Mit dem Roboter auf Spur

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Die zwölfjährigen Reichenhaller Jonas (l.) und Bruno arbeiten gemeinsam an LEGO-Robotern. Im Mai wollen sie an einem Wettbewerb der Technischen Universität München teilnehmen.

Berchtesgaden - Im Schülerforschungszentrum bauen und programmieren Nachwuchsforscher Roboter, um damit einen Universitäts-Wettbewerb zu gewinnen.

Der Roboter flitzt über den Boden, steuert auf eine Wand aus überdimensionalen LEGO-Steinen zu. Dann berührt er die Wand, er bleibt stehen, fährt ein paar Zentimeter zurück. „Das alles haben wir programmiert“, sagen Bruno und Jonas stolz. Beide sind zwölf Jahre alt und gehen auf das Karlsgymnasium in Bad Reichenhall. Und beide sind Teilnehmer am Schülerforschungszentrum in Berchtesgaden. Seit Ende letzter Woche gibt es dort regelmäßig stattfindende Experimentiernachmittage. Diese will das Zwei-Mann-Team auch weiterhin besuchen. Unbedingt. Denn: „Programmieren macht Spaß“. Und am Ende wartet ein Wettbewerb, ausgerichtet von der Technischen Universität München.

„Zuerst bauen wir die Roboter aus den Einzelteilen zusammen“, sagt Bruno. Die Roboter sind von LEGO. Die Serie, aus der sie stammen, nennt sich „Mindstorms“. Roboter, aus Bausteinen zusammengebaut, die mit Hilfe eines Computers das „Arbeiten“ lernen. „Die können ganz schön viel“, weiß Bruno. Denn die LEGO-Maschinen sind mit viel Technik ausgestattet. Optional, versteht sich. „Wir können die Roboter mit Mikrofonen, Lichtsensoren, Ultraschall, aber auch einem Berührungssensor versorgen“, sagt Jonas, so, als täte er nie etwas anderes.

Nachwuchsforscher bauen Roboter

Die Jungforscher bauen, was sie sich gerade in den Kopf gesetzt haben. Im Schülerforschungszentrum ist es das große Ziel, junge Menschen an die Materie heranzuführen. Bei Bruno und Jonas gelingt das Unterfangen optimal: Zum ersten Mal sind sie zu Gast im Schülerforschungszentrum. LEGO-Roboter kennen sie zwar, aber nur aus der Werbung. „Die sind sehr teuer“, sagt Bruno, während er auf flink auf ein paar Knöpfen des Roboterkörpers herumtippt. „Es gibt fünf Programmfolgen“, sagt Jonas.

Das LEGO-Gefährt kann also fünf unabhängige, aufeinander folgende Aktionen durchführen, die auf eingängige Weise programmiert werden. Etwa folgt er einem schwarzen Band, das am Boden klebt, per Lichtsensor, stoppt dann, wenn er sich Dank des Mikrofons einer Geräuschquelle nähert, um im letzten Moment vor einer Wand Halt einzulegen, weil der Ultraschallsensor diese als Hindernis erkannt hatte. Ein ganzes Roboterteam hat sich im Schülerforschungszentrum gebildet, sie alle bauen, basteln und tippen ihre Erkenntnisse in den kleinen Roboter-Computer. Dabei hilft ihnen Heike Gierisch vom Schülerforschungszentrum.

Die Physikerin hat tatkräftig bei der Umsetzung des landesweit einzigartigen Projektes mitgewirkt. Nun bringt sie den Jungforschern kinderfreundlich die ersten Schritte im Programmier-Handwerk bei – und hat Erfolg bei den Kindern. Viele sind während des Experimentiernachmittags zum ersten Mal dabei, auch Bruno und Jonas, und wollen wiederkommen. „Natürlich“, sagt Bruno, der begeistert ist von den Möglichkeiten, die sich auftun. Der Entdecker im Kind freut sich auf viele weitere Nachmittage im Forschungszentrum. Denn das, was in weiter Ferne liegt, aber durchaus realistisch ist, ist spannend und einmalig zugleich: Ein LEGO-Robotics-Wettbewerb im Mai in München.

„Dort werden wir hinfahren“, sagt Heike Gierisch. In einem vorgegebenen Hindernisparcours müssen sich die Roboter der Teilnehmer dann bewähren. Vor Ort müssen sie so programmiert werden, dass alle an sie gestellten Aufgaben erfolgreich gelöst werden: Das geht vom Heben eines Objektes, das im Weg liegt, über das Schlagen eines Balles sowie die genaue Einhaltung eines Weges. Als Belohnung gibt es kleine LEGO-Steine in Edelstein-Optik. Bis die Jungspunde aber soweit sind, gilt es noch, viel Vorarbeit zu leisten. Das weiß auch Gierisch: „In den nächsten Wochen lernen wir das Programmieren am PC“, sagt sie. Dann könnten auch mehr als fünf Programmschritte festgelegt werden. Die Reichenhaller Bruno und Jonas sind schon ganz gespannt darauf, wie es weitergeht. Denn auch ihr Ziel ist der Robotics-Wettbewerb: „Da wollen wir mitmachen“, sagen die Zwei, während sie schon wieder fleißig am Programmieren sind.

kp

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