„Bis zu einer faktischen Schließung ist alles möglich“

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Diese Schallschutztür soll nachts den Lärm in Inneren der Rauchkuchl halten.

Berchtesgaden – Mit einem Fünf-Punkte-Programm will die Gemeinde Berchtesgaden die Lärmsituation rund um die Diskothek Rauchkuchl im Markt entschärfen.

„Die derzeitigen Zustände können und wollen wir so nicht akzeptieren“, so der Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden, Franz Rasp. Nur bedingt sei es dem Betreiber gelungen, in den letzten Wochen für Entspannung zu sorgen, daher habe sich der Markt Berchtesgaden und das Landratsamt Berchtesgadener Land zusammengesetzt und ein Maßnahmenpaket entwickelt.

Zwei Problemfelder existierten, sagte Rasp, zum einen jene sich im Bereich des Postturms aufhaltenden Personen und solche, die auf dem Nachhauseweg seien, in Richtung Auto, das, wild geparkt, irgendwo im Markt zu finden sei – „in der Griesstätterstraße oder der Dr.-Imhofstraße“. Nur wenn diese Problemfelder behoben würden, käme man zu einer einvernehmlichen Lösung. „Ansonsten holen wir den Holzhammer raus“, so der Gemeindevorsteher. „Wenn der Maßnahmenkatalog nichts bringen wird und es dem Betreiber nicht gelingt, die Lärmsituation einzudämmen, geht es bis zu einer massiven Sperrzeitverlängerung“, sagte Rasp.

Die Sperrstunde würde – das wäre eine Möglichkeit - deutlich nach vorne verlegt. Allerdings: Für eine Diskothek würde es kaum Sinn machen, überhaupt noch zu öffnen, wenn um ein Uhr nachts die Pforten geschlossen würden. Doch bis es so weit kommt, hat man sich auf Seiten des Marktes Berchtesgaden für eine Probezeit entschieden, drei Monate sind angedacht. Drei Monate, in welchen fünf Punkte abgearbeitet werden müssen. Gelingt es, die Punkte umzusetzen und dauerhaft für eine Verbesserung im Marktbereich zu sorgen, spräche einer gewöhnlichen Weiterführung der Lokalität nichts entgegen.

Erster Punkt auf der umzusetzenden Liste: ein Immissionsschutzgutachter muss bestellt werden und fachtechnische Beratung leisten. Ebenso fordern der Markt Berchtesgaden und das Landratsamt in seinem Maßnahmenkatalog den Einbau einer Lärmschutztür, die bereits – auf Veranlassung des Betreibers Peter Hettegger - vergangenen Freitag eingebaut worden war. Darüber hinaus soll es dem Betreiber durch verstärkten Personaleinsatz gelingen, die Raucher, die bislang in direkter Umgebung des Postturms qualmten, zu verlagern, womöglich vor den Eingangsbereich der Rauchkuchl, im Untergeschoss gelegen. Dies sei mit dem Landratsamt bereits besprochen worden, so Bürgermeister Rasp.

Der vierte Punkt holt die örtliche Polizei mit in das Boot. Bereits zuvor war in verstärktem Maße mit dieser zusammengearbeitet worden, nun sollen die Ordnungshüter durch eine intensivierte Überwachung die Parksituation im Blick behalten. Um dies als lösbare Aufgabe erscheinen zu lassen, wird hierfür – und das ist der fünfte Punkt des geforderten Maßnahmenkatalogs – der Versuch gestartet, die Tiefgarage ab Mittwoch, 22. September, von 22 Uhr bis vier Uhr nachts kostenfrei anzubieten. „Damit wollen wir die Parker in die Garage locken, weg vom Marktbereich“, sagte Rasp.

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