Berchtesgadens grausige Visitenkarte

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Berchtesgaden - Schmierereien, kaputte Scheiben, Urinpfützen: Das ist die Kulisse, die der Postturmaufgang einem bietet. Dagegen soll etwas unternommen werden.

Beißender Geruch liegt in der Luft, der Postaufgang, Eigentum der Deutschen Bahn, wirkt düster. Überall liegt Müll. Exkremente befinden sich am Fuße der Treppe. „Für den Unterhalt des Aufgangs sind wir zuständig“, stellt Gemeinderat und dritter Bürgermeister Bartl Mittner zerknirscht fest. „Das ist wirklich kein Aushängeschild für unseren Markt“, sagt er. Und hat Recht. Jeden Tag nutzen den Aufgang viele Fußgänger, die vom Bahnhof in Richtung Marktkern spazieren. Lust am Durchgehen hat aber keiner der Passanten. Doch gibt es nicht viele Alternativen. „Wir sollten unbedingt was unternehmen“, fordert Gemeinderat Kortenacker. Konkrete Ideen, wie man dem Vandalismus Herr werden könnte, hat er aber keine. „Warum sollen wir in fremdes Eigentum investieren“, fragt er – und hat die Antwort gleich parat: Weil es eine Zumutung sei, Berchtesgadens Gäste die Treppen nehmen zu lassen. Marktbaumeister Grassl pflichtet ihm bei. Das Problem ist Jahrzehnte alt. Der an den Postturmaufgang angeschlossene Bahnhofssteg ist besprüht mit Graffitis. Für Spaziergänger offenbart sich eine optische Katastrophe. Die aber demnächst verschwinden soll, wie Grassl bestätigt. „Ein Graffiti-Trupp wurde uns zugesagt“. Eine Mannschaft von Experten, die die zahlreichen Schmierereien aus dem Turm und vom Steg entfernen soll. Doch sei es noch nicht ganz klar, wann das Team anrückt.

So sieht es auf dem Postturmaufgang aus:

Berchtesgaden's optische Katastrophe

„Demnächst“, hofft der Marktbaumeister und lächelt. Wenn man in Zeiträumen der Deutschen Bahn denkt, kann das eine lange Zeit sein: Denn das Unternehmen behandelt den Bahnhof in Berchtesgaden schon seit Jahren stiefmütterlich. Kofferbänder funktionieren nicht, die alten Toilettenanlagen sind heruntergekommen. Die Graffitis sollen also verschwinden – und auch in anderer Hinsicht habe man Gegenmaßnahmen ergriffen, um den Turm-Vandalen begegnen zu können. „Kameras wurden im Turm angebracht“, sagt Bürgermeister Franz Rasp. Anscheinend zeigten diese bereits abschreckende Wirkung. Weniger Vorkommnisse, aber vorbei ist das Problem noch lange nicht. „Wir müssen handeln“, sagt ein Gemeinderat eindringlich. Er weiß, warum: Das „Haus der Berge“ ist nicht mehr fern. Ab Mai 2013 wird ein Großteil der Gäste, die mit der Bahn angereist sind, den Postturmaufgang benutzen. Dann, so hofft man, in präsentierbarem Zustand.

kp

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