InterContinental: Kritik geht weiter

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Das InterContinental am Obersalzberg: 3,19 Millionen Euro Verlust weist die Betreibergesellschaft für das vergangene Jahr auf. Die Landtags-SPD fordert ein neues Konzept.

Berchtesgaden - Das InterContinental Hotel am Obersalzberg, das von der Bayerischen Landesbank betrieben wird, steht ein weiteres Mal in der Kritik.

Im Jahr 2010 beliefen sich die Verluste der Betreibergesellschaft, der International Resort Betriebs GmbH, auf 3,19 Millionen Euro. Auch die Jahre zuvor waren Verluste in Millionenhöhe zu verzeichnen. Ein neues Konzept am Obersalzberg fordert deshalb Inge Aures von der Landtags-SPD. Sechs Jahre nach Eröffnung des Hotels sei nun der Freistaat gefragt. Eine Privatisierung des Hotels wird dabei nicht ausgeschlossen.

Noch im vergangenen Juni meldete das InterContinental Hotel Resort in einer Pressemitteilung „ein kräftiges Plus“. Matthias Priwitzer, Leitung Externe Kommunikation und Presse bei der Bayerischen Landesbank, bestätigt dies auf Anfrage auch. „Das operative Geschäft des Hotels befindet sich in einem Aufwärtstrend.“ Ein „positiver Swing“ sei in den Jahren 2010 und 2011 zu verzeichnen. Allerdings ist das positive Hotelergebnis als solches vom insgesamt negativen Betriebsergebnis der Betreibergesellschaft am Obersalzberg klar zu trennen. „Die SPD hat also Recht“, sagt Priwitzer. Der Jahresabschluss der Betreibergesellschaft, die unter anderem für das Hotel zuständig ist, liegt deutlich im Minus, 3,19 Millionen Euro. „Im Jahr 2009 war das Ergebnis aber nochmals deutlich schlechter“, sagt der Pressestellenleiter. 3,91 Millionen Euro verbuchte man damals. Es sei nicht darüber hinwegzutäuschen, dass das Ergebnis kein gutes ist, sagt er. „Wir befinden uns dennoch auf einem guten Weg.“ SPD-Frau und stellvertretende Vorsitzende der BayernLB-Kommission, Inge Aures sagt: „Immerzu befinden die sich auf einem guten Weg.“

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Ernüchternd ist nach Einschätzung von Aures das aktuelle Betriebsergebnis der Betreibergesellschaft. Seit dem Informationsbesuch der BayernLB-Kommission in dem Hotel im Juli 2009 habe sich die Situation kaum verbessert. Aures: „Das Defizit hat sich gegenüber 2009 nicht wesentlich verringert.“ Nach sechs Jahren müsse deshalb ein anderes Konzept her, da das aktuelle „zumindest in der Hand der Landesbank ökonomisch nicht funktioniert“, so Aures SPD-Kollege und stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses, Volkmar Halbleib. Auch eine Privatisierung des Hotels sei für die Zukunft denkbar. Das InterContinental ist Teil des Zwei-Säulen-Modells, ein Konzept, das der Ministerrat 1995 für den Obersalzberg beschlossen hatte und das neben einer Dokumentationsstelle auch den Bau eines Luxushotels vorsah. BayernLB-Pressesprecher Priwitzer sagt, dass über eine Privatisierung „wohl nur im politischen Raum entschieden wird.“ Zu 96 Prozent gehört die Landesbank dem Freistaat Bayern. Die Millionendefizite, die die Betreibergesellschaft ausweist, seien „sozusagen Steuergelder“, so Priwitzer auf Anfrage.

Nicht vergessen dürfe man aber, dass das InterContinental für die Region ein „Leuchtturmprojekt“ sei. Es gibt für Halbleib und Aures aber keinen Grund, „warum ein defizitäres Luxushotel in der Bilanz der BayernLB konsolidiert werden muss“. Halbleib: „Wieder muss die BayernLB die Kosten für politische Fehlentscheidungen tragen.“ Aures meint im telefonischen Interview, es sei keine Kernkompetenzaufgabe einer Bank, ein Hotel zu betreiben. Schleunigst müsse hier eine Änderung her. Damit es in Zukunft gar nicht mehr zu einem Millionendefizit kommen kann. „Es kann doch nun wirklich nicht sein, dass Mitarbeiter eines Hotels auf der Lohnliste einer Bank stehen.“

Pressemitteilung kp

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