektiv und umfassend zu informieren." Mit einem rot-weißen Trassierband hatte Lichtmannegger bereits ein paar Tage zuvor die 9.800 Quadratmeter markiert um die es im Bürgerentscheid am 25. November in der Gemeinde Bischofswiesen gehen wird.

Gemeinderat für Bebauung

14 kleine Bauplätze sollen am Kressenfeld entstehen, auf denen Einfamilienhäuser gebaut werden, wenn es nach dem Bischofswieser Gemeinderat geht. Der hat die Bebauung in bislang sechs Abstimmungen befürwortet.

"Nicht mit uns", sagen einige Anwohner und Initiatoren des Bürgerentscheids. Sie wollen eine Bebauung unbedingt verhindern. So nutzten die Initiatoren des Bürgerbegehrens die Infoveranstaltung der Bauernfamilie  Lichtmannegger für ihre Zwecke. Am Infostand vor seinem Haus standen Rudi Zeughan und Paul Grafwallner. Grafwallner erklärte den vorbeikommenden Interessenten seine Position: "Wir stehen hier für interessierte Bürger zur Verfügung und möchten unsere Position klarmachen. Bauernland soll nicht in Bauland umgewandelt werden. Wir fürchten, dass dies ein Präzidenzfall ist und wir dann in Bischofswiesen eine unkontrollierte Bauentwicklung bekommen", so der UBB-Politiker aus der Strub.

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Landwirt Michael Lichtmannegger hält dagegen: "Es gibt aktuell keinen Baugrund mehr bei uns in Bischofswiesen. Wenn das hier am Kressenfeld nichts wird, wo soll dann überhaupt noch gebaut werden? Die Gemeinde braucht Bauland. Wo soll es das geben, wenn nicht auf einer Bauernwiese wie dieser?"

Einige Interessenten und auch Sympathisanten Lichtmanneggers hatten sich inzwischen versammelt. Rudi Lenz aus der Engedey: "Ich bin hier, um mich zu informieren. Jetzt habe ich mir das genau angeschaut, weil ich am 25. November mit abstimmen möchte und von meinem Wahlrecht als Bürger Gebrauch machen möchte. Ich finde, das sollte man als Bürger in seiner Gemeinde auf jeden Fall tun."

Verzweifelte Suche nach Baugrund

Eine junge Bischofswieser Familie mit kleiner Tochter am Arm fragte nach und nahm sich ein Infoblatt mit. Die Mutter: "Uns ist sofort aufgefallen, als wir hier herein gefahren sind, dass ein älterer Herr ein Schild aufgestellt hat auf dem stand 'Auch Senioren haben Rechte' und dazu sagen wir 'Auch Familien haben Rechte'. Viele suchen fast schon verzweifelt nach einem Baugrund, und das gestaltet sich schwierig. Hier im Talkessel ist einfach nichts zu haben. Es wäre schön, wenn man die Möglichkeit hätte, ein Haus zu bauen. Deshalb sind wir heute hier und sehen uns das an."

Die Tochter von Michael Lichtmannegger schreibt die Namen und Telefonnummern der Baubewerber auf und versprach, dass sie informiert werden, falls es mit den Baugrundstücken etwas werden sollte. Über 40 Baubewerber hat die Bauernfamilie bereits, erzählt Monika Lichtmannegger den Interessenten. Sie berichtet: "Die Nachfrage ist groß, und das, obwohl noch gar nicht klar ist, ob es überhaupt Baugrundstücke geben wird".

Mindere Bodenqualität?

Nach kurzer Zeit hatten sich um die 30  Interessenten versammelt. Christian Eder aus der Strub: "Ich bin heute da, weil wir Bauland brauchen, in Berchtesgaden und Bischofswiesen. Wenn man das Luftbild anschaut, dann fügt sich das Baugebiet hier schön in die Umgebung ein. Die Bodenqualität des kleinen Feldes hier ist nicht so gut wie auf anderen Bauernwiesen, das sieht man ja schon, wenn man sich das Gras anschaut. Dann doch lieber hier als anderswo bauen. Welche Alternativen gibt es für junge Familien bei uns?"

Es wird wohl noch viel politisiert und diskutiert über das Kressenfeld in den nächsten Wochen, endgültig abgestimmt wird beim Bürgerentscheid am 25. November.

mdp/bit

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