23 Meter in die Tiefe gebohrt

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Berchtesgaden - Ein Super-Bohrer bohrt derzeit 23 Meter tiefe Löcher entlang der Berchtesgadener Ache. Der Grund für die Arbeiten ist eine neue Brücke, die dort entsteht.

Der Himmel ist bewölkt, es nieselt leicht. Der Boden ist matschig, der Mega-Bagger wühlt sich durch den schmierigen Untergrund, seinem Ziel entgegen. Der Bagger ist kein Bagger im klassischen Sinne, vielmehr ein Bohrer, ein Super-Bohrer. Mit 1,2-Meter dickem Aufsatz. In die Erde getrieben, sorgt dieser dafür, dass Berchtesgadens neue Breitwiesenbrücke auf sicheren Füßen stehen wird.

Spezialgerät frisst sich 23 Meter in die Tiefe

Der Boden vibriert, als die Riesenmaschine Fahrt aufnimmt. Das Monstrum wurde eigens per Schwertransport nach Berchtesgaden gekarrt. Einen Tag später als geplant, da es Probleme mit der Polizeieskorte gab. Jetzt ist die Gerätschaft in Berchtesgaden angekommen, vorne dran trägt sie einen meterhohen Bohr-Aufsatz. „Ein Riesending“, sagt ein älterer Herr, der die Szenerie gespannt verfolgt. Die Breitwiesenbrücke, die bis Ende des Jahres für 1,3 Millionen Euro gebaut werden soll, erfordert viel technisches Know-how. Und Maschinen, die der Alltag nicht kennt. „23 Meter tief müssen wir bohren“, sagt ein Arbeiter, der dem Maschinen-Navigator den Weg weist.

Zwei bis drei Wochen dauert es, insgesamt 14 Bohrungen an der künftigen Brücke durchzuführen. In diese metertiefen Löcher kommt ein Geflecht aus Stahl, das wiederum mit Beton übergossen wird. Am Ende steht die Brücke, 1000 Tonnen schwer, auf Betonpfählen, die tief in das Erdreich getrieben wurden und dort eine sichere Standfestigkeit garantieren. Der riesige Bohrkopf ist tonnenschwer, erinnert an eine überdimensionale Schraube und wird angetrieben von einem mächtigen Caterpillar-Motor. „40 Liter Diesel frisst er“, sagt der Arbeiter. Das Gerät dröhnt und stöhnt, als der Bohrer sich seinen Weg in das Erdreich bahnt, Tonnen von Erde, Steinen und Wasser zutage fördert. Mühsam scheint das Vorankommen, Meter für Meter.

„Wenn wir Pech haben, verzögern sich die Arbeiten hinten hinaus etwas“, sagt der Mann. Der Motor knattert, der Bohrer dreht sich tiefer und tiefer. Bald ist man am Ziel, in über 20 Metern Tiefe, angekommen. Stundenlang hat das Prozedere gedauert. Ein Erfolg für die Beteiligten. Am nächsten Tag ist Loch Nummer zwei dran.

kp

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