In Bernau wird schon gefeiert

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Landkreis - Spannung bis zur letzten Minute - das muss nicht unbedingt sein, wenn es nach Kreisspielleiter Bernd Schulz geht. Er will am liebsten all "seinen" Meistern im Fußball-Kreis Inn/Salzach den Pokal persönlich überreichen.

Doch am letzten Spieltag überall gleichzeitig sein, das schafft er nicht. Die Tour zum TSV Bernau kann er schon mal auf das kommende Wochenende vorziehen. Aber das ist nicht die einzige Entscheidung, die vier Wochen vor dem Saisonende schon gefallen ist.

Bayernliga: Der FC Memmingen will den Sprung in die Regionalliga Süd diesmal wagen, nachdem er 2009 keine Lizenz beantragt hatte. Fünf Punkte aus fünf Spielen fehlen noch zum Titel. Selbst Schlusslicht Bad Kötzting steht rechnerisch zwar noch nicht als Absteiger fest, dürfte aber ebensowenig zu retten sein wie Memmelsdorf und Thannhausen.

Landesliga Süd: Der SV Heimstetten schickt sich an, nach zwei Jahren in die Bayernliga zurückzukehren. Oder schafft doch Neuling VfB Eichstätt gleich den Durchmarsch? Für ihn wäre die Bayernliga eine Premiere. Zumindest die Relegation ist realistisch. Dort geht es für den Süd-Zweiten zuerst gegen den Vize aus dem Norden: eine der Traditionsklubs Schweinfurt 05 - trotz drei Punkten Abzug wegen Zuschauerausschreitungen Spitzenreiter - oder Würzburger FV winken. Am Tabellenende ist der TSV Großhadern schon seit einer Woche als Absteiger fix, und auch Eching scheint kaum noch zu retten. Zwei Oberbayern als Absteiger.

Bezirksoberliga: Als Edmund Stoiber Ministerpräsident war, begann der Siegeszug "seines" BCF Wolfratshausen, jetzt steht der FC Gerolfing aus dem Wohnort von Horst Seehofer vor dem Durchmarsch in die Landesliga. Das 1:2 im Verfolgerduell zwischen der SpVgg Feldmoching und Unterföhring ließ den Vorsprung der Ingolstädter auf sechs Punkte wachsen. Der Vizemeister bekommt es in der Relegation zunächst entweder mit Bubesheim oder Kottern zu tun, die sich an der Spitze der Bezirksoberliga Schwaben ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Bezirksliga Ost: Drei von 16 Bezirksligisten kommen nicht aus dem Kreis Inn/Salzach, zwei davon machen Titel und Aufstieg unter sich aus. Für beide wäre es ein Durchmarsch - für Baldham die Rückkehr in die Bezirksoberliga nach sechs Jahren, für Kirchheim das erste Mal. Für den Vize geht es in der Aufstiegsrunde zunächst gegen den Süd-Zweiten - das ist derzeit der TSV Peiting. Ganz anders die beiden heimischen Kreisliga-Meister von 2009: Neben der SG Schönau muss auch der TuS Raubling postwendend wieder runter, ebenso wie Grafing. Auf mehr als zwei Saisonsiege brachte es keiner der drei.

Kreisliga 1: Rechnerisch wäre die 100-Tore-Marke für 1860 Rosenheim 2 an Pfingsten in Buchbach fällig. Die Bayernliga-Reserve stürmt scheinbar unaufhaltsam zurück in die Bezirksliga, mit exakt vier Toren und nicht einmal einem Gegentor im Schnitt. Für Bad Endorf dürfte es nach fünf Jahren wenigstens zu Platz zwei reichen. Im Abstiegskampf geht es im Nachholspiel morgen um viel: Behält Rohrdorf gegen den SV Westerndorf die Oberhand, fehlen den Gästen schon sechs Punkte zum rettenden Ufer. Gewinnt der SVW, schließt er zu Rohrdorf und Vogtareuth auf.

