Berchtesgadener (41) zwischen Leben und Tod

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Berchtesgaden - Ein Schweinegrippe-Infizierter aus Berchtesgaden liegt auf der Intensivstation, weil er sich einer Woche Zuhause selbst behandelt und die Gefahr unterschätzt hat. **16-Jähriger stirbt an Schweinegrippe**

Intensivstation, Salzburger Landeskliniken. Hier liegt seit Mittwochabend ein 41-jähriger Mann aus dem Kreis Berchtesgadener Land im künstlichen Tiefschlaf. Er trägt den H1N1-Virus in sich – dass er am Freitag überhaupt noch lebte, verdankt er seiner späten, aber gerade noch rechtzeitigen und intensiver Behandlung.

Der Mann, von dem keine chronischen Vorerkrankungen bekannt sind, klagte bereits seit einer Woche über typische Symptome der Schweinegrippe wie hohes Fieber, Kopfschmerzen, Atemnot. „Er ließ sich jedoch nicht ärztlich behandeln“, sagte die Sprecherin der Salzburger Landeskliniken, Mick Weinberger, der tz. Stattdessen vertraute der Mann wohl auf seine Robustheit und auf übliche Mittel, schließlich nimmt im Normalfall die Schweinegrippe einen harmlosen Verlauf.

Am Mittwoch aber verschlechterte sich der Zustand des Oberbayern dermaßen, dass er sich zum Handeln gezwungen sah. Er tauchte in der Notaufnahme auf und klagte über schwere Atemnot. Dort wurde ein akutes Lungenversagen diagnostiziert, was sofortiges Intubieren zur Folge hatte. Andernfalls wäre der Berchtesgadener wohl erstickt. Von der Notaufnahme wurde er auf die interne Intensiv verlegt, eine weitere Diagnose ergab Schweingegrippe und eine Entzündung beider Lungenflügel. Dass die Erkrankung bei dem 41-Jährigen einen derart dramatischen Verlauf nahm, könnte auch daran liegen, dass zur H1N1-Infektion eine bakterielle hinzugekommen war. Diese wird derzeit mir Antibiotika behandelt. Laut Mick Weinberger hat sich der Zustand des Mannes seit Donnerstag leicht gebessert und stabilisiert. Trotzdem bleibe seine Lage kritisch und lebensbedrohlich.

Die Ärzte und Schwestern in den Landeskliniken, die ihn betreuen, sind übrigens alle gegen die Schweinegrippe geimpft. Sämtliches Personal trägt auf der Intensiv Schutzmasken. Einen noch heftigeren Verlauf nahm die H1N1-Infektion bei einer 11-Jährigen aus Bozen, die in Innsbruck behandelt wird. Das sonst gesunde Mädchen war vor einer Woche eingeliefert worden. auch bei der Schülerin wurde Lungenversagen festgestellt. Bislang hat sich dies nicht gebessert. Dass die 11-Jährige noch lebt, verdankt sie der Herz-Lungen-Maschine, die die Organe mit Sauerstoff versorgt. Falls aber nicht bald eine Besserung eintritt, würden die Überlebenschancen des Mädchens deutlich sinken. Es drohe ein Multi-Organversagen.

MC/tz

Lesen Sie hiezu auch:

Bericht: 16-Jähriger stirbt in Augsburg an Schweinegrippe

Gesundheitsminister: Normale Grippe gefährlicher als Schweinegrippe

Experten rechnen mit zweiter Schweinegrippe-Welle

Special:

www.bgland24.de/schweinegrippe

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser