„Nabel der Satellitennavigation“

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Gerd Waizmann von der Firma proTime, Projektmanager Lars Holstein (WFG), Staatssekretärin Katja Hessel, Thomas Birner (WFG) und Erwin Löhnert (v.l.n.r.).

Schönau am Königssee – Denkbar sei es, so Thomas Birner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, dauerhaft in Berchtesgaden eine ,,sehr innovative Umgebung“ in Zusammenarbeit mit den Universitäten aufzubauen.

Die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE), die sich für solch eine Praxis als relevant erweist, wurde vergangene Wochen um zwei weitere Sendestationen vergrößert. Staatssekretärin Katja Hessel vom Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie hat sich während eines kürzlich stattgefundenen Besuches ein eigenes Bild davon machen können. Hessel wörtlich: „Da, wo wir helfen können, helfen wir“.

Die Anwendungen, die im GATE-Testgebiet umgesetzt werden, „sollen später auch in Produkten ihren Einsatz finden“, sagt Projektmanager Lars Holstein. Thomas Birner fügt hinzu, dass man immer eine Ergänzung zu den Metropolregionen wie München sein wolle. Eine, die man als Praxisgebiet nicht unterschätzen dürfe. Ein „innovatives Milieu“ habe sich im Berchtesgadener Raum herausgebildet, zwischenzeitlich ein „Alleinstellungsmerkmal“ der Region, so Erwin Löhnert von der für die Testumgebung verantwortlich zeichnenden Ifen GmbH.

In Vorträgen wird Staatssekretärin Hessel aufgezeigt, was mit GATE möglich scheint, welche Umsetzungen realistisch, welche Produkte mit der hier zu findenden Technik machbar sind. Sei es der Galileo-Signale unterstützende Lawinenorter, der verschüttete Opfer im Schnee ausfindig macht, oder der Alpenranger, der sich für „attraktive Familienausflüge“ zur Gestaltung individueller Wanderungen eignet. Das Spektrum sei vielfältig, geforscht werde in vielerlei Hinsicht, so Birner.

Berchtesgaden als „Nabel der Satellitennavigation“ in Mitteleuropa. „Ich habe nicht wenig Hoffnung, dass es gelingen wird, das eine oder andere Unternehmen hier anzusiedeln“, sagt Hessel. „Wir wollen den Technologieaufbau in Zusammenarbeit mit den Hochschulen betreiben“, so Birner. Der Wunsch steht klar im Raum, finanzielle Zuwendungen wären aber ebenso notwendig. Denn der Aufbau eines Technologiezentrums erfordert monetäre Mittel. „Der Schwerpunkt liegt auf der Anwenderbezogenheit“, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Der Versuch steht im Raum, auch jene Firmen anzusiedeln, die nichts mit der Satellitennavigation zu tun haben, „sondern auch die anderen peripheren Technologiekompetenzinhaber“. Attraktive Arbeitsplätze brauche man, um Arbeitskräfte auch dauerhaft in das Testgebiet zu locken und hier ansiedeln zu können.

Dass sich Technologiezentren für Randbereiche eigneten und dort hingehörten, weiß Staatssekretärin Hessel. „Eine Außenstelle zu kriegen, ist wichtig“, sagt sie. Arbeitsplätze aus der Hochtechnologie benötige man, „wir können nur über Qualität und Innovation punkten“. Politik könne aber immer nur die Rahmenbedingungen schaffen. Rahmenbedingungen, die für GATE eine Grundlage schaffen, um Hochtechnologie in einen anwenderbezogenen Randbereich, in diesem Fall Berchtesgaden, zu bringen. Auch wenn konkrete Zusagen der Staatssekretärin ausbleiben, kann ein Satz, bei positiver Aufnahme, hoffnungsfroh stimmen: „Vielleicht sehen wir uns demnächst wieder bei einer Förderbescheidübergabe“, sagt Hessel. Anschließend fährt sie mit ihrem Chauffeur zurück nach München.

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