Nach Fund im letzten Jahr

500-Kilo-Bombe soll in der Doku Obersalzberg ausgestellt werden

+

Berchtesgaden – Die im vergangenen Jahr auf dem Obersalzberg gefundene 500-Kilo-Bombe soll nun doch nicht zerstört werden, sondern künftig in der neuen Dauerausstellung der Dokumentation ausgestellt werden. Das bestätigten die Ausstellungsmacher auf Anfrage. Die Bombe war im Oktober etwa 15 Meter von einem Bunkereingang entfernt entdeckt und entschärft worden.

Kampfmittelräumer hatten die Bombe mit der Bezeichnung „SAP 1000 lbs“ bei Bauarbeiten in vier Metern Tiefe geortet, den Bereich rund um die Dokumentation Obersalzberg evakuiert, ein Sprengkommando aus München rückte an und machte das gut erhaltene Objekt explosionsunfähig. 

Geplant war, die Bombe in einen sogenannten Zerlegebetrieb zu transportieren, in dem zunächst der Sprengstoff aus entfernt wird. Dann sollte das Stahlgefährt in seine Einzelteile zerlegt und entsorgt werden. Beim Institut für Zeitgeschichte setzte man sich für den Erhalt der Bombe ein. „Wir würden diese gerne in unserer Ausstellung zeigen“, sagte Kurator Albert Feiber schon vor Monaten. Ein solches Genehmigungsverfahren ist allerdings mit hohem Aufwand verbunden. „Viel Schriftverkehr war nötig“, so Feiber. Nun ereilte das Institut die Zusage: die Bombe soll nun zurück nach Berchtesgaden kommen, vor allem auch deswegen, weil der Zustand einzigartig sei. 

Als zeithistorisches Objekt wird sie nun künftig präsentiert werden und soll auch für alle Besucher zugänglich sein. Auf dem Obersalzberg werden noch viele weitere Blindgänger vermutet: Hunderte Bomben wurden am 25. April 1945 über Berchtesgaden abgeworfen. Die Amerikaner vermuteten dort Hitlers Alpenfestung. Deshalb entschied man sich dazu, vor der Einnahme des Ortes durch die anrückenden Allierten Truppen, den Obersalzberg vorab zu bombardieren. Experten sprechen von 1300 Bomben, die hier an einem Tag abgeworfen wurden und weite Teile des ehemaligen Führersperrbezirkes zerstörten.

Kilian Pfeiffer

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser