BRK blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

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SEG-Leiter Bernd Resch

Berchtesgaden - Die BRK-Bereitschaft zieht für das Jahr 2011 eine positive Bilanz. Alt bekannte Schwierigkeiten bleiben allerdings weiterhin bestehen.

Ansehnlich seien die Zahlen, konstatierte Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. So ansehnlich, dass man sogar als Feuerwehrler bekräftigendes Lob aussprechen müsse: 23.515 Einsatzstunden – geleistet von nur 15 aktiven Mitgliedern.

Den gesamten Überblick in Zahlen lieferte die stellvertretende Bereitschaftsleiterin Melanie Huber während der Jahreshauptversammlung der BRK-Bereitschaft Berchtesgaden. Und auch Bereitschaftsleiter Walter Söldner blickte in seinem Bericht auf ein spannendes Jahr zurück – trotz knapper finanzieller Mittel – und einer noch immer unbefriedigenden Situation bei der Unterbringung des eigenen Materials und der Fahrzeuge.

„Kritisch“ sei die Garagensituation noch immer. „Von Mitte des vergangenen Jahres an stand eines unserer Fahrzeuge ein halbes Jahr lang bei mir zuhause, ohne Dach über dem Kopf“, so Söldner. Wenigstens könne die Bereitschaft seit letzten Dezember den Stellplatz in der neu umgebauten Garage an der Rettungswache in Berchtesgaden nutzen.

Wertschätzung für die Arbeit des BRK

Bürgermeister Franz Rasp, der bei der Jahreshauptversammlung anwesend war, bot einen Gesprächstermin an, um über die derzeitige, für alle Beteiligten ungünstige Situation zu sprechen. Dass dem Thema Dringlichkeit zukommt, weiß Rasp aus eigener Erfahrung bestens. Im vergangenen Jahre hat Rasp drei Mal die Dienste des Bayerischen Roten Kreuzes in Anspruch genommen. „Ich bin in den Genuss dessen gekommen, was viele als selbstverständlich betrachten“, so Rasp. „Wenn man das BRK selbst nicht braucht, lernt man das Angebot auch nicht kennen und vor allem wertschätzen“.

Jahreshauptversammlung des BRK

Bernd Resch, Leiter der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), sagte, dass die SEG zwar nicht viele Einsätze hatte (zehn in 2011), „wenn, dann aber richtig“. Und deshalb sei es notwendig, das Material, das für den Einsatz notwendig ist, sinnvoll lagern zu können. „Wenn es so weitergeht, müssen wir in Zukunft einen Teil unserer Sachen in Marktschellenberg einlagern“, prognostizierte er. „Was das für künftige Einsätze in Sachen Schnelligkeit bedeutet, dürfte klar sein“, so seine düstere Vorhersage. Schon jetzt „haben sich die Ausrückzeiten erheblich verlängert.“

Bürgermeister Rasp zeigte sich aber zuversichtlich, das Ziel noch nicht aus den Augen verloren zu haben – „wir können gerne darüber sprechen“, so seine Worte in Richtung Bereitschaftsleitung.

Zehntausende freiwillig geleisteter Stunden

Bereitschaftsleiter Walter Söldner sprach seinen Dank in Richtung aller ehrenamtlich Tätigen aus, die im Jahr 2011 97 Sanitätsdienste durchgeführt hatten. Der umfangreichste und stundenintensivste Sanitätsdienst war derjenige an der Kunsteisbahn in Schönau am Königssee. An 49 Tagen leisteten die dort tätigen Sanitäter über 650 Stunden.

Insgesamt wurden 59 Patienten versorgt. „Einige davon mussten zur weiteren Behandlung an die Kollegen des Rettungsdienstes übergeben werden“, berichtete Söldner. An einigen Tagen wurde ein Zusatzfahrzeug benötigt. Die Bereitschaft in Bad Reichenhall konnte dieses stellen, sodass der „Einsatzmarathon am Königssee“ zur Zufriedenheit aller gemeistert werden konnte.

