Startschuss für den Kehlstein-Bus

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Busfahrt über den Kehlstein. Warscheinlich dies spektakulärste Reiseroute in Berchtesgaden.

Berchtesgaden - Es ist wohl die spektakulärste Omnibusstrecke Deutschlands – und mit Sicherheit auch eine der bestbefahrenen. Am Freitag findet die Kehlstein-Eröffnungsfahrt statt.

Nach der erfolgreichen Saison im vergangenen Jahr erwartet RVO-Niederlassungsleiter im Berchtesgadener Land, Andreas Datz, auch dieses Jahr wieder eine große Besucherzahl. Im letzten Jahr beförderte die RVO rund 330.000 Fahrgäste auf den geschichtsträchtigen Berg.

Tourismusdirektor Michael Grießer

Die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) ist Konzessionär der Linie, die RVO jenes Auftragsunternehmen, das die Besucher transportiert – seit 1976. „Unfallfrei“, sagt Andreas Datz. Darauf komme es an, die Sicherheit der Strecke und der eingesetzten Busse sei einer der wichtigsten Aspekte überhaupt. Für die Region, für den Tourismus sei der Kehlstein ein „Magnet“, eines von fünf großen touristischen Highlights mit großem Zulauf – Königssee und Salzbergwerk inklusive. Über 300000 Besucher in der vergangenen Saison – „eines unserer besten Jahre“, sagt Datz. Nur in den Jahren der Wende wollten mehr Besucher auf den Kehlstein. Zehn Busse sind in der Hauptsaison auf der Kehlsteinstrecke unterwegs, „an Spitzentagen stocken wir auf“, erklärt der Niederlassungsleiter im Interview. 13 Busse in der Spitze. Mit einem durchschnittlichen Alter von 2,3 Jahren ist im Linienverkehr am Kehlstein die modernste Busflotte der RVO im Einsatz.

16 langjährige Mitarbeiter befinden sich in der Kehlstein-Fahrergruppe. An einem Spitzentag befördert die RVO bis zu 3500 Fahrgäste. Doch bis gefahren werden darf, stehen jedes Jahr aufs Neue diverse Vorarbeiten auf dem Programm. Fangzäune – wegen Steinschlags – müssen eingehängt werden, Felsputzarbeiten gehören zum Standard-Werk, bevor das Staatliche Bauamt Traunstein, die fachliche Behörde, die Strecke überhaupt erst freigibt. „Auf einer solchen Strecke trägt man eine große Verantwortung“, sagt Andreas Datz. Demnach tue man gut daran, alles der Sicherheit Zuträgliche umzusetzen, so etwa das elektronische Bremssystem „EBS“ oder der „Retarder“, eine verschleißfreie Wirbeltrommelbremse, die bei den Kehlstein-Bussen im Einsatz ist. Passiert sei seit 1976 nichts, trotz einer jährlichen Kilometerlaufleistung von rund 140.000 Kilometern, die die Busse auf der Kehlstein-Strecke zurücklegen. In der Saison 2010 absolvierten die Busfahrer 10500 Auffahrten, 15 Minuten dauert eine Fahrt, sieben Kilometer Wegstrecke, die Steigung erreicht bis zu 24 Prozentpunkte. Der Höhenunterschied zwischen Kehlstein-Parkplatz und Zielort beträgt 770 Höhenmeter. Nur wenn man in der Zeit bleibt, kann der eng geschnürte Zeitplan realisiert werden. Gefahren wird im 25-Minuten-Takt, beginnend ab 8:55 Uhr, die letzte Auffahrt wird um 16.00 Uhr angegangen. „Jeden Tag findet eine erneute Streckenfreigabe seitens der TRBK statt“, sagt Datz.

Auf der Kehlstein-Strecke müsse man genau arbeiten, die Sicherheit zu jedem Zeitpunkt in den Vordergrund rücken. Das sieht auch Tourismusdirektor Michael Grießer so, der die Gewährleistung eines dauerhaft sicheren Betriebes anstrebt. Was er sich für die aktuelle Saison erwarte? „In jedem Fall ein gutes Jahr“, sagt er. Orientieren würde man sich an den Durchschnittszahlen der vergangenen zehn Jahre. 280.000 Besucher seien das gewesen, das vergangene Jahr dann war ein besonders starkes, „vor allem wegen der Oberammergauer Passionsspiele.“ Viele Amerikaner seien dann, alle zehn Jahre, unterwegs, unternehmen Tagesexkursionen nach Berchtesgaden, auf den Kehlstein. „Das spüren wir deutlich“, sagt der Tourismusdirektor. Ab Samstag, 7. Mai, wird die Kehlstein-Strecke wieder täglich bedient.

kp

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