Stundenlanger Einsatz in Ramsau

Lawine am Hochkalter: Skitourengeher retten Verschütteten (53)

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Blick auf das Lawinenfeld
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Ramsau bei Berchtesgaden - Nach einem Lawinenabgang ist ein Österreicher verschüttet gewesen. Dank rascher Hilfe konnte er gerettet werden.

Update, 20.15 Uhr - Pressemeldung des BRK BGL

Ein 53-jähriger Skitourengeher aus Oberösterreich hat am frühen Samstagnachmittag einen Lawinenunfall an der Ofentalschneid in rund 2.000 Metern Höhe am Hochkalter durch rasche Kameradenrettung nach erster Einschätzung leicht verletzt überlebt: Der Mann wurde von hinten von einer sehr großen Lawine erfasst, mitgerissen und komplett verschüttet, die sich aus dem Steilgelände des Ofentalhörndls von selbst gelöst hatte. Fünf weitere Tourengeher in der Ofentalscharte hatten den Unfall mitgekommen, fanden den Mann sofort, da ein Bein noch aus dem Schnee herausschaute, gruben ihn innerhalb weniger Minuten aus und leisteten dem zunächst bewusstlosen, aber dann wieder ansprechbaren Mann erste Hilfe.

Als gegen 14 Uhr der Notruf über Österreich einging, schickte die Leitstelle Traunstein die Bergwacht Ramsau und den Traunsteiner Rettungshubschrauber "Christoph 14" los. Der Pilot schaffte es trotz des starken Windes, den Notarzt und einen Bergretter im Schwebeflug an der Unfallstelle abzusetzen, wobei der Heli dabei von einer Böe erfasst wurde und der Pilot das Leistungslimit überschreiten musste, um die Maschine stabil zu halten, damit die Einsatzkräfte sicher aussteigen konnten. "Christoph 14" kehrte ins Tal zurück, wobei die nachgeforderte Besatzung eines Transporthubschraubers der Bundespolizei die Einsatzstelle wegen des starken Winds ebenfalls nicht mehr erreichen konnte. Sie setzte in rund 1.400 Metern Höhe in der Nähe der Ofentalhütte drei Bergretter mit weiterer Ausrüstung per Winde ab, die den restlichen eineinhalbstündigen Weg mit Skiern aufstiegen. Weitere Bergretter fuhren so weit wie möglich mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) samt Anhänger los, um den Patienten später von der Fußmannschaft zu übernehmen, wobei sie durch etliche umgestürzte, bisher nicht beseitigte Bäume auf dem Weg ausgebremst wurden, die sie erst wegschneiden mussten.

Während die Bergwacht sich auf einen aufwendigen, bodengebundenen Abtransport eingestellt hatte und die Bergretter bereits mit dem Akja zu Fuß beim Patienten angekommen waren, änderte sich die Lage unerwartet: Die Besatzung des Polizeihubschraubers "Edelweiß 2", die eigentlich nur den Lawinenabgang dokumentieren wollte, schaffte es in einem günstigen Moment, den Notarzt und den Patienten im Luftrettungssack per Winde aufzunehmen und ins Tal zu fliegen. Von dort aus ging es mit dem Transporthubschrauber der Bundespolizei weiter zum Klinikum Traunstein. Die Ersthelfer und die Bergretter fuhren selbstständig ab.

Während des großen Lawineneinsatzes stürzte eine 58-jährige Reichenhallerin auf der Hirscheck-Skiabfahrt schwer und verletzte sich am Rücken. Ihr Sohn leistete erste Hilfe und setzte einen Notruf ab. Zwei Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau fuhren zur Talstation, von dort aus mit dem Motorschlitten zur Unfallstelle und versorgten die Frau zusammen mit der Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers "Christophorus 6", die oberhalb der Verunfallten landen konnte. Per Heli ging es für die Einheimische dann zum Salzburger Landeskrankenhaus. Die Bergwacht Ramsau musste von ihrer Rettungswache den Einsatz der insgesamt vier Helis koordinieren, wobei die Bergwacht Traunstein mit dem Kerosinanhänger zum Nachtanken in die Ramsau fuhr. Die Bergwacht Ramsau war bis 19.30 Uhr rund fünfeinhalb Stunden lang im Einsatz.

Pressemeldung des Bayerischen Roten Kreuzes - Kreisverband Berchtesgadener Land

Erstmeldung

Zu einem Lawinenabgang ist es am Nachmittag des 16. Märzes etwa 14 Uhr am Hochkalter nahe Ramsau bei Berchtesgaden gekommen. Wie die Polizeiinspektion Berchtesgaden bestätigt, hat es einen Einsatz der Bergwacht gegeben.

Nach Informationen der Presseagentur Aktivnews ist eine sechsköpfige Skitourengruppe aus dem Raum Braunau auf den Hochkalter im Bereich Hochschneid aufgestiegen und in ein Schneebrett geraten. Ein Skifahrer ist dabei mitgerissen und verschüttet worden. Dank dem schnellen und professionellen Handeln der Kameraden, die sofort nach dem Verschütteten gesucht haben, konnte der Mann geortet und ausgegraben werden.

Zeitgleich ist die Einsatzzentrale alarmiert und die Rettungskette in Gang gesetzt worden. Diese ist jedoch nicht ohne Hindernisse abgelaufen. Aufgrund eines technischen Defektes hat der Notarzthubschruaber "Christoph 14" aus Traunstein den Einsatz kurz nach der Landung in Ramsau abbrechen müssen.

Sogleich ist die Bundespolizeimaschine "Pirol" nachalarmiert worden, konnte aber im Einsatzgebiet zunächst nicht operieren. Mit dem ebenfalls hinzugezogenen Polizeihubschrauber "Edelweiß 2" ist der leicht verletzte Mann schließlich ins Tal gebracht worden.

Anschließend hat die Bundespolizeimaschine "Pirol" den Patienten ins Krankenhaus nach Traunstein transportiert. Die Polizei Berchtesgaden ermittelt zum Unfallhergang. Neben den Hubschraubern sind auch Bergretter aus der Ramsau im Einsatz gewesen.

Mäßige Lawinenwarnstufe in den Bergen

Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht derzeit in den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen die mäßige Warnstufe 2. "An sonnenbeschienenen Steilhängen auf die Selbstauslösung meist mittelgroßer, oberflächlicher Lockerschnee- und Schneebrettlawinen achten", lautet der Hinweis im aktuellen Bericht. "Hänge mit Gleitschneerissen meiden."

Bis Samstagmorgen sind in den Hochlagen bei kräftigem Wind aus westlichen Richtungen nochmals 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. Erst ab etwa 2.200 Metern ist die Schneeoberfläche pulvrig und kalt. Die Schneedecke ist zudem stark vom Wind beeinflusst. Frischer Triebschnee liegt auf lockerem Schnee und ist störanfällig. In mittleren Lagen ist der Neuschnee feucht und pappig. Auch die verharschte Altschneedecke ist von oben durchfeuchtet. Vor allem unterhalb 1.600 Metern, wo die Schneedecke bereits zum Boden hin feucht ist, kann der Schnee dann am Boden abrutschen.

ksl

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