Weitere Einsätze im vergangenen Jahr fanden während des Familienkonzerts am Intercontinental Resort auf dem Obersalzberg statt. Die Bereitschaft war sowohl beim Rosstag in Schönau am Königssee vor Ort, als auch beim Segway-Polo-Turnier, bei dem Apple-Legende Steve Wozniak mit von der Partie war. Ob Skispringen, Skijöring, E-Bike-Event oder Apotheker-Treffen – „das vergangene Jahr war abwechslungsreich“.

Bei Filmaufnahmen am Rossfeld waren die ehrenamtlich Tätigen ebenso dabei, wie bei den Geno-Winterspielen, dem Summit-Trekkertreffen oder dem Feuerwehr-Jubiläum der Königsseer Wehr. Einen Behindertenausflug führte die BRK-Bereitschaft durch und war beim Trau-Dich-Projekt im Kindergarten in Schönau am Königssee und in Ramsau mit dabei.

Finanziell angespannte Situation

Ein Höhepunkt, so Söldner, war der Austausch eines alten Ford Transit gegen einen Zwei-Tragen-Notfall-Krankenwagen. „Wenn man sich vorstellt, dass wir vor über zehn Jahren unseren Renault als letztes Fahrzeug bekommen haben, ist es verständlich, dass die Freude bei der Mannschaft dementsprechend groß war.“

In finanzieller Hinsicht habe man bei der BRK-Bereitschaft jeher das gleiche Problem: „Wir finanzieren unser Material, die Fahrzeuge und deren Instandhaltung durch Einnahmen des Bosna-Standes am Adventsmarkt, durch den Glückshafen und das Altkleider-Sammeln.“ Sanitätsdienste jeglicher Art könnten – wegen einer schwierigen finanziellen Gesamtlage – deshalb nicht mehr umsonst durchgeführt werden.

Dank sprach er all jenen aus, die im vergangenen Jahr direkte und indirekte Unterstützung geleistet und damit zum erfolgreichen Gelingen beigetragen hatten.

Die stellvertretende Bereitschaftsleiterin Melanie Huber lieferte die Zahlen für das vergangene Bereitschafts-Jahr. 77 Mitglieder hatte die Bereitschaft 2011. 15 Mitglieder erbrachten im Gesamten 23.515 Einsatzstunden – pro aktives Mitglied entspricht das einer Einsatzzeit von 65 Tagen. 337 Stunden wurden für den Blutspende-Dienst aufgebracht. „Wir konnten 1.321 Blutkonserven an die Blutbank Salzburg weitergeben“, freute sich Huber.

Bestens ausgebildet in die Einsätze

Der Ausbildungsstand der Bereitschaft umfasst im Jahr 2011 31 Mitglieder mit Sanitätsausbildung, 24 Mitglieder können die Ausbildung zum Rettungsassistenten vorweisen, 13 jene zum Rettungsdiensthelfer. Im Rahmen der Breitenausbildung wurden insgesamt 406 Teilnehmer in unterschiedlichsten Bereichen ausgebildet.

Bernd Resch, Leiter der Schnell-Einsatz-Gruppe, blickte auf zehn Einsätze zurück. 29 Mitglieder zählt die SEG derzeit. Ein Motivationsschub bedeute die Ausstattung mit der über den K-Schutz finanzierten Einsatzkleidung. „Die ersten elf Garnituren stehen uns seit zwei Wochen zur Verfügung“, so Resch. „Die restlichen muss die Bereitschaft voraussichtlich aus eigenen Mitteln finanzieren.“

In dem Tätigkeitsbericht der Rettungswache ging Walter Söldner stellvertretend für deren Leiter Hermann Scherer auf das Rettungsdienstjahr 2011 ein. So leisteten haupt- und nebenamtlich Tätige weit über 40.000 Stunden. 2691 Krankentransporte, 327 Notfalleinsätze und 988 Notarzteinsätze summierten sich zu einer stattlichen Einsatzstatistik.

kp

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