Großes Bauvorhaben in Bischofwiesen

Gemeinderat stimmt Bauentwurf zum "Kulturhof Stanggaß" zu

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Bischofswiesen - Auf der Gemeinderatssitzung wurde das Bauprojekt "Kulturhof Stanggaß" von Bauunternehmer und Architekt vorgestellt. Der Gemeinderat stimmte dem Entwurf ohne Gegenstimme zu. 

In der vergangenen Gemeinderatsitzung stellten Unternehmer Dr. Bartl Wimmer und Architekt Manfred Brennecke die vorangeschrittene Planung für den neuen „Kulturhof Stanggaß“ vor. Bis 2021 wird auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels „Geiger“in nachhaltiger Holzbauweise eine Anlage mit mehreren Gebäuden entstehen. Kein abgeschlossenes Resort, sondern ein Ort der Begegnung für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Der „Kulturhof Stanggaß“ soll sowohl gebäudetechnisch als auch inhaltlich auf vier Säulen basieren, die eng zusammengehören: Gasthaus, Festsaal, Hotel und Kulturraum.

Kein abgehobenes Sterne-Resort, sondern traditionell und bodenständig

Es werde kein Sterne-Resort, wie sie im Alpenraum gerade zuhauf aus dem Boden schließen, betonte Bartl Wimmer bei der Präsentation. Weil die Wirtshauskultur in der Stanggaß früher sehr ausgeprägt war und es heute nur noch wenige traditionelle Gasthäuser gibt, in denen sich sowohl Einheimische als auch Gäste wohlfühlen und miteinander ins Gespräch kommen, will der Kulturhof Stanggaß künftig hier ein Angebot schaffen. Verantwortlich für den Gastronomiebereich werden Küchenchef Marko Lauterbach und Restaurantleiterin Carmen Henzinger sein. 

Hotelanlage mit vielfältigem Angebot

Ihr Leitbild ist die konsequente Verwendung und kreative Darbietung von regionalen, hochwertigen und biologischen Produkten in einer geselligen und entspannten Atmosphäre. Der große Festsaal soll den stilvollen Rahmen für Feiern und, Festlichkeiten und kulturellen Veranstaltungen geben: Hochzeit, Konzerte, Vorträge, Firmenjubiläen oder Weihnachtsfeiern. Bei Reihenbestuhlung haben 350 Personen Platz, bei Tischbestuhlung 200. Die Leitung des Veranstaltungsgeschäft wird bei Sabine Henninger liegen. Das Hotel ist mit 34 Zimmern geplant, davon zehn verteilt auf jeweils fünf Hütten, zwei barrierefrei und eines rollstuhltauglich. Die Bettenanzahl liegt bei 110, da viele Zimmer auch für mehrere Personen und Familien geeignet sind. Ein Yogaraum, eine kleine Außensauna mit Schwimmteich sowie ein Gewächshaus runden das Angebot ab. Den Hotelbetrieb werden Miriam Wimmer und Nuri Irshaid führen. 

Auch Büroräume Teil der Anlage

Mit der Denkwerkstatt CreativeALPS von Dr. Jens Badura schließt sich der Kreis. In den im Seminargebäude etablierten Büroräumen werden Alpentourismus und Alpenkultur neu gedacht und es entstehen kreative Impulse für eine tragfähige Zukunft. Denn genau das sei ein wesentlicher Kern des Kulturhofes Stanggaß, so Bartl Wimmer. „Tourismus soll den Menschen, die in diesem Bereich arbeiten genauso Freude bereiten, wie den Gästen. Er muss offen sein für neue Wege und den nachfolgenden Generationen Freiraum lassen, damit sie gestalten und mit der Zeit gehen können. Nur so können sie in ihrer Heimat Perspektiven sehen und die Alpen ein lebenswerter Raum bleiben.“ 

Auch viel grüne Fläche 

Das 24.000 Quadratmeter große Baugrundstück erfordere einen sensiblen Umgang, erklärte Architekt und Städteplaner Manfred Brennecke. „Wir haben ein hängendes Gelände mit freiem Bergblick Richtung Watzmann und Hoher Göll, befinden uns aber gleichzeitig in unmittelbarer Nähe zur Hauptstraße, die täglich von rund 6.000 Fahrzeugen frequentiert wird“. Deshalb hat Brennecke den Festsaal, den Haupteingang und die Gaststätte mit Biergarten zum Straßenraum hin orientiert unddie Beherbergung komplett in den ruhigen Grünraum hinein.

Gemeinderat stimmt Bauentwurf einstimmig zu

 „Wir verteilen die Gebäude samt Funktionen bewusst an unterschiedliche Orte, so dass sich jeder Gast stets durch einen Teil der Freianlagen bewegen muss, um beispielsweise von den Seminarräumen oder Stadeln zur Gastronomie zu gelangen. Das schafft dem Konzept entsprechend die gewünschte Begegnung und ermöglicht uns, den Hang so weit wie möglich als Naturraum zu belassen.“ Für alle Bauten sind geneigte Dächer, also das typische traditionelle Satteldach, vorgesehen. Errichtet werden sie in Holzbauweise. Die Wärmeversorgung übernimmt eine Hackschnitzelheizung. Außerdem wird es eine E-Tankstelle sowohl für Autos als auch für Fahrräder geben. Die 100 vorgesehenen Parkplätze orientieren sich an der Stellplatzsatzung der Gemeinde und werden teilweise überdacht. „Von den 24.000 Quadratmetern Grundstücksfläche werden wir nur 4.200 Quadratmeter bebauen, das ist ein sehr geringer Teil“, betonte Brennecke. Der Bischofswieser Gemeinderat stimmte dem vorgestellten Entwurf einstimmig zu hat und unmittelbar die zweite Auslegung beschlossen.

Pressemitteilung Kulturgasthof Stanggaß

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