"Herr Putin, so wird Frieden gemacht!"

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Nach einer ereignisreichen Woche im Berchtesgadener Land musste man am Abreisetag vor der Maria Ward Realschule leider wieder Abschied nehmen.

Landkreis - Eine Schülergruppe aus Polen - zu Gast bei der Maria Ward Realschule Bad Reichenhall - zeigte mit Blick auf die Krim-Krise vorbildlich, "wie Frieden gemacht wird".

Bereits zum sechsten Mal in der schon nun langjährigen Geschichte der Partnerschaft mit dem Landkreis Belchatow war in der vergangene Woche eine Schülergruppe aus Polen im Berchtesgadener Land zu Gast. 18 Schülerinnen und zwei Schüler, welche bei Gastfamilien der Maria Ward Realschule Bad Reichenhall untergebracht waren, lernten dabei den heimischen Landkreis näher kennen und waren sich am Ende einig: „Hier möchten wir nochmal her!“ Organisiert wurde das Programm von der heimischen Europa-Union, welche die seit 2007 offiziell besiegelte Landkreispartnerschaft mit Belchatow initiiert hatte und schon seit vielen Jahren begleitet.

Rund 13 Stunden Fahrzeit mit dem Bus mussten die polnischen Gäste von dem in Polen zentral gelegenen Ort Belchatow auf sich nehmen, bevor sie in Bad Reichenhall ankamen. Dort wurde die von vier Betreuern begleitete Schülergruppe von der Realschulrektorin Ruth Schliebs und dem Kreisvorsitzenden der Europa-Union, Stefan Wieneke, begrüßt und auch gleich von den Gastfamilien in Empfang genommen.

Volles Programm

Mit einer Führung durch das Ainringer Moos begann dann auch gleich am nächsten Morgen das vielseitige und interessante Programm. Europa-Unions Vorstandsmitglied Walter Soraruf pflanzte bei dieser Gelegenheit mit den Schülern einen Freundschaftsbaum, welcher die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland symbolisiert.

Bei einem anschließenden Rahmenprogramm in der Maria Ward Realschule Bad Reichenhall lernten die Gäste die Schule ihrer Gastgeschwister ausgiebig kennen, bevor es weiter nach Salzburg ging. Hier hatte der Vorsitzende der Jungen Europäer, Manfred Soraruf, unter anderem eine Führung durch das Salzburger Landestheater organisiert.

Am zweiten Tag der Reise nahm die 24-köpfige Gruppe aus Polen zunächst an einer Stadtführung durch Bad Reichenhall teil, welche vom Schatzmeister der Europa-Union, Hermann Kagerer, durchgeführt wurde. Die Führung endete am alten Rathaus, wo der Reichenhaller Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner die Gäste auch gleich im großen Sitzungssaal in Empfang nahm. Lackner stellte dabei Bad Reichenhall in einem Kurzvortrag vor, beantwortete zahlreiche Fragen aus den Reihen der Schülerschaft und nahm eine Einladung in den polnischen Partnerlandkreis dankend an. EU-Vorsitzender Stefan Wieneke bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei der Stadt Bad Reichenhall, welche die Partnerschaft schon seit Jahren intensiv unterstütze.

Salz, Salz, Salz

Danach lernten die Schüler den wohl wichtigsten Schatz Bad Reichenhalls kennen, das Salz. Sichtlich interessiert und begeistert zeigten sich die polnischen Gäste bei einer Führung durch das Betriebsgelände der Neuen Saline Bad Reichenhall. Am Nachmittag führte dann die Rektorin der Berufsschule Freilassing, Rosa Mayer, durch die zahlreichen Abteilungen ihres Hauses. Mit dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Europa-Union, Manfred Weißenberger, ging es am nächsten Tag nach Berchtesgaden, wo man nach einem kurzen Spaziergang durch den Markt das Salzbergwerk besichtigte. Von den dortigen Darbietungen waren die Gäste aus dem osteuropäischen Nachbarland sichtlich angetan.

Nach dem Mittagessen bekamen die Schüler vom Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel persönlich bei einer Führung durch das Haus der Berge die vielen Facetten der Natur im Landkreis aufgezeigt.

Am letzten Ausflugstag ging es am Vormittag mit dem Europa-Union Vorstandsmitglied Dorina Wieneke per Seilbahn auf den Predigtstuhl. Begeistert zeigten sich die Schüler von der dortigen Kulisse und erreichten das Gipfelkreuz nach einer aufregenden Wanderung durch den Tiefschnee. Einige Schüler wollten noch höher hinaus und unternahmen mit dem EU-Kreischef Stefan Wieneke den Aufstieg auf den Hochschlegel. Andere genossen auf den vorhandenen Liegestühlen vor der Schlegelalm einfach die Reichenhaller Sonne. Nach einem Mittagessen auf der Terrasse der Schlegelalm ging es wieder ins Tal, wo man durch den Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Marco Trebuth, eine Führung durch die Hochstaufenkaserne geboten bekam.

Im Anschluss daran stand auch schon wieder der Abschiedsgrillabend auf dem Programm. Vorsitzender Stefan Wieneke dankte dabei allen beteiligten Personen und Institutionen. Allen voran der gesamten Maria Ward Realschule einschließlich Schülern und Eltern, dem Landkreis Berchtesgadener Land, seinen Mitstreitern aus der Europa-Union und natürlich den Gästen aus Polen.

"Niemals Krieg"

Eine Bemerkung zur aktuellen Krim-Krise konnte sich der Reichenhaller dabei nicht verkneifen: „Die Machthaber aus Russland, der Ukraine, Europa und den USA sollten vielleicht heute mal hier sein, dann wüssten sie wie man Freundschaft und Frieden fabriziert! Junge Menschen, welche heute so freundschaftlich miteinander umgehen, werden in 30-40 Jahren – wo sie womöglich selbst politische Entscheidungsträger sein werden – niemals gegeneinander Krieg führen.“, so Wieneke.

Lutz Feiler, welcher in seiner Funktion als stellvertretender Landrat ein Grußwort sprach, unterstrich welch hohe Bedeutung für das Berchtesgadener Land die Partnerschaft mit dem Landkreis Belchatow habe.

Agnieszka Zawodzinska, welche die polnische Gruppe leitete, bedankte sich in ihren anschließenden Worten bei den deutschen Freunden für eine wunderbare Woche im Berchtesgadener Land und betonte, dass man sich bereits jetzt auf den nächsten Gegenbesuch, welcher für September geplant ist, freue.

Am Morgen darauf hieß es dann teilweise unter Tränen endgültig Abschied nehmen, bevor sich der Bus wieder auf den rund 13-stündigen Weg nach Hause machte.

Pressemitteilung EU-BGL

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