Lösung für Klinik-Parkplätze gefunden? *Mit Voting*

Proteste gegen Parkgebühren: Klinik Berchtesgaden bessert nach

Parkplatz am Krankenhaus Berchtesgaden jetzt günstiger.
+
Die Kliniken Südostbayern AG senkt die Gebühren am Parkplatz in Berchtesgaden, kostenfrei sei nicht möglich.

Berchtesgaden/ Freilassing - Anfang des Jahres sind die Emotionen in Freilassing und Berchtesgaden hochgekocht. Seit dem 1. Januar sind die Parkplätze an den Kreiskliniken kostenpflichtig. Jetzt gibt es erste Nachbesserungen, zumindest bei einer Klinik.

"Noch im Februar werden die Tarife für alle Nutzer des Parkplatzes (am Krankenhaus Berchtesgaden, Anm. d. Red.) wie folgt angepasst: die ersten 20 Minuten sind frei, danach kostet die Stunde (und jede weitere Stunde) einen Euro, maximal sechs Euro pro Tag", teilte die Kliniken Südostbayern AG jetzt mit. Sie reagiert damit auf die Proteste seitens der Bevölkerung.


Zum 1. Januar 2020 wurden die Parkgebühren sowohl an der Kreisklinik Freilassing, also auch in Berchtesgaden eingeführt. Während in Freilassing von Anfang an ein  Euro Parkgebühr pro Stunde und maximal fünf Euro am Tag verlangt wurden, galten in Berchtesgaden die Tarife zwei  Euro pro Stunde und bis zu zwölf Euro am Tag. Auf Nachfrage von BGLand24.de berief sich die Betreiber-Firma Goldbeck auf die Erweiterung und Sanierung des Parkplatzes in Berchtesgaden, sowie eine hohe Anzahl Fremdparker.

Was ist ihre Meinung?


"Es war von Anfang an vorgesehen, für Patienten und Besucher günstigere Tarife anzubieten, allerdings erhöhte für 'Fremdparker'", beteuerte die Kliniken AG. "Diese 'Fremdparker-Gebühren' sorgten allgemein für Unmut, zumal über die vorhandene Beschilderung vor Ort wohl nicht transparent genug ersichtlich war, wo eine Rabattierung der Parkgebühren für Besucher und Patienten möglich war."

Deshalb haben sich die Kliniken Südostbayern AG und der Betreiber, die Goldbeck AG, auf dem Verhandlungsweg auf eine Neuregelung geeinigt. Sie soll kurzfristig in den nächsten Tagen umgesetzt werden. "Damit sollte das Ziel erreichbar sein, den Patienten, Besuchern und Mitarbeitern weiterhin verlässlich Parkplätze anbieten zu können."

Parksituation an den Kliniken Freilassing und Berchtesgaden entspannt?

Aus Sicht der Kliniken Südostbayern AG läuft die Nutzung sowohl in Berchtesgaden als auch Freilassing gut. In Berchtesgaden stünden 154 Parkplätze zur Verfügung und "die Parksituation hat sich deutlich entspannt". Das sieht die Berchtesgadener Bürgergruppe anders. In einem Post auf Facebook macht sie ihrem Ärger Luft:

Die BBG sieht es als kleinen Schritt an, dass die Parkgebühren gesenkt wurden, aber: "Die BBG war von Anbeginn an gegen diese Parkgebühren... v.a. für Mitarbeiter. Dieses Thema gehört nach wie vor gelöst."

Auf eine Lösung wartet auch die Stadt Freilassing. Bürgermeister Josef Flatscher hat sich bereits zum wiederholten Mal an die Klinikleitung gewandt und um eine andere Lösung gebeten. Die Erhebung von Parkgebühren sorgen dafür, dass die Nebenstraßen rund um das Krankenhaus stark belastet sind. "Mit der Gesamtsituation sind wir gar nicht zufrieden", so die klare Aussage aus dem Rathaus.

Knappe Klinikkassen gegen erhöhtes Verkehrsaufkommen

Die Kliniken Südostbayern AG weicht von ihrem Standpunkt nicht ab. "Klinikparkplätze werden durch die öffentliche Hand nicht gefördert. Krankenhausbetreiber müssen also selbst für die finanziellen Mittel aufkommen, was beträchtliche Kosten verursacht und angesichts der knappen Kassen kaum zu stemmen ist. Daher ist es, wie bei vielen anderen Kliniken auch, nicht unüblich Parkflächen zu bewirtschaften."

Um eine Lösung zu finden, hat die Stadt Freilassing ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. Es soll zwar vor allem die Situation rund um die Schulen bewerten, die Matulusstraße soll aber auch untersucht werden. Ein einseitiges Halteverbot, wie von der Polizei vorgeschlagen, "wäre dort denkbar".

cz

Kommentare