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Ab Juni ist der Nationalpark ihr neues Zuhause

Neue Bartgeier für Berchtesgaden - Verwandte von Wally und Bavaria sollen ausgewildert werden

Bartgeier Wally und Bavaria
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Die Bartgeierweibchen Wally (l) und Bavaria wurden vor einem Jahr ausgewildert.

Wally und Bavaria werden bald nicht mehr die einzigen bayerischen Bartgeier sein: Am 9. Juni sollen im Nationalpark Berchtesgaden erneut zwei junge Vögel ausgewildert werden.

Berchtesgaden - „Das sind witzigerweise die Schwester von Wally und die Cousine von Bavaria. Die stammen aus demselben Zuchtzentrum wie die beiden aus Spanien“, sagte Toni Wegscheider vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Dienstag.

Die „Neuen“ sollen in derselben Nische wohnen wie ihre älteren Verwandten im vergangenen Jahr. Die Jungvögel werden in derselben Nische wohnen wie im vergangenen Jahr ihre älteren Verwandten. Diese sind dort längst ausgezogen und immer wieder auf langen Erkundungsflügen in den Alpen unterwegs. Über die neue Auswilderung hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Bartgeier sollen „richtige“ Namen bekommen

Die jungen Bartgeier heißen noch nach ihren Zuchtnummern BG1145 und BG1147. BG1145 schlüpfte am 6. März, BG1147 drei Tage später. Doch auch sie sollen noch „richtige“ Namen bekommen, so wie ihre überaus beliebten Vorgängerinnen. Deren Auswilderung hatten zahlreiche Menschen über Wochen hinweg per Live-Webcam intensiv verfolgt. Es war das erste Mal seit mehr als 140 Jahren, dass wieder Exemplare dieser imposanten, aber vom Menschen ausgerotteten Tiere in Deutschland ihre Runden drehten.

Zeitweise sah es so aus, als ob die neuen Bartgeier für den Nationalpark Berchtesgaden sogar ganz aus der Nähe, aus Franken, kommen könnten: Im Nürnberger Tierpark hatte ein Bartgeierpaar zu brüten begonnen. Doch nun wurde bekannt, dass die Küken noch vor dem Schlüpfen aus den Eiern gestorben waren.

„Bartgeier werden erst ruppig, wenn sie in einem Revier sesshaft werden“

Wally und Bavaria werden frühestens in zwei, eher wohl in fünf Jahren Nachwuchs zeugen. Streit zwischen den beiden Älteren und den Jungen ist nicht zu erwarten. „Bartgeier werden erst ruppig, wenn sie in einem Revier sesshaft werden“, sagte LBV-Experte Toni Wegscheider kürzlich. Bartgeier sind zwar mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,90 Metern die größten Brutvögel der Alpen, für Mensch und Tier aber völlig ungefährlich: Sie fressen ausschließlich Aas - und von diesem wiederum fast nur die Knochen.

Etwas Unsicherheit besteht derzeit allerdings bei Wally. Seit Mitte April ist unklar, wo sie sich aufhält, ihr Sender vermittelt keine Standortdaten mehr. „Wir gehen davon aus, dass es dem Vogel gut geht, denn die Sender sind leider sehr instabil angebracht“, sagte Wegscheider. Allein im vergangenen Monat seien im Alpenraum vier Sender anderer Tiere abgefallen. Um endgültige Gewissheit zu haben, dass Wally nicht gestorben ist, werden die Experten in den nächsten Tagen erneut in einen Steilhang an der Zugspitze abseilen, um dort das GPS-Gerät zu suchen.

Bavaria hingegen ist momentan wieder in der Heimat unterwegs: „Sie ist bei uns im Gebiet, in Sichtweite zum Watzmann in Tirol“, berichtete Wegscheider. Mit ihren enorm scharfen Augen dürfte Bavaria damit schnell spitzkriegen, wenn die Verwandtschaft aus Andalusien angekommen ist.

dpa

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