Dürfen 14 Häuser gebaut werden?

Bischofswiesen - Der Bürgerentscheid in Bischofswiesen steht vor der Tür: Darf auf dem Kressenfeld gebaut werden? BGLand24 hat mit den Protagonisten gesprochen.

Landwirt und Bauwerber Michael Lichtmannegger:

Michael Lichtmannegger ist der Bauwerber: Der Landwirt möchte seine Grundstücke am Kressenlehen verkaufen. Dort sollen seinem Wunsch nach 14 Einfamilienhäuser entstehen. Drei davon will er für seine Kinder behalten. Klaus Gerlach, Sprecher der Bürgerinitiative "Kressenfeld", will dies mit seinen Unterstützern - UBB (Unabhängige Bürgervereinigung Bischofswiesen) und Bündnis 90/Die Grünen - unter allen Umständen verhindern: "Wir müssen unsere Grünflächen schützen und erhalten". Dem hält Michael Lichtmannegger entgegen: "Es gibt kein Bauland mehr in Bischofswiesen, obwohl Bedarf vorhanden ist, weil wir fast die einzigen im Landkreis sind, die Zuzug zu verzeichnen haben".

Bürgerinitiativen-Sprecher Klaus Gerlach:

Am kommenden Sonntag, 25. November, wird abgestimmt. Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde haben die Wahl: Grüne Wiese oder 14 Häuser.

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Der "Wahlkampf" in Bischofswiesen verlief nicht immer fair, war von Schuldzuweisungen und Misstönen begleitet. Sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde wurde eingereicht, gegen Bürgermeister Toni Altkofer, weil er auch Passagen eines Schreibens von Michael Lichtmannegger öffentlich in einer Gemeinderatssitzung verlas, die laut Bürgerinitiative "persönliche Angriffe und Beleidigungen" zum Inhalt hatten.

Michael Lichtmannegger steht nach wie vor zu seinem öffentlichen Brief: Dies unterstrich er auch noch einmal in der Gemeinderatssitzung am 6. November.

Keine persönlichen Gründe

Klaus Gerlach (SPD) unterstreicht, nie persönlich etwas gegen Michael Lichtmannegger gehabt zu haben - und auch aktuell hat sich daran nichts geändert: "Was er macht, ist sein gutes Recht". Der Unmut des 69-jährigen Pensionisten und seiner Mitstreiter richtet sich allein gegen den Bischofswieser Gemeinderat, der "dieses Bauleitverfahren niemals hätte genehmigen dürfen".

Gerlach war selbst Gemeinderat in Bischofswiesen, wohnt jedoch seit vier Jahren in Schönau am Königssee - aus diesem Grund zog er sich den Groll vieler Bischofswieser zu: "Warum mischt er sich hier ein, wenn er gar nicht mehr hier lebt", so die Meinung vieler. Der Gegenseite wurde in einer Sitzung "Kirchturmdenken" unterstellt.

Information rund ums Kressenlehen

Die Initiative legte sich mächtig ins Zeug: Infoabend mit Grünen-Landtagsabgeordnetem Christian Magerl, dem Vorsitzenden des Ausschusses Umwelt und Gesundheit, jede Menge Plakate. Bei einem Infotag von Michael Lichtmannegger (54) am Kressenfeld stellte die Initiative einen Gegenpol mit Transparenten.

Muster ohne Muster

Zu guter letzt verteilte die Gemeinde Muster-Wahlzettel, auf denen der entscheidende Hinweis fehlte: "Muster". Bleibt zu hoffen, dass die Wahl am Sonntag sachlich, ruhig und fair über die Bühne geht.

Die Bürgerinitiative will sich - egal wie die Bürgerinnen und Bürger votieren - im Anschluss an den entscheidenen Abend im Gasthaus "Watzmannblick" in der Strub treffen, um Bilanz zu ziehen.

bit

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