Neuwahlen bei den Weihnachtsschützen

+
Wurden für besondere Anlässe geehrt: Johannes Schöbinger (l.) für seine langjährige Moderationstätigkeit und Erwin Kranawetvogl (r.; 36 Jahre Kassenprüfer). Mitte: Vorsitzender Rudi Koller.

Berchtesgaden - Einen knappen Rückblick auf das vergangene Jahr bot Rudi Koller, Vorsitzender der Vereinigten Weihnachtsschützen, während der jährlichen Generalversammlung.

Im Bräustüberl in Berchtesgaden wurde das vergangene Jahr Revue passiert. Höhepunkt waren die Neuwahlen der Vorstandschaft, die nun weitere drei Jahre die Geschicke der Vereinigten Weihnachtsschützen lenken wird. Streitthemen von einst, die immer wieder für heftige Diskussionen gesorgt hatten - etwa das Schießen mit dem Zapfen – gibt es aktuell keine. In einer Sache ist man sich aber einig: „Im zukünftigen Haus der Berge wollen wir uns nicht präsentieren.“

Gut besucht war das Bräustüberl bei der Generalversammlung der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes.

Der Zapfenstreit hatte damals große Wogen geschlagen. Dabei ging es um Weichholzzapfen, die zur Verdämmung in den Böller geschlagen werden. Das Schwarzpulver wird dadurch gepresst, verbrennt besser. Der Zapfen fliegt bei der Explosion des Schwarzpulvers nach vorne weg oder zersplittert. Ein Verbot des Zapfens? Kam für Koller nicht in Frage. Deshalb setzte er sich maßgeblich dafür ein, trug sein Anliegen in die Politik. Die Zapfenfrage konnte geklärt werden.

Aktuell ist man bei den Vereinigten Weihnachtsschützen glücklich darüber, dass derartige Themen fehlen. Nachdem die Versammlung, darunter die Vorstände der 17 Weihnachtsschützenvereine, der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht hatten, verlas Josef Prex den Schriftführerbericht für 2011.

Ausführlich ging er auf wichtige Stationen des abgelaufenen Vereinsjahres ein: Auf die unter guten Bedingungen gestandene Gautrachtenwallfahrt im Mai oder die Böller-Wiederholungsprüfung, bei der über 170 Böller zur Prüfung eingereicht wurden. Auch das Heilig-Geist-Schießen an Pfingsten stellte einen bedeutungsvollen Jahrtag dar. Zufrieden zeigte sich Prex über die Resonanz der Besucher für die drei letztjährigen Heimatabende. „1136 zahlende Leute konnten wir begrüßen“. Und auch die weihnachtliche Veranstaltung zum Ende des Jahres hin war mit 547 Zuschauern ein voller Erfolg für die Ausrichter.

Wurde eine besondere Ehrung zuteil (v. l.): Michael Biermaier (Silbernes Ehrenzeichen für 25 Jahre), Schützenmeister Hansi Fegg (Silbernes Ehrenzeichen) und Franz Moser (Goldenes Gau-Ehrenzeichen für 50 Jahre Mitgliedschaft). Rechts: Vorsitzender Rudi Koller.

Eine Änderung hatte es allerdings im Vorfeld gegeben. Johannes Schöbinger, der als Moderator bekannt war, hatte seinen Posten aufgegeben. Gefolgt war ihm Michael Koller, Vorstand der Untersalzberger Weihnachtsschützen. Herrliches Sommerwetter begleitete den Schützenjahrtag, so Prex, und auch das Gaufest in Burghausen ging erfolgreich über die Bühne. Im August stand das Jubiläum „100 Jahre Weihnachtsschützenverein Ettenberg“ inklusive eines Festabend an. Und auch das 90-jährige Gründungsjubiläum der D’Kehlstoana zusammen mit den Obersalzberger Weihnachtsschützen sowie das 85. Fahnenjubiläum der Bischofswieser Weihnachtsschützen im Oktober wurden von Prex als besondere Ereignisse herausgehoben.