Kreisliga 2: Das Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg geht weiter. Der FC Töging will nach drei Jahren endlich zurück in die Bezirksliga, der TSV Waging wäre da ganz neu. Im Scheitern haben beide Übung: Waging zog vor vier Jahren in der Relegation den Kürzeren, Töging erst vor elf Monaten. Schafft die Elf vom Wasserschloss wieder nur Platz zwei, kann das der eigenen zweiten Mannschaft schaden, die um den Aufstieg in die Kreisliga kämpft - mehr dazu weiter unten. Relativ klar ist, dass Türkspor Waldkraiburg nach drei Jahren zurück in die Kreisklasse muss. Sieben Punkte sind in vier Spielen kaum aufzuholen. Wo es hapert? 16 Tore in 22 Spielen sind einfach zu wenig.

Kreisklasse 1: Während in Töging noch gezittert wird, wird in Bernau schon gefeiert - und das gleich doppelt. Erst machte die zweite Mannschaft am Sonntag den Titel in der B-Klasse perfekt, dann machte ausgerechnet Nachbar TuS Prien mit dem 3:1 in Au den TSV endgültig zum Kreisklassen-Meister. So etwas wie 2009 sollte nicht mehr passieren, als die Elf vom Chiemsee am letzten Spieltag von Platz eins auf drei zurückgefallen war. Kreisliga-Fußball gab es in Bernau zuletzt vor 31 Jahren! Im gleichen Jahr 1979 stieg der SV Bruckmühl in die Kreisklasse auf, jetzt geht es runter in die Niederungen der A-Klasse. Daran ist nur noch theoretisch zu rütteln.

Kreisklasse 2: Der SV Amerang kommt der Rückkehr in die Kreisliga nach 14 Jahren immer näher. Zwischendurch (2001-05) krebste es für vier Spielzeiten sogar in der B-Klasse herum. Für Verfolger Edling ist die einzige Kreisliga-Saison sogar 22 Jahre her. Eggstätt droht der tiefe Fall in die A-Klasse - oder erwischt es doch noch Maitenbeth, den A-Klassen-Meister von 2009? Kurios: Sein damaliger Vize Reichertsheim führt in der Kreisklasse 3.

Kreisklasse 3: Nach dem unrühmlichen Rückzug des TSV Ampfing II im Winter muss der Spitzenreiter die letzten drei Spiele auswärts bestreiten - beim FC Mühldorf ist das schon mal gutgegangen. Acht Punkte hat die SG Reichertsheim-Ramsau schon aufgeholt auf den FC Töging II. Der kann allerdings ohnehin nur dann aufsteigen, wenn die erste Mannschaft den Sprung in die Bezirksliga schafft. Denn in der Kreisliga darf ein Verein nur mit einer Mannschaft spielen. Darf Töging II nicht, käme der Nächstplatzierte der Kreisklasse 3 zum Zuge, wie aus der BFV-Spielordnung hervorgeht - notfalls sogar mitten in der Relegation, wenn beide Töginger Teams Zweite würden. Die schlechteste Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt hat Schwindegg. Einen Zähler beträgt der Rückstand auf den FC Mühldorf und Pleiskirchen, aber die schiefe Tabelle täuscht: Die beiden Rivalen haben noch vier Chancen zu punkten, der SVS nur noch zwei. Neben Ampfing gibt es nur einen Direktabsteiger, der Elfte geht in die Relegation.

Kreisklasse 4: Seit dem 5. September 2009 ist der SV Laufen ungeschlagen, doch zum Titel und zum ersten Kreisliga-Jahr seit 1995 fehlen weiterhin zwei Siege. Auf den Showdown am letzten Spieltag gegen Verfolger Kirchanschöring II will es der SVL nicht ankommen lassen. Bad Reichenhall droht nach nur einem Jahr der Abstieg, Grabenstätt sogar der direkte Durchmarsch von der Kreisliga in die A-Klasse.

A-Klasse 1: Der Vorsprung schrumpft, aber er könnte für Kolbermoor II zum direkten Wiederaufstieg reichen. Den hat sich Bad Aibling längst abschminken müssen. Türkspor Rosenheim hat mit dem 2:1 gegen Pang Platz zwei vom Lokal- und Tabellennachbarn erobert, doch Hohenthann lauert und hat in den nächsten zwei Wochen beide Kontrahenten noch vor der Flinte. Feldkirchen II dümpelt dem Abstieg entgegen, und Schechen muss hoffen, Höhenrain vor dem direkten Duell am letzten Spieltag noch in Schlagdistanz zu haben.

