Viel Arbeit für das Rote Kreuz im Berchtesgadener Land

Retter düsen in neun Minuten vom Kehlstein nach Berchtesgaden

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Landkreis - Am Mittwochvormittag, 25. September, waren aufgrund eines allgemein erhöhten Einsatzaufkommens mit mehreren Notfällen gleichzeitig, darunter auch die Verpuffung mit fünf Verletzten im Salzbergwerk Berchtesgaden, bereits alle Fahrzeuge des regulären Rettungsdienstes gebunden. 

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Der Reichenhaller Bereitschaftsleiter Florian Halter musste deshalb gegen 9.30 Uhr in der Münchner Allee bei einem Auffahrunfall die Erstversorgung eines verletzten 54-jährigen Angerers übernehmen, den später die Rettungswagen-Besatzung des Teisendorfer Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte. Die SEG der BRK-Bereitschaft Berchtesgaden war zeitgleich am Salzbergwerk mit im Einsatz.

Bereits am Donnerstagabend, 19. September, gegen 20.15 Uhr rückte die SEG der BRK-Bereitschaft Stadt Freilassing innerhalb von nur drei Minuten zu einem am Knie verletzten 80-Jährigen aus, der im Wohnzimmer gestürzt war. Die ehrenamtlichen Sanitäter waren bereits am Rotkreuz-Haus und konnten sofort losfahren. Sie versorgten den Mann, brachten ihn dann zur weiteren Untersuchung in die Kreisklinik Bad Reichenhall und waren um 22 Uhr wieder zu Hause.

Am Dienstagabend, 17. September, gegen 22 Uhr rückte die BRK-Bereitschaft Berchtesgaden zu einer Spitzenabdeckung aus: Ein akut internistisch erkrankter 89-jähriger Mann im Markt Berchtesgaden brauchte Hilfe. Die Ehrenamtlichen waren kurz zuvor am Kehlstein an der Buswendeplatte losgefahren, als der Alarm einging. Der Vater einer Ehrenamtlichen, Peter Hinterseer von der Betriebsleitung, hatte den Helfern im Rahmen ihrer Ausbildung den alten U-Bootmotor gezeigt, der als Reserve-Aggregat dient, ließ sie mit dem Aufzug zum Haus hochfahren und ermöglichte einen Sonnenuntergangsspaziergang zum Gipfelkreuz hinüber. „Unsere Mitglieder waren vollauf begeistert; anschließend gab es noch eine kleine Brotzeit“, berichtet Bereitschaftsleiter Walter Söldner, der stolz auf seine Mannschaft ist, die es in beachtlichen 9 Minuten vom Kehlstein zur Rathaus-Garage schaffte, dort den Notfallkrankenwagen besetzte und zum Patienten ausrückte. Sie versorgten den Mann, brachten ihn zur Kreisklinik Bad Reichenhall und waren gegen Mitternacht wieder zu Hause.

„Dieses sinnvolle Plus an Sicherheit für die Menschen im Landkreis leisten wir ausschließlich ehrenamtlich; die zusätzlichen Fahrzeuge und Ausrüstung müssen aber nahezu komplett mit Spenden aus der Bevölkerung finanziert werden“, betont Florian Halter. Bei der Spitzenabdeckung des regulären Rettungsdienstes und Krankentransports hat sich die 2011 durchgeführte Aufteilung in kleinere Einheiten wie SEG Behandlung und Transport bereits mehrfach bewährt. „Die Besatzungen sind sehr schnell einsatzklar und können den Rettungsdienst bei Engpässen rasch und effektiv ergänzen“, freut sich Halter. Mittlerweile sind auch die ehrenamtlichen Einsatzleiter Rettungsdienst mit zusätzlicher Notfallausrüstung wie einem Frühdefi ausgestattet, damit sie im Ernstfall als Erstversorger auch alleine ein Leben retten können.

Geografisch ist das Berchtesgadener Land aufgrund der Berge gerade im südlichen Landkreis von den Nachbarregionen abgeschnitten. Wenn alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind, kann die Leitstelle deshalb auf die Schnelleinsatzgruppen zurückgreifen. Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger und umfangreiche Ausrüstung bereit.

Pressemeldung BRK BGL

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