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Doku Obersalzberg: Öffnung noch dieses Jahr geplant

Nach Jahren der Planung soll der Erweiterungsbau noch 2022 Besucher empfangen

Soll noch dieses Jahr öffnen: Der Erweiterungsbau der Dokumentation Obersalzberg.
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Soll noch dieses Jahr öffnen: Der Erweiterungsbau der Dokumentation Obersalzberg.

Baulich ist der auf 30 Millionen Euro geschätzte Erweiterungsbau der Dokumentation Obersalzberg bereits fertiggestellt. Geöffnet wird aber erst Ende dieses Jahres. Die Ausstellung muss erst noch eingebaut werden. 

Berchtesgaden - Das Staatliche Bauamt Traunstein, in dessen Hand die Großbaustelle lag, hat den neuen Erweiterungsbau bereits an den Nutzer, das Institut für Zeitgeschichte, offiziell übergeben. Nun laufen die Arbeiten, das im Berghang entstandene Ausstellungsgebäude auszustatten, über das noch nicht bekannt ist, ob die Kosten auch eingehalten werden können. Die massiven Steigerungen beim Neubau sorgten vor und während der Bauzeit immer wieder für Diskussionen. Anfängliche Prognosen waren deutlich günstiger gewesen. Während der Bauausführung waren Mehrkosten und Verzögerungen eingetreten, mehreren Planungsbüros mussten gekündigt werden.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

„Eine Aussage, ob der genehmigte Kostenrahmen in Höhe von 30,1 Millionen Euro eingehalten werden kann, ist noch nicht möglich”, heißt es aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr auf Anfrage. Hierfür müssten zunächst alle Forderungen der Firmen und der Planer prüfbar vorliegen, damit sie bewertet werden können. Neben dem Nachtragsmanagement will das Bauministerium auch das Regressmanagement weiter vorantreiben. „Mehrkosten aufgrund von Kündigungen und Schlechtleistungen anderer Verursacher werden wir geltend machen, wenn nötig vor Gericht”, sagt ein Sprecher. Zu Beginn der Planungen des Erweiterungsbaus war man von weniger als der Hälfte an Kosten ausgegangen. 

Für den Neubau musste eine Baugrube 18 Meter tief in den Berg gesprengt werden. Der Hang wurde über dem 18000 Kubikmeter fassenden Gebäude wieder aufgeschüttet und begrünt. Alles, was man vom Neubau sieht, sind die Fassadenträger aus Sichtbeton und große Panoramascheiben. Der Rest des Neubaus verschwindet im Berg. Gegenüber liegt die alte Dokumentation, die im Jahr 1999 eröffnet worden war. Damals hatte das Institut für Zeitgeschichte mit 40.000 Besuchern jährlich gerechnet. Der Besucheransturm war schlussendlich aber deutlich größer. Pro Jahr kamen bis zu 170.000 Besucher. Schnell war das Gebäude, in dem die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet wird, zu klein geworden. 

Altes Gebäude bekommt neuen Verwendungszweck

„Das alte Dokumentationsgebäude wird bis zum Sommer zu einem Seminar- und Bildungszentrum umgebaut”, sagt ein Sprecher des Staatsministeriums. Parallel dazu wird auch die neu konzipierte Dauerausstellung in dem Erweiterungsbau installiert. Noch in diesem Jahr soll die neue Örtlichkeit voraussichtlich wieder Besucher empfangen können. Die vom Institut für Zeitgeschichte entwickelte und einem Berliner Büro konzipierte Ausstellung wird unter dem Leitmotiv „Idyll und Verbrechen“ wissenschaftlich-didaktische Geschichtsvermittlung bieten und die Zeit des Nationalsozialismus vom Obersalzberg aus erzählen.

Dort hatte Hitler seinen zweiten Regierungssitz, traf mehrfach folgenreiche, tödliche Entscheidungen. Auf Seite der Verantwortlichen rechnet man mit rund 200000 Besuchern pro Jahr, wobei man sich mit genauen Zahlen noch nicht an die Öffentlichkeit wagt. Künftig stehen neben dem großen Eingangs- und Garderobenbereichen über 1000 Quadratmeterfür Dauer- und Wechselausstellungen und ein neuer Filmraum für Vorträge und Veranstaltungen zur Verfügung. Damit ist die neue Dokumentation deutlich weitläufiger als früher. 

Der einstige Ausstellungsfilm „Obersalzberg – Vom Bergbauerndorf zum Führersperrgebiet“, den Besucher 20 Jahre lang im Filmraum der Ausstellung sehen konnten, ist ab sofort kostenfrei auf dem offiziellen YouTube-Kanal abrufbar. Infos gibt es zudem auf der Webseite www.obersalzberg.de und in sozialen Medien bei Facebook und Instagram.

kp

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