Übernimmt die DB die BLB?

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Der "Flirt"-Zug der Berchtesgadener Land Bahn (BLB).

Berchtesgaden - Bahnstrecke Berchtesgaden-Freilassing: Ausgeschrieben, neu vergeben und nun doch wieder bei der Deutschen Bahn? Die DB will den britischen Mutterkonzern ARRIVA übernehmen.

Auf den ersten Blick hat die Nachricht nichts mit dem Berchtesgadener Land zu tun: die Deutsche Bahn AG will für 2,8 Milliarden Euro den privaten britischen Eisenbahnkonzern ARRIVA erwerben. Diese Pläne werden aber mit der Berchtesgadener Land Bahn (BLB) wohl direkt den Betreiber der Bahnstrecke zwischen Berchtesgaden und Freilassing betreffen.

Deshalb befasste sich der SPD-Kreisverband bei einem Vorstandstreffen in Bad Reichenhall mit diesem aktuellen Thema. „Die BLB gehört jeweils zur Hälfte der Salzburg AG und der Regentalbahn AG. Die Regentalbahn wurde wiederum nach der Privatisierung durch den Freistaat Bayern von der ARRIVA erworben, die seit 2006 alle Anteile an der Regentalbahn AG hält.

Deswegen findet man beispielsweise auf der Internetseite der ARRIVA neben der Vogtlandbahn auch die BLB als Tochtergesellschaft“, stellte der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger dar. „Wenn also die ARRIVA nun ihrerseits durch die Deutsche Bahn AG erworben wird, betreibt dann eine hälftige Tochter der Deutschen Bahn die Strecke Berchtesgaden-Laufen. Ein interessantes Ergebnis nach einem mit hohem Aufwand betriebenen europaweiten Ausschreibungsverfahren“, ergänzte der SPD-Kreisvorsitzende.

Im Gespräch über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis (von links nach rechts): Hans Metzenleitner (Sprecher SPD-Kreistagsfraktion), Bartl Mittner (verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender)

„Soweit wird es wahrscheinlich nicht kommen. Aus kartellrechtlichen Gründen müsste sich die DB wohl von dem deutschen Konzernteil der ARRIVA ganz oder zum Teil trennen. Die spannenden Fragen sind dann aber: Wer tritt an ihre Stelle? Und: hat das Auswirkungen auf unsere Bahnstrecke?“, führte der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner die Diskussion fort. „Uns geht es neben einem guten Angebot im öffentlichen Nahverkehr für unseren Landkreis vor allem um die Arbeitsplätze und die Situation der Arbeitnehmer“, fügte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Bartl Mittner aus.

„Wir unterstützen deshalb als SPD vehement die Forderung der Gewerkschaften nach einem Branchentarifvertrag für alle Bahnbeschäftigten, die bei den diesjährigen Tarifverhandlungen ansteht“, so der 3. Bürgermeister von Berchtesgaden. So könne man Niedriglöhnen in der Branche effektiv entgegentreten, meinte er.

„Wir werden uns als SPD-Kreisvorstand in den nächsten Tagen mit der Gewerkschaft TRANSNET treffen, um über diese aktuellen Fragen zu beraten. Und unsere Mandatsträger in Bund und Land einbinden, damit wir über die weitere Entwicklung in Sachen DB / ARRIVA / BLB auf dem Laufenden bleiben“, erklärte Roman Niederberger zum Schluss des Treffens.

Pressemitteilung SPD Berchtesgadener Land

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