Kongresshaus soll umgebaut werden

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Berchtesgaden - Eine Neukonzeptionierung auf dem Blatt erfährt derzeit das Kongresshaus. Verantwortlich dafür zeichnet Architektin Eva Wimmer, die kürzlich ihre Pläne präsentierte.

Waren für das Kongresshaus ursprünglich Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 15 Millionen Euro vorgesehen, fällt die nun angestrebte Variante deutlich kleiner aus. Bezahlbarer. Man konzentriert sich nicht mehr nur auf eine energetische Sanierung, sondern vor allem auf ein neues Konzept. Architektin Wimmer hat in einer Baustein-Lösung aufgezeigt, was möglich wäre. Bei den Anwesenden stieß die Präsentation auf große, positiv gestimmte Resonanz.

Architektin Eva Wimmer ist für den 5 Millionen Umbau zuständig

Fazit der Architektin: ein wirtschaftliches Gesamtkonzept im Kongresshaus ist möglich. Trotz der geringeren Investitionssumme, die derzeit auf etwa 5,2 Millionen Euro beziffert wird. „Mir war wichtig, ein Raumkonzept zu erstellen“, so Wimmer. Eine Bausteinliste mit Kostenangaben, die es den Verantwortlichen erlaubt, abzuwägen, was umsetzbar ist, wo Abstriche zu machen sind, wo die Vor- und Nachteile liegen. Was würde passieren, wenn die Erschließungsstruktur des Eingangsgebäudes im Kongresshaus geändert, der Weg durch den Verbindungstrakt nach hinten versetzt würde? „Der Durchgangscharakter ginge verloren“, sagt Wimmer. Ein zusätzliches Raumangebot könnte entstehen. Wimmer hat einige Szenarien durchgespielt, etwa jenes, die Kongressstruktur neu zu organisieren, den kleinen Saal, der bislang unweit des Eingangsbereiches liegt, nach hinten zu verlegen, in den Bereich des großen Kongresshaussaales. Eine Zusammenlegung wäre von Vorteil, die Kongressstruktur wäre trennbar, „die Zonen sind dann flexibel voneinander nutzbar“, denkbar sei auch ein Catering-Bereich im Foyer, der sich im Konzept der Bischofswieser Architektin gut in die Neukonzeptionierung einfügt. „Eine reine energetische Sanierung der Räumlichkeiten hätte nicht den gewünschten Erfolg, den man sich vorstellt“, weiß Wimmer. Demnach sei eine Änderung der Funktion der Räumlichkeiten „zwingend notwendig“ gewesen.

Im Eingangsgebäude sei eine Verlegung des Eingangs und der Passage in den hinteren Kongresshausbereich angedacht, eine abgetrennte Tourist-Info, eventuell auch eine Gastronomie, die vermietbar wäre. Denn die jetzige Lösung mit den leer stehenden Gastronomie-Räumen im straßenabgewandten Bereich könne nicht funktionieren. Im Konferenzbereich müssten deutliche Summen in die Sanierung der Konferenzräume als solche fließen, darüber hinaus in einen möglichen Catering-Bereich mit Materialaufzug aus dem Untergeschoss. Dort wiederum sei ein weiteres Konferenzareal denkbar, ein Vortragssaal, eine direkte Anbindung zur Tiefgarage. Die Bausteinlösung eröffnet Wimmer aber auch die Möglichkeit weiter zu denken, etwa in jener Hinsicht, die Büroeinheiten der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK), derzeit noch in der Nähe des Bahnhofs gelegen, in das Kongresshaus zu verlegen. Hier präsentierte die Architektin verschiedene Szenarien, die das erste und das zweite Untergeschoss des Kongresshauses betreffen, die Räumlichkeiten dort mit Büroeinheiten zu füllen. Von einer Ausstellungsfläche im ersten Obergeschoss ist die Rede, von einer möglichen Kino-Nutzung. Denn auch der Kino- Betreiber Hans Klegraefe hatte in der Vergangenheit sein Interesse bekundet, im Kongresshaus bleiben zu wollen, umzubauen, zu erweitern. Der Bestand des Kongresshauses sei weitestgehend erhaltbar, sagt Wimmer, natürlich sei ein Bestandsumbau mit Kompromissen verbunden. „Ich denke aber, dass der Lösungsvorschlag einige gut umzusetzende Varianten bietet.“ Der TRBK-Vorsitzende und Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Stefan Kurz, zeigt sich mit der Bausteinliste zufrieden. „Schnell eine Lösung zu fällen, ist nicht möglich.“

Bedenkzeit, ein Abwägen, „die Ideen empfinde ich als sehr gut und vor allem zielführend“, sagt Kurz – denn Ziel sei vor allem, das Kongresshaus wirtschaftlicher zu machen. Bislang bleibt man jedes Jahr auf Hunderttausenden Euros sitzen. Auf die Frage, ob es möglich sei, die Büroeinheiten der Kurdirektion am Bahnhof in das Kongresshaus zu verlegen, gibt sich Kurz diplomatisch: „Wir haben den Flächenbedarf in der Kurdirektion ermittelt. Grundsätzlich wäre es möglich, die Büroeinheiten in das Kongresshaus zu verlegen.“ Glücklich scheint er mit einer solchen Lösung, die grundsätzlich auf Widerstand unter den Verbandsräten stößt, aber nicht. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp sagt, dass die angedachte Neukonzeptionierung genau „der richtige Weg ist, die Einnahmen zu erhöhen.“ Das Augenmerk müsse darauf liegen, „möglichst viele Flächen des Kongresshauses vermieten zu können“, so Kurz. Wenn das gelinge – der Zukunft des Kongresshauses wäre damit gedient.

kp

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