A-Klasse 2: Die vier Punkte Vorsprung für Großholzhausen sind trügerisch. Denn die Verfolger Happing und Schleching haben ein Spiel weniger ausgetragen. Nach dem direkten Aufeinandertreffen am kommenden Wochenende dürfte einer der beiden aber aus dem Rennen sein - oder beide? Nur Schloßberg hat sich aus dem Spitzenquartett bereits verabschiedet. Samerberg hat einen großen Schritt zum Klassenerhalt gemacht, Kolbermoor III ist praktisch nicht mehr zu retten.

A-Klasse 3: Herbstmeister SV Söchtenau geht die Puste aus, inzwischen ist Emmering der schärfste Verfolger des ASV Rott. Söchtenau müsste dem Spitzenreiter am Sonntag die zweite Saison-Niederlage zufügen, um noch auf Platz zwei hoffen zu dürfen. Aßling wird wohl von der Kreisklasse in die B-Klasse durchgereicht. Rechtmehring könnte mit einem Abstieg für ein Kuriosum sorgen, wenn die eigene Reserve in der A-Klasse 4 den Klassenerhalt schafft. Das geht - dann wird 2010/11 einfach neu durchnummeriert und die "Zweite" spielt als "Erste" weiter.

A-Klasse 4: Tüßling oder Weidenbach dürfte der Meister heißen. Bleibt der Abstand bis dahin bei zwei Punkten, könnte der SVW die Tüßlinger Tormaschine (82 Treffer in 22 Spielen) im Saisonfinale mit einem "Dreier" zuhause in Heldenstein noch ausschalten. Herbstmeister und Vorjahres-Vize Zangberg ist fast aus dem Rennen. Auch ganz unten könnte die Entscheidung erst am letzten Mai-Wochenende fallen, wenn die punktgleichen Erharting und Rechtmehring II sich treffen.

A-Klasse 5: Spitzenreiter Kirchweidach gibt sich keine Blöße und ist seit zwölf Spielen unbesiegt, Verfolger Burgkirchen spürt eher noch den heißen Atem von Tacherting im Nacken als den FCK noch gefährden zu können. Altötting II ist auch rechnerisch schon abgestiegen, der Vorletzte Kienberg kämpft morgen gegen Palling um den ersten (!) Punkt vor eigenem Publikum (auswärts sind es elf).

A-Klasse 6: In Ruhpolding gab's statt der Meister-Bierdusche den ersten Punktverlust der Saison, doch zu Hause gegen Obing machte der TSV Fridolfing den Titel vorzeitig perfekt. Vor einem Jahr war man noch als Vizemeister an Reichertsheim gescheitert. Auf Platz zwei dürfte der ESV Traunstein II einlaufen. Erlstätt kämpft gegen Altenmarkt schon um die allerletzte Chance auf den Klassenerhalt.

A-Klasse 7: Im Dreikampf an der Spitze hat Oberteisendorf wieder die Nase vorn, zwei Punkte vor dem Lokalrivalen Teisendorf und drei Zähler vor Herbstmeister Weißbach. Den einzigen Abstiegsplatz dürfte Bad Reichenhall II sicher haben, nachdem der ESV Freilassing II schon zum Saisonstart das Handtuch geworfen hatte und in der C-Klasse neu anfangen muss.

B-Klassen: Neben Bernau II ist auch der SV Ramerberg Meister, nachdem Gars dem Verfolger Edling II einen Punkt abtrotzte. Den Aufstieg fast sicher haben auch die FT Rosenheim, der FC Freilassing und der TSV Tittmoning. Iliria Rosenheim könnte im zweiten Jahr der Vereinsgeschichte zum zweiten Mal aufsteigen. Westerndorf II ist seit Sonntag aus dem Rennen - die dritte Nichtantretung machte die Kreisliga-Reserve vorzeitig zum Absteiger.

C-Klassen: Tüßling II und FC Mühldorf III bejubelten den Aufstieg schon vor zwei Wochen, nun sind auch Schloßberg II und Teisendorf II durch. Kurios: Letzterer hat ab dem nächsten Wochenende Sommerpause, ist an den letzten drei Spieltagen spielfrei.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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