Die Möglichkeit, dass sich die Vereinigten Weihnachtsschützenvereine im künftigen Haus der Berge präsentieren könnten, lehne man gemeinschaftlich ab, sagte Prex. Im letzten Jahr hatten sich Vorsitzender Koller zusammen mit den Vorständen der einzelnen Vereine beratschlagt und war zum Entschluss gekommen, dass man sich nicht im Haus der Berger, dem neuen Umweltinformationszentrum des Nationalparks, präsentieren wolle. „Wir müssen uns dort nicht darstellen“, sagte Koller, der immer große Bedenken geäußert hatte.

An Heilig Abend nahmen 927 Weihnachtsschützen am traditionellen Mettenschießen an allen Standorten teil, so Prex. Das Jahr 2012 wurde von 637 Mann am Silvester-Abend begrüßt. Die Weihnachtsschützen Au feierten kurz darauf, im Januar, ihr 90. Gründungsjubiläum, was weitere Feierlichkeiten mit sich brachte. Der aktuelle Mitgliederstand bei der Vereinigung liegt bei 3211. Vorsitzender Rudi Koller zeigte sich damit sehr zufrieden. Und auch Peter Altmann, der den Kassenbericht vortrug, gab keinen Anlass für Beunruhigung: Zwar hatte man 2011 ein Minus zu verzeichnen, der Kassenstand ist aber noch immer zufriedenstellend. Erwin Kranawetvogl, der 36 Jahre lang die Kasse geprüft hatte, verabschiedete sich aus seinem Amt – wie immer mit einem kurzen, aber knackigen Vers, der so manches laute Lachen nach sich zog.

Vereinigten-Vorsitzender Rudi Koller freute sich, dass so viele zur Generalversammlung gekommen waren und sagte, dass es heutzutage nicht mehr selbstverständlich sei, einen Verein zu führen, so wie das die 17 Vorstände der Weihnachtsschützen machten. Besonders stolz zeigte er sich, dass viele junge Gesichter bei den Schützen zu finden seien. In Sachen Nachwuchs gebe es keine Schwierigkeiten: „Das Interesse der Jungen am Vereinsgeschehen ist überaus erfreulich.“ Viele Neuaufnahmen seien zu verzeichnen, das „Erbe der Väter“ werde dadurch weitergetragen. Dank äußerte Koller gegenüber allen aktiven Schützen. Das vergangene Jahr sei gut verlaufen, trotz zweier Schießunfälle, die sich ereignet hatten. Bürgermeister Franz Rasp sprach Rudi Koller seine Anerkennung aus: „Du redest nicht viel und blumig, aber Du hast den Schützen in Dir“. Die Wahlleitung während der Neuwahlen übernahm Michael Koller, 1. Vorstand der Untersalzberger Weihnachtsschützen. Zuvor forderte dieser, dass man gemeinsam den Fokus wieder mehr auf das Inhaltliche richten solle. Wichtig sei, dass sich das Brauchtum weiterentwickle, „die Zeit ist nicht stehengeblieben“ – Vorschriften gebe es zuhauf, diese gelte es zu beachten. Die 17 Vorstände der Vereinigten Weihnachtsschützen wählten im Folgenden einstimmig die neue Vorstandschaft. Deren 1. Vorsitzender bleibt für weitere drei Jahre Rudi Koller, 2. Vorsitzender bleibt Wasti Angerer und auch Josef Prex wird das Vereinigten-Jahr als Schriftführer weiterhin zu Papier bringen. Peter Altmann kümmert sich ferner um die finanziellen Aspekte als Kassier. Einstimmig wurden Hans Fischer, Peter Ponn und Hannes Grill Beiräte. 1. Kassenprüfer ist Franz Pfnür, 2. Kassenprüfer wurde Simon Schwaiger.

kp

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser