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„Wenigstens gibt es keinen Lockdown mehr“

Kino Berchtesgaden und „Cine Chiemgau“ zwischen Resignation und Hoffnung

Kino Berchtesgaden
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So voll wie bei der Star Wars Premiere 20219 wird das Kino Berchtesgaden erst einmal nicht besetzt sein.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Nur wer getestet, geimpft oder genesen ist, bekommt Einlass in die bayerischen Kinosäle. Dazu kommt Maskenpflicht am Platz - außer es wird gegessen oder getrunken. Regelungen, die Kinobetreibern in der Region zu schaffen machen - zumal der Dschungel an Verordnungen immer undurchsichtiger wird.

Berchtesgaden/Traunstein/Traunreut - Seit den jüngsten Beschlüssen der Regierung steht Thomas Kastner vom Kino Berchtesgaden vor mehreren Fragezeichen.

„Die 3G-Regel bleibt und sonst müssen wir wieder schauen, was für uns gilt. Im Grunde ändert sich für uns Kinobetreiber nichts - außer sie machen eine Unterverordnung von der neuen Verordnung. In jedem Bundesland gilt etwas anderes, was mir schon einige Diskussionen mit Urlaubern beschert hat - da blickt ja auch keiner mehr durch. Andere Gäste wandern nach Österreich ab, denn da sind die Regeln wiederum lockerer.“

Keine Vorstellung mit Maske im Kino Berchtesgaden

Eine Erleichterung: Der Wegfall der Kontaktbeschränkung. Für das Kino Berchtesgaden stehe aber dennoch fest: Hier wird es keine Vorstellung mit Maske geben. „Das tue ich den Leuten nicht an. Außerdem kommt mir da eh keiner mehr. Wer macht denn das noch mit?

Kastner, der sein Kino zudem mit Spuckschutz ausstaffiert habe, tue sich ohnehin schon schwer mit dem Aufwand durch Kontaktverfolgung. Kaum einer nutze die Luca-App, weswegen sich die Zettel bei ihm im Büro häufen würden.

„Ein Wahnsinn, was die Registrierung der Gäste Zeit frisst. Ich habe noch nie so viele Impfpässe und Dokumente gesehen - eigentlich müsste das ja alles noch mit dem Personalausweis abgeglichen werden. Ich bin doch kein Grenzkontrolleur. Um das alles zu stemmen bräuchte ich zusätzliches Personal - und wer zahlt mir das?“

„Kann meinen Gästen nicht zumuten, drei Stunden lang Maske tragen zu müssen“

Eine Möglichkeit, die mit dem 2. September in Kraft tritt und seine Gäste von der Maskenpflicht am Platz befreien könnte, wäre die Abstandsregelung: Doch dann könne Kastner nur mehr 50 Prozent seiner insgesamt 163 Plätze belegen.

Diese Alternative wird er dennoch in Betracht ziehen, auch wenn er weiß, dass mit dem neuen „James Bond“, der auch im Kino Berchtesgaden am 30. September anläuft, der Saal voll sein wird. „‘Keine Zeit zu sterben‘ dauert 165 Minuten - ich kann doch meinen Gästen nicht zumuten, drei Stunden lang die Maske tragen zu müssen im Kinosaal.“

Resonanz der Besucher auf die Kino-Vorgaben unterschiedlich

Ähnlich kritische Ansichten würden Kastner zufolge seine Kollegen im Berchtesgadener Land teilen, so wie sein Freund Josef Loibl vom „Park Kino“ in Bad Reichenhall. Er hat sich im Juli im Interview mit bgland24.de bereits zur Situation der Kinos in Zeiten der Pandemie geäußert.

Und auch Rolf Keßler, Betreiber des „Cine Chiemgau“ in Traunstein und Traunreut bläst ins selbe Horn: „Bis jetzt ist die 3G-Regel ein Riesenaufwand und auch die Maskenpflicht während der Vorstellung, die man nur zum essen und trinken abnehmen darf.“

Die Resonanz der Besucher: Unterschiedlich. „Es gibt solche und solche - die einen haben Verständnis, andere ärgern sich über die Auflagen wie die Kontaktverfolgung und gehen dann lieber gar nicht ins Kino. Wir kommen aber nicht aus, müssen die Abstände wahren und verlieren so natürlich einen gewissen Prozentsatz an Auslastung“, betont Keßler.

Auch er wolle abwarten, wie sich die neuen Beschlüsse in der Praxis umsetzen lassen. „Gefühlt kommt es mir so vor, wenn ich eine Regel an die Tür hänge, tritt schon wieder eine neue in Kraft - und in jedem Bundesland gilt etwas anderes.“

Planungssicherheit, wenn es keinen neuen Lockdown mehr gibt

Allgemein sei der Zuspruch in den vergangenen Wochen „zufriedenstellend“ gewesen, gerade der neue „Eberhofer“-Krimi „Kaiserschmarrndrama“ habe den Kinos höhere Besucherzahlen beschert. Aber auch der Kinderfilm mit den Hunden, „Paw Patrol“, sei zuletzt gut angenommen worden. Ähnliches erhoffen sich die Kinobetreiber von der neuen Rosenmüller-Komödie „Beckenrand Sheriffs“. Die Schlussworte Kastners: „Wenigstens gibt es keinen Lockdown mehr, das ist für uns eine Planungssicherheit.“

mb

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