Jubiläum: Verein für Heimatkunde wird 50

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2. Vorsitzender Gernot Anders (links) und 1. Vorsitzender Alfred Spiegel-Schmidt freuen sich auf die vielen Veranstaltungen, die für das 50. Bestehen im Jubiläumsjahr geplant sind.

Berchtesgaden - Zum 50-jährigen Jubilaum vom Berchtesgadener Heimatkundevereins soll es ein Jahresprogramm geben. Dabei sind beispielsweise ein großer Festabend:

Vier historische Feste, darunter der 100. Geburtstag Ludwig Ganghofers im Jahr 1955 und die 150-jährige Zugehörigkeit Berchtesgadens zu Bayern 1960 waren es, die den Grundstein für den Verein für Heimatkunde des Berchtesgadener Landes legten. Seine Gründung jährt sich nun zum 50. Mal. Aus diesem Anlass hat Vorsitzender Alfred Spiegel-Schmidt zusammen mit 2. Vorsitzenden Gernot Anders ein Ganzjahresprogramm erstellt: „Wir wollen dieses Jahr alle fünf Gemeinden des Talkessels mit jeweils einer Führung besuchen“, so Spiegel-Schmidts Vorhaben. Auch neu im Jubiläumsjahr: ein neues Logo und der lange ersehnte Internetauftritt.

Bereits 1896 gab es einen Vorläufer-Verein, den „Verein für Geschichtskunde des Berchtesgadener Landes“. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts führten die Mitglieder diesen allerdings nicht weiter, er schlief ein, 1953 wurde er schließlich gelöscht. Angesichts mehrerer größerer Feierlichkeiten in kurzer Folge (Fest der Goldenen Bulle von 1156, 800-Jahr-Feier von Bischofswiesen) zeigte sich in der Bevölkerung in den 50er Jahren ein historisches Interesse. Die Frage blieb damals, ob es eine ausreichend große Zahl an Interessenten geben sollte, die für eine Vereins-Neugründung infrage kämen. Nach diversen Treffen folgte am 26. November 1962 schließlich die offizielle Gründungsversammlung als „Verein für Heimatkunde des Berchtesgadener Landes“ unter dem Vorsitzenden Prof. Dr. Rudolf Kriss (1962-1969).

Alfred Spiegel-Schmidt, der die Vereinsgeschicke seit 1992 führt, sagt, dass die Vereinstätigkeit all die Jahre über auf zwei Fundamenten stand. Zu nennen sind die zahlreichen Besichtigungen, Führungen, Exkursionen und Vorträge, die in jedem Jahr viele Heimatkundler locken, zum anderen die Buchpublikationen, die in der „Berchtesgadener Schriftenreihe“ erschienen sind. 1966 wurde mit der Schriftenreihe, zwischenzeitlich auf 26 Titel angewachsen, begonnen. Laut Spiegel-Schmidt hat man sich damit zur Aufgabe gemacht, neben neuen Veröffentlichungen längst vergriffene Schriften durch Reprints wieder zugänglich zu machen. Die Mitglieder des Vereins haben in der Vergangenheit für alle Ausgaben des „Berchtesgadener Heimatkalenders“ und für Artikel im „Marktboten“ und in der „Geschichte von Berchtesgaden“ Beiträge geschrieben. Auch die Festschrift „Berchtesgaden – 200 Jahre bayerisch“ konnte 2010 unter Federführung von Alfred Spiegel-Schmidt erstellt werden. Und auch in weiterer Hinsicht war der Verein für Heimatkunde immer wieder aktiv. 2001 wurde der Löwe auf dem Marktbrunnen in Berchtesgaden auf Kosten des Vereins restauriert. 12.000 Mark betrug der finanzielle Aufwand. Damals drohten bereits Teile abzuspringen – „es war höchste Zeit“, so Spiegel-Schmidt rückblickend. Der Löwe wurde 1966 bei Abbrucharbeiten am Marktplatz von einem Kran schwer beschädigt. Seine 900-Jahr-Feier hatte Berchtesgaden 2002. „Noch nie haben wir uns so engagiert wie in diesem Jahr“, sagt Spiegel-Schmidt. Allein der Heimatkalender aus diesem Jahr umfasst neun Artikel, für jedes Jahrhundert einen - verfasst von Vereins-Mitgliedern. Am Reichenbachdenkmal ließ der Verein 2008 eine Erläuterungstafel aus Bronze durch Bildhauer Hans Richter installieren. Ein Jahr darauf brachten die Mitglieder Günther Gödde und Manfred Angerer eine Info-Tafel am Triftsteg an. Auch dies geschah auf Vereinskosten. Momentan zählt man etwa 160 Mitglieder.

Besonders stolz zeigen sich Spiegel-Schmidt und Anders über das neue Vereinslogo: Zwei gekreuzte Stiftsschlüssel vor dem Watzmann im Hintergrund. Im Jubiläumsjahr ist das Logo mit dem Schriftzug „1962-2012“ besetzt. Und auch der neue Internet-Auftritt (www.heimatkundeverein-berchtesgaden.de) soll den Verein fit für die Zukunft machen, obwohl ein Großteil der Mitglieder älteren Semesters ist, wie Alfred Spiegel-Schmidt weiß. Besonderes Augenmerk soll dem Punkt „Heimatforschung“ auf der Seite zuteilwerden, sagt 2. Vorsitzender Gernot Anders. Dort können Heimatforscher neue Erkenntnisse veröffentlichen. Der Auftritt soll sich deutlich von ähnlichen Angeboten abheben, Traditionen und Bräuche im Berchtesgadener Land vorstellen und beleuchten. Zu allen für das aktuelle Jubiläumsjahr anberaumten Veranstaltungen sei auch die Bevölkerung jederzeit willkommen, sagt Spiegel-Schmidt. Die über das Jahr platzierten Führungen starten am 20. April in Bischofswiesen. In der Jägerkaserne besuchen Interessierte zusammen mit Stabsfeldwebel Gerd Schelble die dort zu findende militärhistorische Sammlung. Am 2. Juni folgt die Führung durch Marktschellenberg mit dem Friedensberg. „500 Jahre Pfarrkirche“ heißt es am 14. Juni in der Ramsau. Die Kirchenführung übernimmt Prälat Dr. Johannes Neuhardt aus Salzburg. Am 7. Juli führt Spiegel-Schmidt persönlich durch den Markt Berchtesgaden: „Zum ersten Mal beschäftigen wir uns mit dem Markt während des Dritten Reichs“, erzählt er. Die letzte dem Vereins-Jubiläum gewidmete Führung findet am 18. Oktober in Schönau am Königssee statt: „Kirche und Wirtshaus in St. Bartholomä“, so das Thema. Den Abschluss des Jahres bildet der große Festabend „50 Jahre Verein für Heimatkunde Berchtesgadener Land“ im Pfarrheim St. Andreas zusammen mit den Freunden des Heimatmuseums.

kp

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