Lebendige Biergeschichte

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Die Rot-Weiß-Blau-Musi rund um Wasti Irlinger sorgte für den musikalischen Rahmen.

Berchtesgaden - Nach drei Jahren Vorbereitungszeit ist am Dienstag endlich die Bier-Ausstellung im Heimatmuseum eröffnet worden.

Drei Jahre lang dauerten die Vorbereitungsmaßnahmen. „Und jetzt ist es endlich soweit, ich bin heilfroh“, so die Leiterin des Heimatmuseums Berchtesgaden, Friedl Reinbold, bei der gut besuchten Eröffnungsfeier der Berchtesgadener Bier-Ausstellung, die von nun an bis einschließlich 15. Juni zu besichtigen ist. Von den Anfängen der Berchtesgadener Brautradition seit der Fürstpropstei bis in die Gegenwart hinein wird im Heimatmuseum die Geschichte des wohlschmeckenden Getränks erzählt.

Noch bis 15. Juni hat die Ausstellung im Heimatmuseum Berchtesgaden geöffnet.

Dass die Bierausstellung am „Tag des Bieres“ beginnen würde, war Wunsch von Josef Stangassinger, der die Geschicke des Berchtesgadener Hofbrauhaus leitet. Das sollte Friedl Reinbold nur zu Recht sein und so wurde die groß aufgezogene Ausstellung auf den vergangenen Montag, den Tag des Bieres, gelegt. 2009, so Reinbold, habe man erste Schritte unternommen, ausgelotet, ob denn eine Schau überhaupt umgesetzt werden könnte. Der Tag des Bieres fiel 2010 auf einen Karfreitag – nicht daran zu denken, an solch einem Datum zu eröffnen. Also musste weiter in die Zukunft geplant werden, immerzu das Hofbrauhaus im Blick. „Als Teil von Berchtesgaden gehört das Hofbrauhaus zu einem hiesigen Kulturgut“, so Reinbold. Der Museumsleiterin war schnell klar, dass eine Bier-Ausstellung kein leichtes Unterfangen würde, dafür ein umso interessanteres. Eine Thematik, die auch in der Bevölkerung auf Anklang stoßen würde. Und in der Tat fand sie viele Mitstreiter, die sich ihr anschlossen, die bei den Vorbereitungen mithalfen, die historisch relevante Gegenstände mit in die Schau einbrachten und ihr Wissen beisteuerten, das für eine erfolgreiche Umsetzung zwingend notwendig ist.

Prost! Bier-Ausstellung eröffnet

In jeder Hinsicht kann Reinbold nun zufrieden sein: Die Ausstellung glänzt durch Exponate aus der Biergeschichte von Berchtesgaden, bietet informative Texte, die die Vergangenheit des süffigen Getränks aus verschiedenen Perspektiven beleuchten sowie eine groß angelegte Zinnfiguren-Sammlung. In dieser wird die Geschichte des Bieres von Anbeginn des Getränks bis in die Gegenwart erzählt. Peter Bach, deren Schöpfer, war bei der Eröffnung auch anwesend (siehe eigener Artikel). Siggi Scheidsach vom Gasthof Oberwirt in der Ramsau sprach seine Grußworte und ging auf die Bierhistorie ein. Nicht von ungefähr kommt sein Beitrag zur Ausstellung: Die Ursprünge des Gasthofs Oberwirt reichen über 500 Jahre zurück. In der Ramsau wird in einem Erbrechtsbrief von 1510 eine Taverne genannt. Heute findet man dort besagten Gasthof Oberwirt. In dem Erbrechtsbrief von damals war bereits festgelegt, dass der damalige Wirt, Michael Wegscheider, ohne Erlaubnis des Berchtesgadener Propstes weder Wein noch Bier von auswärts einfuhren durfte. Und so gestaltete sich die Ausstellungseröffnung mit gleichzeitiger Verkostung als gelungene Einführung in ein Thema, das viele Berührungspunkte mit dem Talkessel hat. Bier war schon immer mit der Region verbunden, beliebt, auch weiterhin. Das Hofbrauhaus Berchtesgaden, seit kurzem wieder in Privathand, hat einen jährlichen Getränkeumsatz von 55.000 Hektolitern, beschäftigt 40 Angestellte – vor allem wegen des Bieres. Grund genug, dem Heimatmuseum einen Besuch abzustatten.

kp

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