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Goldener Ehrenring für Rudolf Schaupp

Premiere in Berchtesgaden: Auszeichnung für zwei verdiente Marktbürger

Bürgermeister Franz Rasp (links) und die Gewürdigten Rudolf Schaupp (Mitte) und Bartl Mittner.
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Bürgermeister Franz Rasp (links) und die Gewürdigten Rudolf Schaupp (Mitte) und Bartl Mittner.

Am Ende war Rudolf Schaupp den Tränen nah: Erstmalig hat die Gemeinde Berchtesgaden den „Goldenen Ehrenring” an verdiente Mitbürger ausgegeben, zwei „Urgesteine”, wie Bürgermeister Franz Rasp sagte. Für ihre Lebenswerke wurden Rudolf Schaupp und Bartl Mittner mit einem eigens gestalteten Goldring ausgezeichnet.

Berchtesgaden – Den Ehrenring in Gold des Landkreises hatte Schaupp bereits im vergangenen April von Landrat Bernhard Kern verliehen bekommen - „für sein langjähriges und herausragendes Engagement um das Ansehen des Berchtesgadener Landes” und als „Bindeglied für den gesamten Landkreis”. Nun folgte die Auszeichnung in seiner Heimatgemeinde. Rasp bezeichnete Schaupp und Mittner als „Fixpunkte in der kommunalen Familie”, die beide „große Opfer erbracht haben und von den Bürgern vor jeder Wahl einen Vertrauensvorschuss bekamen - dem sie immer gerecht wurden”.  

Die kommunalpolitische Karriere von Rudolf Schaupp hatte im Jahr 1984 als Gemeinderatsmitglied des Marktes Berchtesgaden begonnen. Sechs Jahre lang war er Lokalpolitiker, ehe er zum Bürgermeister gewählt wurde. Das Amt hatte er drei Legislaturperioden inne, bis zum Jahr 2008. In seiner Amtszeit als Erster Bürgermeister wurden zahlreiche Projekte realisiert: unter anderem der Neubau des Feuerwehrhauses an der Bergwerkstraße und die Vergrößerung der Fußgängerzone mit der für damalige Verhältnisse visionären Einrichtung einer autofreien Zone in Berchtesgaden. Erinnerungswürdig sei der Neubau der Watzmanntherme gewesen sowie die Errichtung der von Diskussionen begleiteten Dokumentation Obersalzberg, des Hotels Kempinski sowie der Neubau des Gymnasiums Berchtesgaden. Seiner Zeit weit voraus sei Schaupp gewesen, als er vor rund 30 Jahren den Elektrobus in Berchtesgaden einführte, ein damaliges Novum in Sachen Mobilität. 

„Meine schönsten und glücklichsten Momente“

Von 1990 bis 2020 war Rudolf Schaupp Mitglied des Kreistages, von 1992 bis 2020 vertrat er die Landräte des Berchtesgadener Landes, zunächst Martin Seidl, später Georg Grabner. Er übernahm in seiner Funktion „etliche Termine” in Vertretung für Altlandrat Georg Grabner. Die Tätigkeit als Stellvertreter des Landrates für insgesamt 28 Jahre – auch während seiner Tätigkeit als erster Bürgermeister – zeige, wie stark sich Rudolf Schaupp in der Kommunalpolitik engagierte, sagte Franz Rasp.

Rudolf Schaupp unterstützte maßgeblich die Idee, das Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land im Gebäude des alten Gymnasiums Berchtesgaden unterzubringen. Aus dieser Grundidee wurde 2009 ein Verein gegründet, der 2013 in die Trägerschaft des Landkreises überging. „Es waren meine schönsten und glücklichsten Momente”, sagte Schaupp im Rückblick. Prägende Ereignisse fielen in diese Zeit, unter anderem die Grenzöffnung, aber auch die „Rekultivierung des Obersalzbergs”. Ein besonderer Moment für Schaupp: Die 900-Jahr-Feier von Berchtesgaden. Allerdings gab es traurige Momente, viele „tragische Vorfälle” zählte Schaupp während seiner Zeit als stellvertretender Landrat: „Etliche Hochwasser gab es, eine Brandkatastrophe am Thumsee - und das Tragischste: der Eishalleneinsturz 2006.”

Seinen Dank richtete Schaupp an dessen Wegbegleiter, darunter seine Familie, die ihn allzeit unterstützten, „auch, wenn ich mal wenig Zeit hatte”. Wie es bei ihm weitergehe, fragte Schaupp und lieferte die Antwort gleich mit: Sohn Josef und dessen Ehefrau werden das Roßfeld mit Lift und Gastronomie übernehmen. Schaupp selbst zieht in eine Einliegerwohnung zu seinen Kindern ein. Nach dem Tod seiner Frau hat der Berchtesgadener wieder eine Partnerin gefunden, „die für mich sorgt und mein Leben sehr aufwertet”. Die Tatsache rührte ihn zu Tränen. „Wir wünschen uns gemeinsam noch ein paar schöne Jahre und wollen noch große Herausforderungen gemeinsam meistern”, sagte Schaupp.

„Sozialdemokrat in bestem Sinne“

Bereits unter Schaupp stellvertretender Bürgermeister war Bartl Mittner, „ein Sozialdemokrat in bestem Sinne”, so bezeichnete ihn Franz Rasp. Für „legendäre Haushaltsreden” sei Mittner bekannt gewesen, für seinen engagierten Einsatz innerhalb der Bruderhausstiftung des Marktes Berchtesgaden. Mittner sei stets „loyal” gewesen, habe „beispielgebendes Engagement” an den Tag gelegt.

Seine politischen Erfolge als SPD-Mann seien überschaubar gewesen, sagte Mittner. „Aber ein wichtiger Antrag ging durch.” Damals gab es in Berchtesgaden noch Plakatständer, laut Mittner viel zu viele. Der SPD-Antrag lautete, die Ständer zu reduzieren und Plakattafeln zu errichten - so, wie man sie heutzutage kennt. Außergewöhnlich sei es gewesen, „dass ich als SPDler unter einem CSUler Bürgermeister sein durfte”. Aber das Durchhaltevermögen habe Früchte getragen. „Die SPD ist wieder die stärkste Fraktion”, freute sich Mittner. 

kp

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