Minustemperaturen, die zu schaffen machen!

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Erkältungsinfekte häufen sich. Medikamente haben Konjunktur.

Berchtesgaden/Ramsau - Die aktuell herrschenden klirrenden Temperaturen können ganz schön an die Substanz gehen! Das rät der Vorsitzende des Hausarztvereins, Dr. Hanns Müller-Bardorff:

„Was auffällt, ist ein verstärkter Erkältungsinfekt bei den Patienten“, sagt Dr. med. Hanns Müller-Bardorff, Vorsitzender des Hausarztvereins Berchtesgaden und Allgemeinarzt aus Ramsau. Die klirrende Kälteperiode, die seit einigen Tagen über Deutschland liegt, macht vielen zu schaffen. „Es gibt Menschengruppen, die bei solchen Temperaturen das Haus besser nicht verlassen sollten“, sagt er.

Minus 15 Grad Celsius? Das gehört in den frühen Morgenstunden im Berchtesgadener Talkessel derzeit zum guten Alltag. Elektrische Thermometer versagen durch die Bank weg: Es ist einfach zu kalt. „Viele Patienten klagen über Halsschmerzen“, sagt Müller-Bardorff. Aber das ist noch das geringste Übel. Denn die extreme Trockenheit, die mit den niedrigen Temperaturen einhergeht, setzt der Haut extrem zu. „Die Kälte saugt die Feuchtigkeit.“ Trockene Nasen, Juckreizbeschwerden und aufplatzende Lippen sind die Regel. „Infektionen können sich aktuell besonders gut festsetzen“, sagt Müller-Bardorff. Wichtig sei, in diesem Fall keine feuchtigkeitsspendenden Cremes zu verwenden, sondern fetthaltige. Feuchtigkeit würde gefrieren. Die Haut platzt auf, „man erzielt einen gegenteiligen Effekt“, sagt Müller- Bardorff. Schwierigkeiten mit den widrigen Außentemperaturen haben momentan Menschen mit Herzerkrankungen. „Herzinfarktpatienten sollten besonders gut aufpassen“, sagt er. Bei der momentanen Kälte können sich Gefäße verengen. Was böse Folgen für Risikopatienten haben kann. „Es ist nicht ratsam, dass ein Herzinfarktpatient bei diesen Außentemperaturen zum Schneeschaufeln geht.“ Auch chronisch Lungenkranke sollten Vorsicht walten lassen. „Ein Asthma-Anfall ist nicht auszuschließen.“ Auch zum Thema Sport hat Müller- Bardorff einen Ratschlag parat: Denn Personen, die regelmäßig im Freien Sport machen, zum Joggen oder Walken gehen, haben es derzeit nicht leicht. „Derjenige, der trainiert ist, braucht sich keine großen Gedanken zu machen“, sagt der Allgemeinarzt. Auch weiterhin könne man dem Sport frönen, ein bisschen Zurückhaltung ist aber nicht verkehrt. Voraussetzung ist, dass man regelmäßig Sport treibt. Anfänger, die meinen, bei diesen Minustemperaturen mit dem Joggen erst beginnen zu wollen, sollten besser aufpassen. In jedem Fall gilt auch hier: „Ordentlich mit Fettcremes einschmieren“, rät der Arzt. Zum Schutz der Haut, die den Extremtemperaturen ausgesetzt ist. Die Gesichtspartie sei wichtig, weil dort der Atem ausdringt, sich niederschlägt, gefriert und wiederum Risse in der Haut verursacht. Ältere Menschen und kleine Kinder hätten momentan draußen nichts verloren. „Es ist einfach zu kalt.“

kp

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