Kressenfeld: Bürgerentscheid kommt!

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Die Einfamilienhäuser am Kressenfeld sollen links und rechts der kleinen Straße entstehen.

Bischofswiesen - Die Entscheidung ist gefallen: Am 25. November stimmen die Bischofswieser Bürger darüber ab, ob das Kressenfeld bebaut werden kann - oder eben nicht.

Einstimmig ebnete der Bischofswieser Gemeinderat - aufgrund des großen öffentlichen Interesses ausnahmsweise in der Aula der Volksschule -, den Weg Richtung Bürgerbegehren, das insgesamt dritte in der Gemeinde. Schließlich waren mit 1.093 gültigen Unterschriften und damit 17,6 Prozent die erforderlichen 10 Prozent ein gutes Stück überboten worden. "Eine klare öffentliche Meinung", so Klaus Gerlach, Sprecher der Bürgerinitiative UBB. 90 Prozent der Befragten hätten unterschrieben, so die Verantwortlichen, die in zehn Tagen insgesamt 1.143 Zustimmungen erhielten, 50 davon waren jedoch doppelt oder ungültig.

Gerlach forderte den Gemeinderat auf, einmal mehr über die Anträge bezüglich der Änderung des Flächennutzungsplanes sowie der Neuaufstellung eines Bebauungplanes für das Kressenfeld von Katharina und Michael Lichtmannegger abzustimmen. Diese hatten sich in einem sechsseitigen Schreiben an den Gemeinderat den Frust von der Seele geschrieben: "Wir fragen uns schon, ob es den Beteiligten um die Sache geht, oder ob die ganze Sache doch eher persönliche, politische und möglicherweise neidvolle Hintergründe hat".

Klaus Gerlachs Bestreben der Neuabstimmung: "Damit hat der Gemeinderat die Chance, sein Gesicht zu wahren". Der neue Geschäftsordnungsantrag wurde mit 5:10 Stimmen abgelehnt und teilweise als Affront gegen die sachliche Distanz sowie die unabhänge Entscheidungsgewalt des Gremiums empfunden, das sich von den Äußerungen Gerlachs mehrheitlich distanzierte.

Paul Grafwallner stufte die "emotionalen und persönlichen Angriffe im Schreiben der Lichtmanneggers als unverschämt" ein und antwortete nicht weiter darauf: "Rund 1.100 Unterschriften sind eine breite Basis, die Zustimmung für unsere Haltung ist groß", freute sich der UBB-Mann. 2. Bürgermeister Bernhard Heitauer (CDU) akzeptiert den Bürgerentscheid, musste sich aus dem Publikum jedoch als "Kirchtumdenker" beschimpfen lassen, da er nicht einsieht, warum ein Schönauer Gemeindebürger (Gerlach) in Bischofswiesen mitreden will. Heitauer plädierte einmal mehr für die 14 Einfamilienhäuser am Kressenweg, um "eine Abwanderung zu verhindern und die heimische Bevölkerung auf der Suche nach Wohnraum zu unterstützen".

Bernhard Heitauer gab zudem bekannt, dass es zeitnah eine Informationsveranstaltung zum Thema geben wird. Seit einiger Zeit gibt es in Bischofswiesen heftige Diskussionen rund um das Kressenfeld an der Insula in der Strub. Der Bürgerentscheid am Sonntag, 25. November, ist seit Donnerstagabend Fakt.

bit

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